In beiden Gebäudeteilen der Robert-Gerwig-Schule sind diverse Arbeiten geplant. (Archivfoto) Foto: Robert-Gerwig-Schule

Es tut sich zu wenig in Sachen Robert-Gerwig-Schule in St. Georgen, wo Verschiedenes ertüchtigt werden soll, finden Kritiker. Im Rathaus sieht man das anders.

Bürgermeister Michael Rieger hat von dieser Diskussion wirklich die Nase voll. Das wurde am Mittwochabend in der Sitzung des St. Georgener Gemeinderats deutlich. Dass man an diesem Abend die Planung für Arbeiten an Barrierefreiheit, Elektroinstallation und Brandschutz an der Robert-Gerwig-Schule auf den Weg bringe, habe mit einem ganz sicher nicht zu tun: mit bissigen Online-Kommentaren zum Zustand der Schule, die der Verwaltung unter anderem vorwarfen, die Sanierung nicht stark genug zu priorisieren.

 

Kein Ergebnis des öffentlichen Drucks

Der aktuelle Planungsstand sei nicht Frucht öffentlichen Drucks, betonte der Bürgermeister. „Es wäre gar nicht möglich, das in so kurzer Zeit zu planen.“ Vielmehr stehe die Maßnahme schon seit längerer Zeit auf dem Zettel der Stadtverwaltung – und seitdem werde kontinuierlich daran gearbeitet.

Einblick ins Zustandekommen der Maßnahme, die nun ein Volumen von etwa neun Millionen Euro umfasst, gab Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts. Angefangen haben die Planungen vor mittlerweile rund sechs Jahren viel kleiner. „Wir sind nie mit dem Anspruch reingegangen, eine Schulsanierung zu machen“, stellte Tröndle klar – vielmehr seien zum ursprünglichen Plan immer weitere Elemente hinzugekommen.

Ausgangspunkt war das Thema Brandschutz, vor allem die Herstellung eines neuen zweiten Rettungswegs. Über Rettungsfenster sei dieser aktuell gewährleistet – doch mit dem Wunsch, das Dachgeschoss im historischen Bau der Schule wiederzubeleben, musste eine neue Lösung her. Denn die dortigen Fenster sind nicht groß genug, um als Rettungsfenster zu dienen. Geplant ist daher ein zweites Treppenhaus im Gebäude, das als Fluchttreppe genutzt werden soll. Hinzu kommen unter anderem Brandschutztüren.

Umfangreiches und kostenintensives Paket

Hinzu kommen mittlerweile geplante Arbeiten zur Verbesserung der Barrierefreiheit der Schule, die Erneuerung der Elektroinstallation – unbedingt nötig, um die Digitalisierung der Schule voranzutreiben – sowie eine Optimierung der Raumplanung in Absprache mit der Schulleitung, wie aus der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat hervorgeht. Im historischen Altbau an der Gerwigstraße sollen zudem Fenster ausgetauscht werden. Im neueren Gebäude an der Schulstraße kommt die Sanierung der Sporthalle hinzu.

Ein umfassendes Maßnahmenpaket – so umfangreich und kostenintensiv, dass die Arbeiten europaweit ausgeschrieben werden mussten, wie Tröndle in der Sitzung schilderte. Erst im dritten Anlauf – wobei jeder etwa ein halbes Jahr an Vorbereitungs- und Ausschreibungszeit in Anspruch nahm – habe man einen Elektroplaner gefunden, der dann nach einem halben Jahr schon wieder hingeschmissen habe. Und so verschob sich die Umsetzung der Maßnahme weiter und weiter. Und die erwarteten Kosten stiegen und stiegen.

Gut vier Millionen pro Gebäudeteil

Nun steht eine Planung für die Gesamtmaßnahme – Kostenpunkt gut acht Millionen Euro. Die Kostenschätzung des Büros KTL Architekten aus Rottweil, das mit der Planung befasst ist, weist einen Betrag von gut 4,11 Millionen Euro für das historische Gebäude und Kosten von knapp 4,05 Millionen für den Bau an der Schulstraße aus. Die Verwaltung erwartet Fördermittel aus drei verschiedenen Töpfen – die Anträge sind jedoch noch zu stellen.

Störende Arbeiten in Ferienzeiten geplant

Umgesetzt werden soll die Maßnahme bereits im kommenden Jahr – mit einem Fokus störender Arbeiten auf die Ferienzeiten rund um Ostern und Pfingsten sowie natürlich auf die Sommerferien, wie Sascha Müller vom Architekturbüro KTL in der Sitzung berichtete. Ein Teil der Arbeiten werde jedoch auch während der Unterrichtszeiten laufen. „Es wird nicht gehen ohne Einschränkungen im Schulbetrieb“, warnte Bürgermeister Rieger schon einmal vor – eine gewisse Flexibilität müsse man da sicherlich mitbringen.

„Die Schulleitung wird Ihnen sagen: Das ist das Mindeste, das passieren muss, wenn der Schulbetrieb funktionieren soll“, erklärte Tröndle. Extras, war man sich im Gemeinderat einig, seien finanziell nicht drin. „Das Wichtige ist: Der Schulbetrieb wird so funktionieren“, betonte der Stadtbaumeister.