Vereint beim River Spring (von links): Stefan Ritschke, Patrick Walz, Jeff Bay, Jasmin Blust, Dew Sense und Matthias Müller. Foto: Aylin Kaya

Mit dem River Spring im Badepark betrat Nagold Neuland. Die Partygäste ließen sich auch vom Gewitter den Spaß nicht verderben.

Es war kein gewöhnliches Festival – es war ein Statement. Am Freitag verwandelte sich der Badepark Nagold in eine vibrierende Oase voller Beats, Begegnungen und bewegender Momente.

 

Organisiert von dem Verein Charity Events Nagold, unterstützte das eintägige Festival nicht nur krebskranke Kinder durch Spendenerlöse, sondern brachte Menschen zusammen – mit elektronischer Musik, offenen Herzen und echtem Spirit.

Ein Tag wie gemacht für Klang und Kraft

Schon am Mittag füllte sich das Gelände. Während Kinder und Erwachsene beim Spendenschwimmen mit leuchtenden Augen durchs Becken zogen, lag zwischen Bühne, Foodtrucks und Getränkeständen dieser besondere Vibe in der Luft. Es roch nach Vorfreude.

DJ Caboo, angereist aus Stuttgart, legte als Opener zwischen 14 und 15.30 Uhr melodischen Techhouse auf. Seine Sets schwebten wie leichter Wind über das Gelände. „It’s an amazing festival – so positive and full of energy,“ schwärmte er backstage im Gespräch mit unserer Redaktion.

Direkt im Anschluss übernahm Mokka das Ruder – ein Künstler mit Tiefe und Gefühl. Seine „Soundreise mit Tiefgang“, wie er es selbst nannte, erfüllte das Gelände zwischen 15.30 und 17 Uhr mit warmen Bässen, verträumten Flächen und einem sanften Groove. „Ich wollte den Menschen ein bisschen Seelenklang schenken“, so Mokka im Rückblick.

Beats, Gewitter und die Häfele-Arena

Es folgte ein besonderer Moment: Lo Lee, der DJ mit Wurzeln in Malaysia, feierte nicht nur Geburtstag, sondern auch die Premiere seines Tracks “Sekarang”, was auf Malaiisch „Jetzt“ bedeutet. „Genau heute, an meinem Geburtstag, genau hier – das fühlt sich einfach richtig an“, sagte er. Zusammen mit Philip Bogdan brachte er zwischen 17 und 19 Uhr das Gelände zum Tanzen.

Gegen 19.30 Uhr fegte ein kräftiger Gewitterregen über das Gelände – mitten im Set von Jeff Bay und Dew Sense. Die Lichtanlage wurde gesichert, das Rasenfeld evakuiert. Barfüße rannten über nasses Gras, Ponchos wurden geteilt, Schirme geöffnet. Für einen Moment stand alles still – doch niemand wich. Viele flüchteten in die nahegelegene Häfele-Arena, wo die Musik weiterlief. Kein Streit, keine Hektik – nur wartende Körper, gespannte Gesichter und ein Rhythmus, der in der Luft hing.

„Wir tanzen für die, die nicht können“

Um 20.30 Uhr wurde das Gelände erneut geöffnet – und was dann kam, war mehr als ein Comeback. Jeff Bay, Festivalmacher und DJ, legte gemeinsam mit Dew Sense eine doppelte Portion Techhouse auf die Bühne, die nun umso elektrisierender wirkte. „River Spring ist für uns mehr als ein Festival. Wir tanzen für die, die nicht können“, beschrieb Jeff seinen Impuls später.

Headlinerin Jasmin Blust (21bis 23 Uhr) ließ das Festival schließlich auf einer Welle aus Melodic Techno ausklingen – intensiv, sphärisch, hypnotisch. Ein Finale, das nicht aufhören wollte zu leuchten.

Eine Crew mit Vision

Hinter dem Festival stand ein leidenschaftliches Orga-Team: Patrick Walz, Max Dettling, Stefan Ritscher, Jeff („Bay“) Rauschenberger, Marius Epple und Theo Züfle arbeiteten über Monate hinweg auf diesen Tag hin. „Wir wollten etwas Außergewöhnliches schaffen – das ist uns gelungen“, fasste Max Dettling zusammen.

Denn was auf der Bühne glänzte, wurde hinter den Kulissen getragen – von einem präzise eingespielten Team. Ton, Licht und Visuals kamen von People Sound, die Bühne stellte Gerüstbau Schäfer. Die Security übernahm DND Nagold mit 20 Leuten im Einsatz. Auch die vielen freiwilligen Helfer und Helferinnen an Bars, Einlass und Getränkeständen sorgten den ganzen Tag über für gute Abläufe – mit Hand, Herz und Haltung.

Die Erinnerung bleibt

Am Ende blickten die Badeparkleiter Matthias Müller und Andy Dingler spürbar bewegt über das Becken und meinten zum Abschluss: „Was wir die zwei Tage erlebt haben, war mehr als ein Event. Es war ein Moment für die Stadt.“

Karin Müller-Westphal vom Amt für Kultur, Sport und Tourismus ergänzte: „Diese Stimmung – die war ehrlich. Die Leute kamen mit offenem Herzen. Und sie gingen mit einem Lächeln.“