Prinzessin Ajuta alias Anna Bashenko fasziniert die Fans auf dem Ritterturnier der Horber Ritterspiele. Foto: Juergen Lueck /Juergen Lueck

Wie die ukrainische Top-Reiterin Anna Bashenko sogar das harte Herz des bösen Fürsten Hallwax vom Totengraben erweicht.

Sorry Janet. Bisher warst Du als Frau von OB Peter Rosenberger die First-Lady von Horb. Doch jetzt haben wir bei den Ritterspielen eine neue Königin: Prinzessin Ajuta. Lange Haare, Kämpferherz, eine Top-Reiterin. Und sie schafft es sogar, auf dem Turnierplatz das harte Herz des bösen Fürsten Hallwax vom Totengraben zu erweichen.

 

Horst Bulheller alias Fürst Hallwax hatte diesmal Flower-Power, Elfen und Bäume versprochen. Damit hat es der Leiter vom EHS Showreiten mit seinem Team diesmal geschafft, Action und Poesie auf dem Turnierplatz zu vereinen. Beim Publikum ein Volltreffer.

Das liegt klar an Prinzessin Ajuta, wie Bulheller zugibt: „Sie ist eine Top-Show-Reiterin. Sie hat mich angerufen, ob sie bei mir mitmachen darf. Ich war gleich begeistert – und inzwischen habe ich festgestellt, dass sie mich beim Showreiten perfekt ergänzt.“

Verzaubert das Publikum vom ersten Moment an: Prinzessin Ajuta. Foto: Jürgen Lück/Juergen Lueck

Nicht nur das. Die Ukrainerin (31): „Eigentlich bin ich fertig studierte Juristin. Doch mein Drang, zu reiten, war stärker.“ Horst lacht: „Richterin würde auch gut zu ihr passen.“

Und dann zeigt Prinzessin Ajuta, was sie drauf hat. Erst die Dressur, als sie das dem bösen Fürst Hallwax entlaufene Pferd Nero dem Publikum präsentiert. Das Kämpferherz. Beim Turnier reitet sie wie verrückt. Holt sogar im Tjost (dem Lanzenduell) den Fürst Hallwax vom Pferd.

Kämpfen kann Prinzessin Ajuta auch: Hier holt sie mit der Lanze den bösen Fürst Hallwax vom Pferd. Foto: Jürgen Lück/Juergen Lueck

Und als es zum Fußkampf geht, stürmt sie mit den wilden Kerls voran. Sogar die Bäume aus dem Feenwald kämpfen mit ihr. Bis Fürst Hallwax im Kampf um sein entlaufenes Pferd den Baum niederstreckt.

Prinzessin Ajuta und die Kämpfer stürmen voran gegen das Böse. Foto: Jürgen Lück/Juergen Lueck

Doch der riesige Baum fegt die bösen Kämpfer hinweg und das Gute siegt. Plötzlich wird es poetisch. Die Prinzessin appelliert an den bösen Fürst: „Denk an Deine Rittertugenden, auf die Du geschworen hast. Ein Lebewesen soll selbst entscheiden, welchen Weg es gehen darf.“

Der edle Nero wird in die Mitte gebracht. Auch er kann sich dem Charme der Queen der Ritterspiele nicht entziehen und trabt gemächlich zu ihr. Ajuta herzt ihn.

Nero entscheidet sich am poetischen Ende für die Prinzessin Anuta. Foto: Jürgen Lück/Juergen Lueck

Ein neues Spektakel auf dem Turnierplatz. Und der sonst so böse Horst zeigt plötzlich ein weiches Herz.

Warum? Fürst Hallwax: „Ich hatte schon mit sechs Jahren ein eigenes Pferd. Anna und ich haben vor der Saison über das Stück rund um das Turnier nachgedacht. Sie schrieb mir dann nachts um zwei Uhr eine Whatsapp: „Warum kann ein Lebewesen nicht selbst entscheiden, welchen Weg es gehen soll? Das fand ich sehr tiefgründig. Man denke beispielsweise nur an Scheidungskinder. Warum entscheiden andere, ob das Kind besser beim Vater oder der Mutter aufgehoben ist und nicht das Lebewesen selbst?“

Und warum reitet die fabelhafte Anna „nur“ Show und macht Stunts? Sie lächelt: „Egal, ob Du Springreiten, Dressur, Vielseitigkeit oder Rennreiten machst – Du kämpfst immer allein mit Deinem Pferd. In der Show sind wir ein Team, bei dem es auf jeden Einzelnen ankommt. Das gefällt mir einfach besser.“

Horst Bulheller, wie er leibt und lebt. Nach der poetischen Show 2024 verspricht er für das nächste Jahr: „Da lassen wir es böse krachen.“ Foto: Jürgen Lück/Juergen Lueck

Und damit hat sie den bösen Fürst Hallwax diesmal ganz poetisch gestimmt. Horst Bulheller lacht: „Das nächste Mal lassen wir es wieder böse krachen in Horb. Mit jeder Menge Action.“

Und er – der König des Turnierplatz – könnte im richtigen Leben sogar der Kaiser von König Maximilian sein. Der heißt bürgerlich Uwe Ruoff und arbeitet als Maschinenbau-Mechaniker. Horst Bulheller: „Das bin ich auch. Ich habe auch eine Firma mit derzeit acht Mitarbeitern, um die ich mich neben meinem Reiterhof und dem Show-Reiten kümmere.“