25. Jubiläum der Horber Ritterspiele. OB Peter Rosenberger zieht Erfolgsbilanz: „Mit 33 000 Besuchern gut zehn Prozent mehr als letztes Jahr!“ Knapp 15 000 verkaufte Tickets. Das neue Konzept hat funktioniert. Kommen bald mehr echte Ritter?
Beim Empfang am Alten Freibad verneigt sich Horbs OB Peter Rosenberger vor König Maximilian. Denn: Seine Majestät hat die Ritterspiele zum 25. Jubiläum neu belebt!
Rosenberger: „Wir haben knapp 33 000 Besucher. Das sind knapp zehn Prozent mehr als letztes Jahr.“ Noch wichtiger, um die Kosten in Höhe von geschätzt 250 000 Euro zu decken: Die Zahl der verkauften Tickets stiegt auf knapp 15 000. Der Turnierbesuch kostet extra – auch hier gab es eine Steigerung von über zehn Prozent auf knapp 8000 Tickets (Vorjahr: 7200).
Beim Auftakt am Freitag herrscht noch Skepsis
Die Erfolgs-Ritterspiele. Am Freitagabend waren viele Marktbeschicker noch skeptisch: „Es ist Southside – das könnte Besucher kosten!“
Die Skepsis – unangebracht. OB Rosenberger: „Nach den reinen Vorverkaufszahlen haben wir Besucher wie im Vorjahr erwartet. Das zeigt – die Menschen sind spontaner geworden!“
Woran liegt der Erfolg der 25. Ritterspiele? Die Teufelsreiter um Horst Bulheller, die auf dem Turnier mit atemberaubenden Stunts überzeugt haben. OB Rosenberger: „Einer meiner Ehrengäste war Harald Brandl von der AOK. Er ist auch Reiter. Als er das Nachtturnier gesehen hat, meint er nur: „Unfassbar, was Reiter und Pferde da leisten!“
Nicht nur die Sonne heizte den Zuschauern auf dem Turnierplatz ein. Gut, dass die Mädels einem die „Mütze nass“ gemacht haben. Horst Bulhellfer à la Fürst Wigo heizt die Stimmung im Publikum mit seinen Sprüchen noch mehr an: „Werdet mal wach, ihr Saftsäcke!“ Leises Buhen. „Die da hinten mit dem großen Busen– die hat gerade gegähnt!“ Mega-lautes Buh. Und Wigo gibt Gas, sticht die Sau ab.
Ankunft mit dem Stocherkahn am Alten Freibad
Tolle Inszenierung. König Maximilian kommt mit dem Stocherkahn am Alten Freibad an. Der Fanfarenzug empfängt ihn. Dann zieht der Tross bis an die Hauptbühne vor die Markthalle. Lockte noch mehr Zuschauer zu den Kinderritterspielen am alten Freibad.
Beim ersten Mal am Samstag mussten König und Gefolge vor dem Lager im Schatten an der Dammstraße fast 30 Minuten warten – um dann vor halb leeren Kulissen auf den Turnierplatz einzuziehen.
Tanzgruppe Domenico und Ginger Girls treten auf
Clever-Idee vom Ritterspiel-Team: Lassen wir doch unsere Tanzgruppen den König vor der Hauptbühne bespaßen. Zauberhaft mittelalterlich absolviert von der Tanzgruppe Domenico und den Ginger Girls. Einmal mit Schattenfrauen, dann mit den lustigen Marktweibern. Tolles Mittelalter-Spektakel.
Geteilte Meinung dagegen unter den Hardcore-Rittern – der sogenannten „Reenactment-Szene“. Einer sagt: „Das ist ein Stadtfest mit Mittelalter-Deko.“ Ein zweiter: „Ich war schon auf Mittelalter-Märkten mit 500 Besuchern täglich. Da habe ich wenigstens etwas von meiner Ware verkaufen können. Aber vielleicht hat sich die Szene nach Corona auch geändert.“ Kommen trotzdem bald mehr echte Ritter nach Horb? Claudia Beuter: „Ich habe durchaus positives Feedback aus dieser Szene erhalten. Ich denke, auch hier sind wir wieder im Aufwind.“
Buhlt man jetzt um die Gothic-Szene? OB Rosenberger: „Wir werden das nicht aktiv steuern!“Übrigens, so Rathaussprecherin Inge Weber: „Von den Rettern wurden kaum Einsätze gemeldet. Außer, dass ein Rettungswagen einen Stand in der Neckarstraße gerammt hat.“