Die ersten Zelte des Ritterlagers stehen bereits auf der Neckarwiese, wo auch das Turnier stattfindet. Foto: Schülke

Horb ist bundesweit für seine Ritterspiele bekannt: Vom 16. bis 18. Juni sind besonders opulente Spiele angekündigt: Mehrere festliche Umzüge sind geplant, und auf der Bühne stehen mit Reikas Tanz und Amarok Avari interessante Bands.

Bald wird Horb wieder zu einer anderen Welt: Ritterturniere, ein Mittelaltermarkt und ein Zeltlager verleihen einem Teil der Stadt den Zauber einer vergangenen Epoche, wobei die Fantasie schon immer mit im Spiel war und sich besonders bei den vielen Gewändern der Besucher zeigt. Auch dieses Jahr dürfen die Gewand-Truhen wieder weit geöffnet werden – mittelalterlich gekleidete Besucher waren bei den Ritterspielen in Horb von Anfang an gerne gesehen.

 

Historischer Hintergrund der Ritterspiele ist seit Beginn der „Horber Vertrag“ aus dem Jahr 1498, den der Habsburger-König Maximilian, später Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, in Horb besiegelte. Dieser Thronfolgevertrag schlichtete einen lang schwelenden Erbfolgestreit. Hinzu kommt, dass Maximilian ein leidenschaftlicher Reiter und glühender Anhänger von Ritterturnieren war.

Festumzug Als besonderes Glanzlicht gibt es dieses Jahr einen „großer Festumzug zu Ehren von König Maximilian“. Er findet jeweils am Samstag und Sonntag zwei Mal täglich statt und führt durch das gesamte Veranstaltungsgelände. Die Stadt berichtet über Einzelheiten: „Zunächst wird König Maximilian am Neckarufer entlang des Alten Freibads von seinem Gefolge feierlich willkommen geheißen.

Nach seiner Ankunft wird die Vertragsunterzeichnung auf der Hauptbühne am Fuße der historischen Stadtkulisse nachgespielt.“ Danach geht es weiter zum Turniergeviert am Neckar.

Turniere Insgesamt fünf Vorführungen stehen während der dreitägigen Horber Ritterspiele auf dem Programm. Gezeigt werden die mittelalterlichen Turnier-Disziplinen wie Tjost und Ringstechen, wobei auch der Humor nicht zu kurz kommt. Am Samstagabend um 22 Uhr findet das besondere Nachtturnier mit einer Feuershow statt. Akteure sind die Stuntreiter des „EHS-Teams“ und Feuerartisten.

Gaukler, Spielleute und Mittelalterkonzerte Viel Musik und Gaukelei ist auf dem Gelände geboten: „G’hörsturz“, „Patapan“, „Halitus Exprementes“, Harfenist „Arno von der Biegenburg“, die „Tanzgruppe Domenico“, der „Fanfarenzug Rottenburg“, der „Fanfarenzug Hirrlingen“, die „Fahnenschwinger Hohentwiel“ und allerlei Schabernack treibende Gesellen sind mit dabei.

Den Schalk im Nacken haben auch das Gauklerduo „Fagus & Fraxinus“ – Magier und Scharlatane im mittelalterlichen Gewand. Unterhaltung und Akrobatik wechseln sich auf den Bühnen ab; gespielt wird bis in die Nacht hinein. Als musikalische Programmschwerpunkte angekündigt sind die Band „Reikas Tanz“, die Wiener Mittelalter-Folk-Rock-Band „Amarok Avari“ und die Band „Holzklasse“, die abermals mit viel Temperament über die Bühne fegt. Die Bands haben in der Mittelalterszene einen hervorragenden Namen und eine riesige Fangemeinde.

Ritterlager und Mittelaltermarkt Hingucker sind auch die Ritterlager am Neckarufer. Dort leben, essen und schlafen verschiedenste mittelalterliche Gruppen drei Tage lang wie anno dazumal. Die Stadt kündigt an: „So verfügt Meister Bramdal vom Buchen-Hayn über ein gutes Arsenal an Folter- und Hinrichtungswerkzeugen – diese Lagergruppe ist nicht nur für Henkerey und Folterey bekannt, sondern auch für mittelalterliche Medizin.“ Der Mittelaltermarkt schlängelt sich durch die historischen Gassen der Horber Innenstadt. Über 150 Markt- und Handwerksleute bieten ihre Waren feil. Das Marktgeschehen findet in diesem Jahr nicht nur auf dem Flößerwasen und in der Schillerstraße statt. Auch auf der Neckarstraße tummeln sich verschiedenste Handwerksleute wie Glasmaler, Kunstschlosser, Drechsler, Seifensieder, Färber, Töpfer, Lederer, Weber, Wahrsager und Kartenleger. Dem Waffenschmied, Elixierhändler und Korbflechter können hautnah über die Schulter geschaut werden.

Kinderritterspiele im Alten Freibad Auf Wiese im Alten Freibad findet ein Familienprogramm statt. Geboten sind Bogen- und Katapultschießen, im Holzriesenrad fahren und Kerzen ziehen. Thomas Benirschke töpfert mit den Kindern am Zaubertöpferrad, und der Geschichtenerzähler Bertholder aus Belgien zieht die Kinder in seinen Bann. Arnold Stopper, einer der Mitbegründer der Horber Ritterspiele, erzählt den Kindern die historische Geschichte um König Maximilian und den Horber Vertrag.

Mit ihm zusammen als Herold empfangen die Kinder König Maximilian zwei Mal täglich am Neckarufer und begrüßen den König zum Spiel der Fanfaren. Das Jugendreferat der Stadt Horb bietet verschiedene Spiel-, Bastel- und Mitmachaktionen für Kinder an.

Bewirtung An mittelalterlich dekorierten Ständen locken außergewöhnliche Speisen wie Dinnede, Rosenküchle, Entenkeule, Käsespätzle, Spanferkel und vegetarische Drachenspieße mit fruchtig feuriger Soße.