Ordens-Großmeister Wolfgang Krieg. Foto: Zoller

Beim jüngsten Kapitelfest des Ritterordens "Der Greif" gab es auch einen "Ritterschlag". Dazu eingeladen hatte der ehemalige Bürgermeister von Dobel, Wolfgang Krieg, der seit 2015 als höchste Instanz und Ordens-Großmeister dem Ritterorden vorsteht.

Rastatt/Dobel - Der Kernpunkt des heutigen Ritterordens gilt der Pflege des religiösen Leitgedankens und der Unterstützung von sozial Schwachen. Der gemeinnützige Verein hat rund 60 Mitglieder, die noch heute ritterliche Tugenden pflegen, die da sind: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maß.

 

Zum dreitägigen Event hatte Krieg in seine Heimatstadt Rastatt eingeladen. Für das Fest wird Jahr um Jahr eine andere Stadt auserkoren, um nicht nur Land und Leute kennenzulernen und Spenden zu überreichen. In diesem Fall galt das Kapitelfest auch den Ehrungen und Würdigungen verdienter Mitglieder, wie Krieg betont.

So wurde beim Gottesdienst in Rastatts ältester Kirche der Freundschaftsorden an Militärdekan Siegfried Weber überreicht. Der aus Spessart bei Ettlingen stammende Vertreter des Kardialkollegiums ist berufener Seelsorger beim Fallschirmjägerregimet 26 in Zweibrücken. Befördert wurde innerhalb des Ordens Wolfgang Birkenmaier aus Giegen an der Brenz sowie Dietmar Glaser aus Bad Herrenalb vom Komtur zum Großkomtur.

Als besondere Zeremonie konnten die Gäste des Kapitelfestes zudem einem "Ritterschlag" beiwohnen. Klaus Demal, ehemals Oberbürgermeister der Stadt Stutensee, war bereits viele Jahre als Ehrenritter für den Ritterorden tätig und wurde nach Beendigung seiner beruflichen Laufbahn durch Krieg zum "Komtur der Kurpfalz" geschlagen. Der feierliche Initiationsritus, der mit einem Gelübde verbunden ist, wird durch das Berühren der Schulter mit dem Schwert durch den Großmeister eingeleitet und mit der Übergabe von Orden, Mantel und Urkunde bestätigt.

Zum "Auftanken" nach Bad Herrenalb

Als weiteren Höhepunkt überreichte Krieg eine Spende von 1000 Euro an die Kindertagesstätte St. Bernhard, bei der er einst als junger Pfarrgemeinderat an der Planung mitwirke durfte. Zudem verkündete der Ordensgroßmeister die Nachricht, dass im Herbst eine fünfköpfige Familie aus dem Ahrtal "zum Auftanken nach den schrecklichen Ereignissen der Flut für zehn Tage nach Bad Herrenalb in Urlaub eingeladen ist". Dabei werden die Ritter des Ordens die Familie betreuen und in ihren Urlaubstagen zu Ausflügen in die Region Nördlicher Schwarzwald einladen.

Krieg ist seit 2015 Ordens-Großmeister und damit höchste Instanz des Ritterordens "Der Greif".

Info: Rückblick

Am 15. September 1884 wurde der "Greiforden" von Großherzog Friedrich Franz lll. von Mecklenburg-Schwerin als Hommage an die Zeit des Mittelalters gegründet. Eine Änderung erfolgte 1902. Durch Vereinbarung mit Großherzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Strelitz erklärte man am 22. August 1904 den "Greiforden" zum gemeinsamen Orden. Im September 1984 wurde der Orden in Mannheim unter der Leitung des Ordens-Großmeisters Peter Neuen wiederbelebt. 1990 wurde der Ordensname in Ritterorden "Der Greif" geändert und die Insignien modifiziert. 2015 wählte man Rastatts Sohn und Dobels Bürgermeister a. D. Wolfgang Krieg zum Ordens-Großmeister. Seine Hoheit Borwin Herzog zu Mecklenburg ist nach wie vor Schirmherr und Protektor des Ordens.