Noch ist der Platz für den neuen Schriftzug am Gebäude leer, aber das ändert sich in Kürze: Der Mietvertrag ist unterzeichnet. Es freuen sich (von links): Tobias Neubauer, Rahel Schilling, Giuseppe Tomaselli, Joesey Tomaselli, Christoph Schaack, Jennifer Tomaselli und Maryrine Nadezda Foto: Zoller

Ab Anfang April ist es so weit: Jennifer und Giuseppe Tomaselli übernehmen das einstige „Dobel’s Stüble“ und eröffnen dort das Ristorante Tomaselli, ergänzt um einen Feinkostladen.

Für Maryrine Nadezda von der Förderungsgesellschaft Nördlicher Schwarzwald mbH, die in diesem Fall als Geschäftsführerin auftritt, ist die Neuverpachtung „eine rundum gelungene Sache“.

 

In dem 2013 gebauten Gebäude, das im Erdgeschoss Flächen für einen Restaurationsbetrieb bietet, gab es bislang zwei Pächter. Nun ist die Tinte für das dritte Pächterpaar trocken.

Viele Interessenten Die Vorfreude ist groß. „Wir freuen uns sehr, dass wir ein so engagiertes Pächterpaar gewinnen konnten“, sagt Tobias Neubauer. „Das Mietobjekt war nur vier Wochen ausgeschrieben, und wir hatten viele Interessenten“, und freudig fügt der Makler hinzu: „Als Vereinsmeier freue ich mich besonders, dass die Vereine endlich wieder eine zentrale Anlaufstelle haben, um nach dem Sport etwas zu essen.“

Gastronomische Mitte Rathauschef Christoph Schaack spricht von einem Glücksfall für die Gemeinde Dobel.

Beste Voraussetzungen

„Als Bürgermeister bin ich superfroh, wenn hier wieder eine Gastronomie in die Mitte unseres Dorfes einzieht. Bei dieser Lage, direkt am Westweg und am Kurhausparkplatz, kann das eigentlich nur funktionieren“, unterstreicht er seine Worte. Sonnenuntergänge, Außengastronomie und ein attraktives Angebot seien beste Voraussetzungen für einen Erfolg.

Auch Tourismuschefin Rahel Schilling begrüßt die Neueröffnung. „Die gastronomische Auswahl im Ort ist überschaubar. Gerade für Übernachtungsgäste ist es wichtig, abends etwas essen gehen zu können“, so ihr Credo. Die Übernachtungszahlen, die von 115 695 im Jahr 2023 auf über 123 000 im vergangenen Jahr gestiegen sind, bieten dabei gute Voraussetzungen – zumal auch Tagesgäste wie Wanderer, Biker und Motorradfahrer davon profitieren.

Hochwasser 2024 Für Jennifer und Giuseppe Tomaselli ist das Projekt mehr als ein beruflicher Schritt. Das Paar verlor 2024 beim Hochwasser in Heidelsheim bei Bruchsal seine Existenzgrundlage und nahezu seinen gesamten Besitz. „In unserem kleinen Tante-Emma-Laden mit italienischer Feinkost stand ebenso wie in unseren Wohnräumen das Wasser 1,80 Meter hoch. Alles wurde unbewohnbar, wir hatten buchstäblich nichts mehr zum Anziehen“, schildert Jennifer Tomaselli.

Für den Schaden kam keine Versicherung auf und eine Spende in Höhe von 800 Euro müsse die fünfköpfige Familie nach eigenen Angaben sogar versteuern. „Das war ein Albtraum ohne Aufwachen“, beschreibt Tochter Joesey (13) die Flut. Heute lebt die Familie in Bad Herrenalb und wagt den Neustart auf dem Dobel. „Wir mussten erst wieder auf die Beine kommen. Jetzt starten wir mit dem Kapital, das wir haben“, sagt Jennifer Tomaselli, die vom Objekt ebenso wie ihr Mann begeistert ist. Die aktuell als Schichtleiterin im Service eines Karlsruher Gastronomiebetriebs tätige Pächterin betont bewegt: „Das bekommen wir hin. Die Gastronomie ist meine Leidenschaft. Es macht mir Spaß, andere glücklich zu machen.“

Andere glücklich machen

Unter einem Dach Das Konzept kombiniert italienische Küche mit einem Feinkostladen. „Wir importieren direkt aus Italien ohne Zwischenhändler“, erklärt Giuseppe Tomaselli. Im Angebot sind unter anderem Orangen, unbehandelte Zitronen und Mandarinen aus Sizilien, Olivenöl, Nudeln, Tomatensaucen, Pistazienprodukte sowie Kaffee unter eigenem Label.

Pizzaofen ist bestellt

Im Restaurant wird er klassische italienische Gerichte wie Pizza und Pasta ergänzt um bodenständige deutsche Küche wie Maultaschen oder Frikadellen anbieten. Der Pizzaofen ist bereits bestellt. Insgesamt sind 60 Innen- und 40 Außenplätze geplant, zudem sollen ein Pizzabäcker und Aushilfen eingestellt werden.

Ort der Begegnung Als Ort der Begegnung soll das Ristorante nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische ansprechen. Jennifer Tomaselli plant ein Spiele-Regal mit Klassikern wie „Monopoly“ oder „Mensch ärgere dich nicht“ sowie Bingo-Nachmittage. „Die Leute sollen sich hier wohlfühlen und sich treffen können“, sagt sie.

Die Eröffnung ist für Anfang April mit einer besonderen Auftaktveranstaltung geplant. Vorgesehen sind ein Ruhetag pro Woche sowie durchgehende Öffnungszeiten am Wochenende, aber die Details sollen sich im laufenden Betrieb einspielen.