Mildere Winter und wärmere Frühlingstage führen dazu , dass Zecken ihre Winterruhe früher beenden. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp/Patrick Pleul

Mildere Winter sorgen dafür, dass Parasiten früher aktiv werden. Der Schwarzwald-Baar-Kreis gilt als FSME-Risikogebiet, weshalb besondere Vorsicht geboten ist – das sollte man wissen.

Die Zeckensaison erstreckt sich immer weiter – durch den Klimawandel, mildere Winter und warme Frühlingstage bleiben lauten Gesundheitsamt die Parasiten länger aktiv. Besonders im Schwarzwald-Baar-Kreis wird vor Zecken gewarnt – die Region ist als FSME-Risikogebiet eingestuft. Auch die Anzahl der FSME-Erkrankungen ist angestiegen, weshalb das Gesundheitsamt darauf hinweist, sich ausreichend zu schützen.

 

Eine „klassische“ Zeckensaison beginnt im März und geht bis Oktober. Doch warme Frühjahrs- und Herbstmonate in den vergangenen Jahren verlängerten den Zeitraum. Das Gesundheitsamt informiert, dass Zecken mittlerweile das ganze Jahr über aktiv sein können – auch in den Wintermonaten müsse man mit einer Infektion rechnen. Bereits ab einer Außentemperatur von sieben Grad werden die Parasiten aktiv und halten ihre übliche Winterruhe nicht mehr ein.

Zecken gehören zu den blutsaugenden Parasiten, die alle Wirbeltiere, auch den Menschen, befallen. Sie können Krankheiten wie Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Die Überträger-Zecken des FSME-Virus sind zwar in der ganzen Bundesrepublik verbreitet, enthalten das Virus jedoch vor allem im süddeutschen Raum. Zu den Risikogebieten, in denen die Infektionsgefahr durch FSME-Viren besonders groß ist, gehören Baden-Württemberg, darunter der Schwarzwald-Baar-Kreis, aber auch Bayern, das südliche Hessen sowie der Süden Thüringens.

Hohe Ansteckungsgefahr

In den Risikogebieten kann jede 20. bis 50. Zecke Virusträger sein. Die Zahl der registrierten FSME-Erkrankungen in Baden-Württemberg liegt laut Gesundheitsamt zwischen 100 und 250 Fällen pro Jahr.

Gerade Jäger, Waldarbeiter, Wanderer, Fahrradfahrer, Pilzsucher und Camper sind gefährdet. Denn vor allem an Weg- und Waldrändern, in hohen Gräsern sowie Gärten und Parks kommen Zecken verstärkt vor. Aber auch Spaziergänger und Kinder müssen aufpassen, eine kurze Zeit im Wald oder auf der Wiese reicht aus, um sich eine Zecke einzufangen. Körperstellen, an denen die Zecken häufiger beißen, sind Zehenzwischenräume, Kniekehlen, Leisten oder Achselhöhlen.

Empfohlene Schutzmaßnahmen

Um sich zu schützen empfiehlt das Gesundheitsamt, sich gegen das FSME-Virus impfen zu lassen – gegen Borreliose-Bakterien gibt es keine Impfung. Grundsätzlich kann geschlossene Kleidung – zum Beispiel Hosenbeine in die Socke stecken oder festes Schuhwerk anziehen – den Kontakt der Zecken zur Haut erschweren, erklärt das Gesundheitsamt. Gegebenenfalls kann Zeckenschutzmittel auf der Haut oder auf der Kleidung verwendet werden. Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper zeitnah nach Zecken abgesucht werden.

Falls doch eine Zecke zugebissen hat, sollte sie so schnell wie möglich beseitigt werden. FSME kann direkt mit dem Stich übertragen werden – das Borreliose-Risiko steigt, je länger die Zecke Blut saugt. Mithilfe einer Pinzette oder einer Zeckenkarte kann die Zecke vorne am Mundwerkzeug gepackt und herausgezogen werden – dabei sollte ein Quetschen der Zecke vermieden werden. Anschließend sollte die Stichstelle desinfiziert werden. Wenn es nicht gelingt, die Zecke im Ganzen zu entfernen, und Teile der Zeckenmundwerkzeuge in der Haut zurückbleiben, ist das kein Problem – diese sind unbedenklich, denn es befinden sich keine Krankheitserreger in ihnen.

Für Haustiere gibt es vorbeugende Methoden wie Kautabletten, Auftropf-Lösungen oder Zeckenhalsbänder, um sie vor Zecken zu schützen.

Schlechter Ruf – aber nützlich

Auch Zecken haben etwas Nützliches an sich. Das Gesundheitsamt erklärt, dass sie Teil des Ökosystems sind und beispielsweise von Vögeln gefressen werden. Als Krankheitsüberträger tragen sie auch einen Teil zur Regulation von Wildtierpopulationen bei. Sie kommen mit den widrigsten Lebensumständen zurecht und gehören zur Vielfalt der Natur.