Erstaunliche bis zu 200 mal schwerer – So viel wiegen, laut dem Naturschutzbund NABU, erwachsene, weibliche Zecken nach einer einzigen Mahlzeit. Foto: © Jürgen Kottmann – stock.adobe.com

Wie verbreitet sind die Plagegeister im Kreis? Wie schützt man sich am Besten vor Zecken? Wie verhält man sich bei einem Biss? – Unsere Redaktion hat beim Gesundheitsamt Schwarzwald-Baar nachgefragt.

Schon im Januar habe dieses Jahr die Zeckensaison begonnen. Das geht aus einer Pressemeldung des Gesundheitsministeriums des Landes hervor. Schuld daran sei der milde Winter.

 

Eine erste FSME-Erkrankung in Baden-Württemberg meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) im Landkreis Schwäbisch Hall, in Bayern gab es schon fünf Fälle. Das Gesundheitsamt SBK musste noch keine Fälle verzeichnen.

Was nicht heißt, dass die Plagegeister nicht schon aktiv sind – laut RKI gelten fast alle Landkreise in Baden-Württemberg als FSME-Hochrisikogebiete, auch der SBK. Das Landratsamt gibt aber Entwarnung: „Unser Gesundheitsamt schätzt die Wahrscheinlichkeit, nach einem Biss infiziert zu werden, als eher gering ein.“ Das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg beziffert die Wahrscheinlichkeit einer FSME-Infektion nach einem Biss auf circa ein bis zwei Prozent.

Prognose nicht möglich

Eine Einschätzung, wie hoch die Dunkelziffer von FSME-Erkrankungen ist, könne das Gesundheitsamt nicht machen. Da die Infektion auch mild und mit unspezifischen Symptomen verlaufen können, merken gar nicht alle Erkrankten davon. Das gleiche gelte für Borreliose-Infektionen.

2023 habe es im Landkreis keine Borreliose-Meldung gegeben, FSME-Meldungen habe es sieben gegeben.

Eine Voraussage für die Saison 2024 könne das Gesundheitsamt SBK nicht treffen.

Minister empfiehlt Schutz

„FSME ist eine Viruserkrankung, bei der es keine Therapiemöglichkeiten gibt. Der beste Schutz gegen eine FSME-Infektion ist die Impfung. Die Impfung wird allen Personen empfohlen, die sich in Risikogebieten häufig in der Natur aufhalten oder zum Beispiel eine Wanderreise in ein FSME-Risikogebiet planen“ , lässt Manne Lucha (Grüne), Gesundheitsminister des Landes Baden-Württemberg, wissen. „Gemeinsame Studien des Landesgesundheitsamtes mit dem Robert Koch-Institut haben gezeigt, dass nach dreifacher Impfung ein circa 97-prozentiger Schutz vor FSME besteht.“

Für den kompletten Impfschutz sind drei Impfungen notwendig. Daher sollte sich schon frühzeitig vor der Saison um einen vollständigen Schutz gekümmert werden.

Zeckenstiche vermeiden

Laut infektionsschutz.de, eine Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, seien Zecken ab circa sieben Grad aktiv. Besonders in Wäldern und hohen Wiesen sind sie zu finden. Daher gilt es bei Aufenthalten in der Natur präventive Maßnahmen zu treffen. Geschlossene Schuhe, lange Hosen, Oberteile und Socken seien zu empfehlen, am Besten so hell wie möglich. Dann lassen sich die dunklen Zecken besser auf der Kleidung erkennen. Außerdem können Zeckenschutzmittel helfen.

Wer im Wald auf Tiere stößt, sollte diese unter keinen Umständen anfassen, da auch sie Zecken tragen können.

Nach einem Aufenthalt in der Natur ist es ebenfalls empfehlenswert, Körper und Kleidung nach Zecken abzusuchen. Besonders weiche Hautstellen mögen die Blutsauger – Achseln, Intimbereich, hinter den Ohren, Arm- und Kniebeugen sowie Haaransatz. Wer mit Hunden unterwegs war, sollte auch diese absuchen, denn sie können ebenfalls erkranken.

Was tun bei einem Biss?

Nach einem Biss sollte die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden – am Besten mit einer Pinzette oder speziellen Instrument für Zeckenentfernung. Möglichst nah an der Haut solle die Zecke dabei gepackt und gerade, ohne drehen, herausgezogen werden.

Um den Biss bildet sich eine kreisförmige Rötung – ein Indiz für eine Borreliose-Infektion. Foto: © androsov858 – stock.adobe.com

Die Einbissstelle gilt es in den folgenden Wochen zu beobachten. Bildet sich eine kreisförmige Rötung um die Einstichstelle, kann dies auf eine Borreliose-Infektion hindeuten. Wichtig ist die Kreisform, eine normale Rötung bei Bissen ist zu erwarten. FSME-Infektionen verlaufen, laut Gesundheitsministerium, oft symptomlos. Bei etwa einem Drittel der Infizierten komme es zu grippeartigen Symptomen, bei fünf bis zehn Prozent komme es nach einer symptomfreien Zeit zu Hirnhaut- und Gehirnentzündungen. Da es bei FSME, im Gegensatz zu einer Borreliose, keine Therapiemöglichkeit gebe, seien Prävention und Impfung der beste Weg, um sich zu schützen.