Starkregenrisikomanagement gewinnt vor dem Hintergrund des Klimawandels an Bedeutung. Für Epfendorf liegen Gefahrenkarten vor.
Bereits im Oktober 2022 hatte der Epfendorfer Gemeinderat die Durchführung eines Starkregenrisikomanagements beschlossen, das nach der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft mit 70 Prozent gefördert wird.
Zwischenzeitlich wurde dem Gremium die Vorgehensweise zur Erstellung einer gemeinsamen Starkregenrisikomanagementkonzeption für die Gemeinden Bösingen und Epfendorf und auch die Zwischenergebnisse vom Ingenieurbüro Markus Heberle aus Rottenburg vorgestellt. Bei der jüngsten Sitzung im Epfendorfer Rathaus präsentierte Heberle die Ergebnisse der Untersuchungen.
Die Risikobereiche
Der Fachmann zeigte anhand von Starkregengefahrenkarten auf, an welchen Stellen bei Starkregen das Wasser oberflächlich abfließt, sich sammelt, oder wo Überflutungen entstehen können. Dabei betrachtete er zum einen die Auswirkungen bei Flusshochwasser, aber auch das Geschehen bei wild abfließendem Oberflächenabfluss außerhalb der Gewässer. Heberle stellt auf den Karten zudem beispielsweise die Überflutungsausdehnungen und -tiefen oder auch die Fließgeschwindigkeit dar und präsentierte eine Abflussanimation.
Bei seiner kommunalen Risikoanalyse zeigte Markus Heberle besonders risikobehaftete Siedlungsbereiche, Gebäude und technische Infrastrukturen – wie Verkehrs- oder Ver- und Entsorgungsanlagen – im Gemeindegebiet auf. Dazu gehören neben dem Rathaus und der Feuerwehr in der Ortsmitte auch das Bauhofgelände sowie weitere Objekte und die Verdolungen im gesamten Gemeindegebiet. Für die betroffenen Stellen wurden Risikosteckbriefe erstellt, um gegebenenfalls schnell und effizient handeln zu können.
Kein 100-Prozent-Schutz
In seinem Handlungskonzept erklärte Heberle, wie durch angepasste Flächennutzung und -freihaltung Schadenspotenziale gemindert werden können. Aber auch durch kommunale bauliche Maßnahmen und Vorsorge durch Gebäudebesitzer können Schäden verhindert werden.
In seinem Fazit erläutert er nochmals, dass in Epfendorf und seinen Teilgemeinden durchaus einige Gefährdungsbereiche vorhanden sind. Das Handlungskonzept ziele auf eine Verbesserung des Schutzes vor Starkregen ab, einen 100-prozentigen Schutz könne es jedoch nicht geben, erklärte Markus Heberle. Man müsse gewisse Maßnahmen priorisieren, planen und umsetzen, führte er weiter aus: Das Starkregenrisikomanagement sei eine Daueraufgabe, die nicht mit dem Konzept ende.
Der Gemeinderat nahm die Ergebnisse des Starkregenrisikomanagements zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung die im Handlungskonzept dargestellten Maßnahmen im Rahmen der künftigen Haushaltsplanungen zu berücksichtigen und eine Umsetzung nach Maßgabe der finanziellen Möglichkeiten zu prüfen.
Für Dienstag, 16. Juni, ab 18.30 Uhr ist eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema im Sitzungssaal des Epfendorfer Rathauses geplant, zu dem die Bürgerschaft eingeladen ist. Hier soll es auch Anregungen geben, wie das eigene Haus besser gegen Starkregen- und Überflutungsschäden geschützt werden kann. Auf Anfrage von Gemeinderätin Jutta Becker-Bob erklärte Markus Heberle, dass es derzeit noch keine offizielle Stelle gebe, bei der sich Bürger über Schutzmaßnahmen fürs Eigenheim erkundigen könnten.