Bei Starkregen tritt der Teufenbach immer wieder über sein Bachbett hinaus. Foto: Herzog

Für weitere Leistungen bei der Erstellung eines Starkregenrisikomanagementkonzepts hat der Gemeinderat den bestehenden Vertrag mit dem Ingenieurbüro BIT um 2560 Euro aufgestockt.

Eschbronn-Mariazell - Wie Bürgermeister Franz Moser in der jüngsten Ratssitzung erinnerte, haben die Gemeinderäte von Dunningen und Eschbronn im September 2019 gemeinsam das Ingenieurbüro BIT aus Villingen-Schwenningen beauftragt, ein kommunales Starkregenrisikomanagement vorzunehmen.

Eschbronns Anteil von 36700 Euro sei vom Land 70 Prozent gefördert worden. Die Regenfälle in den zurückliegenden Wochen hätten einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig ein solches Konzept und dessen spätere Umsetzung seien. Im März 2020 habe das Land eine Ergänzung zum bestehenden Leitfaden des Starkregenrisikomanagements herausgegeben, demzufolge eine vertiefte Bearbeitung gegenüber der bisherigen Vorgehensweise geplant sei.

Erfahrungen aus der Versicherungswirtschaft

Nun müssten auch thematische digitale Karten erstellt und Altlasten vertiefend untersucht werden, weshalb der bisherige Auftrag ergänzt werden müsse. Die erweiterte Risikoanalyse soll auch auf Projekte angewendet werden, die noch nicht abgeschlossen seien, berichtete der Bürgermeister. In den vergangenen Jahren hätten durch Starkregenniederschläge verursachte Überschwemmungen zu erheblichen Sachschäden geführt und auch Menschenleben gefordert.

Erfahrungen aus der Versicherungswirtschaft zeigten auf, dass neben Hochwasserschäden durch ausufernde Gewässer ein vergleichbarer Anteil der versicherten Überflutungsschäden durch Starkregenereignisse verursacht werde. Die großen Wassermengen, die meist über den Bemessungsgrenzen der Kanalnetze lägen, setzten größere Flächen schnell unter Wasser. Vor allem die Bebauung und Infrastruktur in Senken könnten erheblich geschädigt werden. In der Gemeinde seien beispielsweise die Bereiche Ziegelhütte, Oberlocherhof-Schachen und der Teufenbach in der Ortsmitte Locherhof immer wieder von Überflutungen betroffen gewesen, zuletzt beim Hochwasser 2013, blickte Moser zurück.

Abschlussbericht im Herbst

Die Vorhersage lokaler Starkregenereignisse sei nur sehr ungenau möglich und nur als Vorwarnung geeignet. Diese Unsicherheiten wiederum erschwerten geeignete Vorsorgemaßnahmen. Hinzu komme das bislang geringe Risikobewusstsein von Kommunen und Einwohnern. Dieses steige meist erst nach einem Ereignis, um dann wieder schnell abzunehmen. Es sei deshalb die Aufgabe der Gemeinde, das Risikobewusstsein zu sensibilisieren und zu verbessern. "Das Starkregenrisikomanagement ist als kommunale Gemeinschaftsaufgabe zu verstehen, um entscheidend zur Vorsorge und Bewältigung von Starkregenereignissen und zur Schadensbegrenzung beizutragen. Ich wünsche mir, dass uns das Ingenieurbüro BIT handlungsfähige Konzepte vorstellt", drückte der Bürgermeister seine Hoffnungen aus.

Rat Rainer Scheck erkundigte sich nach einem Zwischenbericht. Einen solchen, so Moser, könne er anfordern. Geplant sei, dass BIT im Herbst diesen Jahres einen Abschlussbericht im Ratsgremium vorbringe.

Christoph Meyer-Sander wünschte sich eine Gewässerschau, die vom Natur- und Umweltschutzamt angekündigt worden sei. Laut Bürgermeister, werde er nach einem Personalwechsel bei der Behörde mit dem Nachfolger in Kontakt treten. "Ich weiß aber jetzt schon, dass Holzablagerungen und Einbauten am Gewässerufer ein Problem darstellen, weil dies den Abfluss hemmt und zu gefährlichen Stauungen führt. Hierzu zählen auch Baumstümpfe und Hecken", sagte Moser.

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