Rheintalbahn: Ringsheimer Bürgerinitiative positioniert sich klar / Bürgermeister stärkt Vorstand den Rücken

Die Ringsheimer Bürgerinitiative (BI) Bahn plädiert für den Neubau der ICE-Trasse an der Autobahn, zusammen mit der neuen Güterzugtrasse. Rückendeckung erhält sie dabei von der Gemeinde, wie bei der Hauptversammlung deutlich wurde.

Ringsheim. Der von der Bahn geplante viergleisige Ausbau des Nah- und Fernverkehrs durch die Gemeinden wird von der BI Ringsheim abgelehnt. Wie schon andere Bürgerinitiativen entlang der Rheintalbahn aus Kenzingen, Herbolzheim und Mahlberg deutlich gemacht haben, hätten sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändert, wurde bei der Versammlung argumentiert. "Wir sind dadurch wachgerüttelt worden", sagte Benno Heitzmann vom Vorstandsteam der Ringsheimer BI.

Zusätzliche Überhol- und Abstellgleise an der Autobahn sowie der viergleisige Ausbau an der Bestandsstrecke seien nach Ansicht der BI nicht erforderlich. Zwei Gleise für den Güterverkehr und zwei für die ICE-Schnelltrasse parallel zur Autobahn seien ausreichend und flächenschonender.

Die Planungen der Bahn sehen für die Strecke Orschweier-Kenzingen den Neubau von vier Gleisen im Bestand und vier Gleise an der Autobahn vor, auf beiden Strecken sind jeweils Überhol- und Abstellgleise vorgesehen.

"Die Gemeinde steht zu 100 Prozent hinter der BI Ringsheim", sagte Bürgermeister Pascal Weber, obwohl seine persönliche Meinung und die des Gemeinderates eine andere ist, wie bei der vergangenen Gemeinderatssitzung deutlich wurde. Hier werde ein "Fass aufgemacht", das das bisher Erreichte wieder in Frage stellen könnte. Besonders der von Politik und Bahn abgerungene Lärmschutz könnte passé sein. Weber befürchtet auch eine Verschärfung des Konflikts mit anderen Gemeinden, Stichwort "Grafenhausener Erklärung".

Lärmschutzwände würden deutlich höher

Rast der ICE mit Tempo 250 durch die Ortschaften, bedeute das massive Erschütterungen für Gebäude in bis zu 35 Meter Entfernung, so Lydia Schütte, Mitglied im Projektbeirat und im regionalen Begleitgremium. In Ringsheim wären 30 bis 40 Häuser davon betroffen. Hinzu käme eine hohe Lärmbelästigung, so die Prognose der BI. 24 Weichen zwischen Offenburg und Kenzingen seien eine zusätzliche Betriebsgefahr für Schnellverkehrszüge, argumentierte Benno Heitzman. Die Lärmschutzwände würden statt bisher drei dann fünf Meter hoch werden. Dabei, so die BI, könne der ICE auf der 100 Kilometer langen Strecke zwischen Basel und Kenzingen rein technisch lediglich auf einer Strecke von 60 Kilometern Tempo 250 erreichen.

Unabhängig von der Entwicklung soll es in Ringsheim einen neuen, nach Norden versetzten ICE-tauglichen Bahnhof geben, um die erwarteten rund eine Million Europa-Park-Besucher, die mit der Bahn anreisen, aufnehmen zu können. Konkrete Entwürfe sehen eine großzügige Anlage mit Busbahnhof vor. Die BI plädiert wegen der Nähe zum Wohngebiet für den Erhalt der bisherigen Fußgängerunterführung. Sollten Politik und Bahn dem Wunsch der BIs folgen, soll es an der Autobahn diesen sogenannten Veranstaltungsbahnhof geben.

Die Neuwahl des Vorstandsteams der Ringsheim Bürgerinitiative Bahn ergab keine Änderung. Zum Team gehören weiterhin Claudia Toni, Lydia Schütte, Karla Mönch, Benno Heitzmann sowie Beisitzerin Karina Florido Martins.