Jetzt ist es amtlich. Die Stimmen wurden ausgezählt. Foto: Jörg Braun

818 Bürger sind zur Urne gegangen.

Ringsheim - Die Gemeinde Ringsheim kann bei Bedarf ein neues Heim für Flüchtlinge in der Ruster Straße bauen. Das ist das Ergebnis des Bürgerentscheids vom Sonntag. Die Gegner des Flüchtlingsheims unterlagen deutlich. Nach vielen Monaten mit teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Gemeindeverwaltung und der Gegnergruppe, die ein neues Flüchtlingsheim in der Ruster Straße unweit des Bahnhofes verhindern wollte, gibt es nun Klarheit: Die Gemeinde Ringsheim könnte ein solches Heim für die Anschlussunterbringung von bis zu 50 Flüchtlingen bauen.

Theoretisch. Denn sie hat zwischenzeitlich aktuell gar keinen Bedarf für ein solches Heim. 1914 Ringsheimer waren am Sonntag zur Abstimmung aufgerufen. Tatsächlich sind aber lediglich 818 Bürger zur Urne gegangen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 42,74 Prozent. 558 Bürger oder 68,2 Prozent hatten sich am Sonntag für den Bau eines Flüchtlingsheims ausgesprochen. 259 Bürger oder 33,6 Prozent hatten gegen das Projekt gestimmt. Im Vorfeld hatte der neue Bürgermeister Pascal Weber auf Kooperation in dieser strittigen Thematik gesetzt. Sein Amtsvorgänger Heinrich Dixa hatte mit den aufgebrachten Gegner noch kräftig Ärger und rechtliche Prüfungen angedroht bekommen gehabt. Sie hatten der Verwaltung formale Fehler vorgeworfen.

Weber hatte gleich nach der Amtsübernahme im Dezember nach Alternativlösungen Ausschau gehalten. Zum Neujahrsempfang hatte er eine Kombinationslösung präsentiert: Wir bringen einen Teil der Flüchtlinge in privaten Wohnungen und Häusern unter und den Rest im einstigen Gasthaus „Ochsen“. Damit sind alle derzeitigen Asylsuchenden versorgt. Sollten in einer nicht zu erwartenden weiteren Welle noch mehr Flüchtlinge Ringsheim zugewiesen werden, könnte man dann das Heim in der Ruster Straße bauen.