Die maroden Wasserleitungen werden in diesem Jahr ersetzt. Foto: Pfannes

Der zweite Bauabschnitt des Großvorhabens Ringleitung beginnt. Die Wasserleitung von Dietingen nach Irslingen soll bis August fertiggestellt werden.

Lange angekündigt war die Erneuerung und Modernisierung der Wasserleitungen des Zweckverbands Oberer Neckar (ZVON), der unter anderem die Gemeinde Dietingen und deren Teilorte mit Wasser beliefert. Die alten Leitungen sind seit Jahren marode, die Hochbehälter ebenso in die Jahre gekommen. Entstanden ist dadurch ein Großvorhaben, dessen Vollendung sich über mindestens acht Jahre erstrecken soll: eine Ringleitung für das Verbandsgebiet Oberer Neckar.

In diesem Jahr ist nun der zweite Bauabschnitt, auf der Gemarkung Irslingen, auf dem Plan. Gerd Schill von Fritz Planung aus Bad Urach erklärt dem Gremium und den anwesenden Bürgern in einer vergangenen Ortschaftsratssitzung: Der Hochbehälter gehört künftig der Vergangenheit an, ebenso wie weitere fünf Hochbehälter im Bereich der neuen Ringleitung.

Im vergangenen Jahr sei bereits der erste Bauabschnitt von Neukirch nach Dietingen vollendet worden, dieser soll „schon bald“ in Betrieb genommen werden. Weiter geht es nun also mit der Leitung von Dietingen nach Irslingen. Diese soll entlang der vorhandenen Wasserleitungen und entlang vorhandener Wirtschaftswege verlegt werden, sagt Schill. Parallel werden Kabelrohre für Glasfaser verlegt, die für die Überwachung der Anschluss-Schächte benötigt werden.

Hochbehälter wird stillgelegt

Laut Planung soll der zweite Bauabschnitt bis August vollendet sein. Dieser werde dann zeitnah aktiviert, nicht erst im Jahr 2027, wenn das komplette Ringsystem fertig ist. Für den künftig vakanten Hochbehälter auf der Gemarkung Irslingen gebe es noch kein Nachnutzungskonzept, sagt Schill auf Nachfrage eines anwesenden Bürgers.

Das neue Konzept soll die Versorgungssicherheit der Verbandsmitglieder Dietingen, Irslingen, Böhringen, Gößlingen, Zimmern unter der Burg, Vaihingerhof und Neukirch gewährleisten. Einzig und allein der Hochbehälter in Neukirch soll bleiben, und nach grundlegender Modernisierung alle umliegenden Ortschaften mit Wasser versorgen.

In acht Jahren soll die gesamte Ringleitung mit einer Länge von 19,6 Kilometern in sieben Bauabschnitten erbaut werden, sagt Schill. Nach Fertigstellung in sieben Jahren rechnet der Zweckverband mit Gesamtkosten von etwa zehn bis zwölf Millionen Euro.

Wasserhärte und Druck bleiben unverändert

Entgegen den Befürchtungen vieler Bürger ändere sich für die Verbraucher aber erst einmal nichts, betont Schill. Der Wasserdruck in Irslingen bleibe trotz fehlendem Hochbehälter unverändert: Das Wasser werde mit dem selben Druck beim Einspeisungspunkt auf der Gemarkung Irslingen ankommen, wie es zuvor aus dem Hochbehälter gekommen sei. Zudem sei Irslingen eingeteilt in eine Nieder- und Hochzone, um den Wasserdruck je nach Höhenlange anzupassen.

Auch bei der Wasserhärte kommen laut Schill keine Veränderungen auf den Verbraucher zu: Das Mischverhältnis, aus dem härteren Wasser der eigenen vier Quellen und dem weichen Bodenseewasser, bleibe auch mit der kommenden Ringleitung konstant – so dass die Wasserhärte in Irslingen bei 14 bis 15 Grad dH bleibt.

Zweckverband Wasserversorgung Oberer Neckar

Zum Wasserzweckverband
gehören auch die Teilorte Zepfenhan, Feckenhausen, Neufra, Wellendingen, Lauffen ob Rottweil und die Gemeinde Frittlingen. Insgesamt beziehen mehr als 13 000 Einwohner ihr Wasser aus den „Neckarburg“-Quellen.