An Dramatik kaum zu überbieten war der letzte Wettkampf des AB Aichhalden in der Oberliga. Zur Pause lagen die ABA-Ringer fast schon aussichtslos zurück. In einem wahren Herzschlagfinale drehte man den Kampf und gewann mit 15:14 gegen den KSV Neckarweihingen.
AB Aichhalden – KSV Neckarweihingen 15:14. Dabei hatte es nicht nur der Verlauf des Wettkampfes insgesamt in sich, sondern jedes einzelne Mattenduell bot Spannung pur. Zur Pause sahen die Gastgeber ihre Felle schon davon schwimmen, lag man 4:13 zurück.
In der Ausbeute fehlten einige Punkte, die man sich im Vorfeld ausgerechnet hatte. Dazu gehörten die Schulterniederlagen von Dumitru Florea (61kg, Freistil) und Roman Brüstle (98kg, gr.-röm.).
Florea stand gegen Kastriot Sedolli vom KSV Neckarweihingen bei einer 17:2-Führung zu Beginn der zweiten Runde kurz vor einem Überlegenheitssieg, brach dann aber ein und wurde auf den Schultern besiegt. Roman Brüstle geriet aus eigenem Vorteil in eine gefährliche Lage und wurde vom routinierten Achim Vollmer der Gäste ebenfalls geschultert.
Zu Beginn kam Oleg Deli (57kg, gr.-röm.) mangels Gegner kampflos zum „Vierer“. Michael Manea (130kg, Freistil) hielt seinen Kampf gegen Stefan Kamochij trotz leichtem Handicap offen und gab beim 3:4 nur einen Punkt ab. Im fünften Mattenduell hatte Leo Klement (66kg, gr.-röm.) keine Chance, den 20:2-Überlegenheitssieg von KSV-Athlet Daniel Schweng zu verhindern. „Das hatten wir uns anders ausgerechnet“, meinte ABA-Vorsitzender Eduard Janesch zum 4:3-Pausenrückstand.
Nach der Pause geht es rund
Doch was wohl die wenigsten der 350 Zuschauer in der Josef-Merz-Halle für möglich hielten, nahm im zweiten Durchgang seinen Lauf. Einer Initialzündung gleich kam der Sieg von Leon Liedgens (86kg, Freistil) für die ABA-Staffel, dass da noch lange nichts verloren ist. Mit Viktor Schlegel hatte Liedgens einen starken Kontrahenten, der zehn Sekunden vor dem Schlussgong 4:1 vorn lag, sich seiner Sache wohl schon zu sicher war. Mit zwei tollen Aktionen am Mattenrand drehte der ABA-Ringer das Duell noch mit 5:4 zu seinen Gunsten. Die Kulisse war da.
Felix Rebstock mit Schultersieg
Als nächstes „lieferte“ Stefan Brugger (71kg, Freistil), auch wenn er sich mit Levi Ulamec einen zähen Fight lieferte, aber mit kleinen Wertungen zum 4:1-Sieg kam. Die Halle war endgültig am „kochen“, als Felix Rebstock (80kg, gr.-röm.) eine „Vierer“ auf das ABA-Konto holte. Rebstock bestimmte mit tollen Aktionen das Geschehen gegen Nils Weber und hatte den KSV-Ringer Sekunden vor Ende der ersten Runde auf den Schultern besiegt. Beim 11:13-Zwischenstand war der AB Aichhalden wieder dran und hatte ja noch zwei Top-Ringer aufzubieten.
Lorenz Brüstle verteidigt clever
Zwar stand ABA-Trainer Lorenz Brüstle (75kg, gr.-röm.) mit Piotr Stolarczyk ein Hochkaräter gegenüber, doch Brüstle agierte defensiv äußerst clever. Er verkürzte in der 4. Minute auf 3:5 und verteidigte diesen knappen Rückstand, ließ keine Aktion mehr des KSV-Athleten zu, der sich mit einem Punkt begnügen musste. 11:14-Rückstand für den AB Aichhalden vor dem letzten Duell, hoffte man im Lager der Gastgeber, dass Dimitru Tulbea (75kg, Freistil) seinen fast schon gewohnten „Vierer“ holt.
Obwohl Tulbea durch eine Nasenverletzung aus dem Kampf in Herbrechtingen etwas eingeschränkt war, agierte er gegen Andranik Ovsepian im Stile einer Maschine, steuerte in der ersten Runde einem Überlegenheitssieg zu.
Alles wartet auf „Vierer“ durch Dumitru Tulbea
Bei 15:1-Führung konnte der Gäste-Ringer dies noch verhindern, da er eine Vierer-Wertung durchbrachte und auf 15:5 verkürzte. Mit 19:5 für Tulbea ging es in die zweite Runde. Die ABA-Fans machten Stimmung wie selten und fieberten dem noch fehlenden Punkt zum TÜ entgegen. 61 Sekunden vor Kampfende die Erlösung, gelang dem ABA-Topathleten die alles entscheidende Aktion zum 21:5-Überlegenheitssieg.
„Wir haben sehr schlecht angefangen in der ersten Halbzeit. Doch dann haben die Ringer alles gegeben, bis zum Schluss gefightet. Und die Gegner waren wirklich stark. Als wir wieder dran waren, hat es zwei Minuten gedauert, bis Dumitru Tulbea der erlösende eine Punkt zum Überlegenheitssieg gelang. Somit gehen wir mit einem positiven Gefühl in das nächste Jahr“, zeigte sich Daniel Eberhardt vom ABA-Trainerteam sichtlich erleichtert, dass der Heimsieg zum Saisonabschluss gelang..