Vor ziemlich genau fünf Jahren, am 16. April 2016, ist die Schülermannschaft des KSV Tennenbronn Deutscher Mannschaftsmeister geworden. Derzeit wird die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des KSV wie bei allen Vereinen durch den Lockdown ausgebremst. Foto: Moosmann

Praktisch alle Sportvereine spüren die negativen Auswirkungen durch den gefühlt endlosen Lockdown. Vor allem was die Kinder und Jugendlichen betrifft. Ringer der Aktiven (Regionalliga/Landesliga) dürften mit dieser Ausnahmesituation letztlich zu recht kommen. 

Aber was ist mit den Mannschaften aus der Nachwuchsabteilung? "Der geringe Trainingsumfang auf der Matte trifft ja mehr oder weniger alle gleich. Ich sehe die Probleme nicht nur bei uns sondern eher gesellschaftlich", so die Einschätzung von Fabian Reiner, der beim KSV Tennenbronn selbst seit der Jugend den Ringersport ausübt.

Ob durch den Stillstand negative Auswirkungen im Nachwuchsbereich zu befürchten sind, sagt der KSV-Ringer: "Kinder haben einen besonders hohen Drang nach Bewegung und sozialer Interaktion. Die derzeitigen Einschränkungen sind ihnen besonders schwer zu vermitteln, wo man doch in "nicht-Corona-Zeiten" eher Gegenteiliges versucht beizubringen. Ich hoffe sehr, dass Kinder und Jugendliche dieser Generation sich auch weiterhin für Sport und Kameradschaft begeistern lassen."

Und Alexander Fichter, Vorsitzender des Kraftsportvereins Tennenbronn, betont: „Tatsächlich betrachten wir die Gesamtsituation für die Sportart Ringen mit gemischten Gefühlen. Sehr viele Vereine waren bereits vor der Corona-Pandemie an ihren Grenzen und haben mit viel Mühe alles am Leben erhalten. Die Auswirkungen sind auch für uns dahingehend nicht absehbar, was hier alles passiert bzw. welche Vereine es weiterhin schaffen werden." Der KSV Tennenbronn zählt nicht nur in Südbaden zu den Top-Vereinen, ist auch deutschlandweit eine erste Adresse, wenn es um die Ausbildung der Jugend geht, was unzählige Meistertitel belegen.

Damit es zu keinem Bruch in der erfolgreichen Nachwuchsarbeit geben wird, setzt man beim KSV Tennenbronn auf Konzepte und Alternativen. "Das Bestreben ist hierbei vor allem den persönlichen Kontakt nicht abreißen zu lassen. Außerdem wird versucht, das Training nach Möglichkeit abwechslungsreich zu gestalten, was zugegebenermaßen nicht ganz einfach ist. Neben dem Online-Training wird beispielsweise mit einer App gearbeitet, die für Joggen, Work-Outs etc. Punkte vergibt, was wiederum Prämien in Form von kleinen Geschenken zur Folge haben kann. Es ist erstaunlich welche körperlichen Fähigkeiten Kinder selbst in jungen Jahren haben können", erklärt Fabian Reiner.

Dennoch befürchtet Alexander Fichter, dass ein negativer Einfluss auf die Nachwuchsarbeit wird generell kaum zu verhindern sei. Der KSV-Vorsitzende betont aber: "Wir tun alles dafür, diesen so gering wie möglich zu halten. Die ultimative Lösung besitzen wir selbst jedoch auch nicht. Die Möglichkeiten aus der Corona Verordnung sind Inzidenz abhängig und beziehen sich, wenn etwas erlaubt ist, auf kontaktloses, Outdoor-Training. Das ist in diesem Rahmen für uns Ringer Neuland, da wir ja auf Hallentraining mit Kontakt ausgerichtet sind."

Für Fichter wird es essenziell sein, "dass wir gleichzeitig zu anderen Sportarten ein attraktives Angebot an Training und Aktivitäten anbieten können, da ein Training mit Kontakt erst nachgelagert, möglich sein wird."

Zuversichtlich macht den KSV-Vorsitzenden: "Unser Trumpf ist auch hier wieder unser sehr gutes Trainer- und Helfer-Team. Im Team mangelt es nicht an Ideen und wir scheuen auch hier keinen Aufwand für die Umsetzung. Was uns sehr optimistisch stimmt ist die Tatsache, dass bei allen Angeboten, die wir machen konnten, sofort wieder fast alle Schüler und Bambini teilgenommen haben." Für Alexander Fichter zeigt sich damit "das Vertrauen der Eltern in unsere Arbeit und natürlich auch der Bedarf bei den Kindern. Deshalb blicken wir zuversichtlich in die Zukunft und nehmen, wie immer, die Herausforderung an."

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