Straßenszene in China Foto: Pixabay/Yang Guang Wu

Ganz wörtlich darf man diesen Titel nicht nehmen. Doch Anna Maria Klünter erzählte so lebendig und anschaulich von ihrem dreijährigen Aufenthalt in dem Riesenreich, dass sie die rund 60 Zuhörer restlos in ihren Bann schlug.

Die Referentin ist promovierte Agraringenieurin und war von 2013 bis 2016 für die Dutch State Mines mit dem Aufbau und Start eines Forschungszentrums für Tierernährung in Bazhong, etwa 100 Kilometer von Peking – jetzt Beijin – entfernt.

 

Ursprünglich aus dem Rheinland stammend, lebt sie seit vielen Jahren im Markgräflerland. Das Team der Herbstzeitlosen hatte es sich nicht nehmen lassen, den Saal des Gewölbekellers möglichst stilgerecht chinesisch auszuschmücken.

Wie das chinesische Bildungssystem funktioniert

China ist der viertgrößte Staat der Erde und hat etwa 1,4 Milliarden Einwohner, davon leben rund 260 Millionen in den 15 Riesenstädten wie Chongqing, Shanghai oder Beijin. China gilt für Ausländer und auch für Frauen als ein sicheres Land. Bildung und Ausbildung entsprechen ungefähr dem deutschen Standard. Die Abschlussprüfung in der Sekundarstufe über den Zugang zu den renommierten Universitäten des Landes. Kultur und Geschichte sind geprägt durch eine nationalistische Sichtweise. Kritik an der Kommunistischen Partei Chinas wird als Angriff auf das Volk verstanden.

Kaiserreich bestand Tausende von Jahren

Tausende von Jahren bestand das chinesische Kaiserreich trotz wechselnder und kriegerischer Auseinandersetzungen der Dynastien.

Mit dem Bau der Großen Mauer zur Grenzsicherung wurde 221 vor Christus begonnen, in Zwangsarbeit wurden 21 196,18 Kilometer fertig gestellt. Foto: Pixabay

Mit dem Ende der Qing Dynastie unter dem letzten Kaiser Puyi wurde die Republik China ausgerufen, die von 1928 bis 1949 bestand und im Zweiten Weltkrieg eine riesige Opferzahl zu beklagen hatte, wohl auch durch die japanische Besetzung, die noch heute die Beziehung beider Länder trübt. Danach übernahmen die Kommunisten unter Mao Zedong die Macht, während die Nationalisten mit Chiang Kai-shek auf die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan flüchteten. Seit dem 1. Oktober 1949 besteht somit die Volksrepublik China, die sich inzwischen zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt entwickelt hat.

Pivate Fotos geben lebendige Einblicke

Klünter hatte auch private Fotos ihres Aufenthaltes in der Millionenstadt sowie von Reisen durch das Land mitgebracht. In Beijin herrschen im Winter schon mal minus 15 Grad, im Sommer bis zu fünfunddreißig Grad. Geheizt wird vielfach noch mit Kohle, was dann für einen schier undurchdringlichen Smog zwischen den Hochhäusern sorgt. Noch immer sind Handwerker mit ihren mobilen Werkstätten als Schuhmacher, bei der Reparatur von Fahrrädern und sogar als Friseure am Straßenrand zu sehen. In den Parks der Stadt wird musiziert und getanzt oder Sport getrieben: Die Wohnungen sind klein und das Leben findet auf der Straße statt.

Der Vortrag von Anna Maria Klünter im Gewölbekeller des Alten Rathauses stieß auf große Begeisterung. Foto: Carolin Lefferts

Selbstverständlich darf ein Besuch des Kaiserpalastes und der Verbotenen Stadt mit ihren wunderbaren und farbenprächtigen Malereien und geschnitzten Verzierungen nicht fehlen.

Prächtiges Neujahrsfest

Gewaltig ist das chinesische Neujahrsfest im Februar, das fast eine Woche dauert und mit riesigem Feuerwerk, mit Löwentanz und gewaltigem Lärm die Straßen füllt. Die Herbstzeitlosen waren rundum begeistert von Klünters Vortrag und wünschen sich schon bald eine Fortsetzung.