Schuttertal kann die Investitionen in die Wasserversorgung nicht mehr selbst finanzieren. Ein Kredit in Höhe von 600 000 Euro wird nötig. Das Geld fließt in zwei „Riesenprojekte“.
Die Wasserversorgung in Schuttertal soll langfristig gesichert werden. Dafür nimmt die Gemeinde Geld in die Hand, und zwar nicht wenig: Weit mehr als eine Million Euro werden für „immense Maßnahmen“, so Bürgermeister Matthias Litterst, fällig. Nun ist klar: Die Investitionen können nicht aus Eigenmitteln heraus finanziert werden. Die Gemeinde schlug deshalb dem Gemeinderat vor, ein Darlehen in Höhe von 600 000 Euro aufzunehmen.
Kämmerin Lisa Kopf stellte vor, was in der Vergangenheit getan wurde und was in der Zukunft ansteht: Einige Maßnahmen, darunter der Anschluss des Seitentals Kambach oder der Austausch der Elektronik in allen drei Hochbehältern, seien bereits realisiert worden. Die Erschließung der Kreuzhaldenquelle, für die die Gemeinde allein in diesem Jahr einen Eigenanteil von 458 000 Euro zahlen muss, läuft auf Hochtouren (wir berichteten). Zudem steht die Erneuerung der Hauptleitung in Dörlinbach endlich an, wie bei der Sitzung ebenfalls besprochen wurde. „Wir möchten den Zeitpunkt nutzen, um ein Darlehen aufzunehmen. Die Rechtsaufsichtsbehörde hat das genehmigt“, informierte Kopf.
Kämmerin spricht von sehr guten Konditionen
Demnach will sich die Gemeinde eines Kredites aus dem Investitionsprogramm „Kommune direkt“ der L-Bank in Höhe von 600 000 Euro bedienen. Die Laufzeit soll 20 Jahre betragen. Kopf sprach von „sehr guten Konditionen“, wenngleich man noch örtliche Banken abfragen wolle, um die Wirtschaftlichkeit final zu beurteilen. Die Kämmerin geht jedoch davon aus, dass sich kein besseres Angebot als das der L-Bank findet. „Es sind zwei Riesenprojekte“, kommentierte der Bürgermeister. Bisher hätten die liquiden Mittel ausgereicht. „Das kann man mal eine Zeit lang machen, aber bei so vielen Maßnahmen halten wir das nicht ewig durch“, so Litterst.
Der Gemeinderat folgte einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung, einen Antrag zur Aufnahme des Darlehens zu stellen.
Ein Lichtblick: Beim zweiten „Riesenprojekt“ gibt es gute Nachrichten. Nicht nur steht das Projekt der neuen Wasserhauptleitung in Dörlinbach nun endlich in den Startlöchern, die Investition verschlingt auch nicht so viel Geld wie befürchtet. Zu verdanken ist dies der Aufteilung in drei Abschnitte. Eine große Maßnahme wurde „aus Kostengründen beerdigt“, erinnerte Litterst die Räte. Nun stellte das Igenieurbüro Siggelkow die neuen Pläne vor. Demnach sind für den ersten Abschnitt – Mühlweg, Blessingstraße und Herrenmatt – vier Angebote eingegangen. Das günstigste kam von der Willstätter Firma Kala-Erdbau, die der Gemeinde einen bedingungslosen Nachlass von fünf Prozent gewährt. Für die Gemeinde bleibt damit eine Netto-Investition von 366 000 Euro, was knapp 100 000 Euro weniger sind, als zunächst angenommen.
„Es hat sich das bewahrheitet, was wir uns durch die Aufteilung erhofft hatten. Es ist eine renommierte Firma, die weiß, was sie macht. Sie ist bereits in der Gemeinde tätig“, konstatierte der Bürgermeister zufrieden. Er versicherte zudem, dass die Arbeiten erst im Anschluss an das Theater Herrenländle starten werden. Die vier Aufführungen als Teil des Jubiläumsprogramms 800 Jahre Dörlinbach sind vom 11. bis 14. Juli angesetzt. Baustart der Maßnahme, die auf acht Monate angesetzt ist, soll demnach der 15. Juli sein. Der Gemeinderat stimmte geschlossen für die Auftragsvergabe an die Firma Kala-Erdbau.
Wassergebühren könnten 2026 steigen
Die hohen Kosten für die Sicherung der Wasserversorgung könnten künftig auch die Bürger zu spüren bekommen. Bürgermeister Matthias Litterst hatte bereits bei der Vorstellung der Arbeiten an der Kreuzhaldenquelle angekündigt, dass die Wassergebühren in Zukunft weiter steigen könnten. Zuletzt beschloss der Gemeinderat im Januar 2024, die Gebühren auf 2,88 Euro pro Kubikmeter für die Jahre 2024 und 2025 festzulegen. Neu kalkuliert wird somit im kommenden Jahr. Litterst betont regelmäßig, dass es nicht selbstverständlich sei, dass das Wasser aus dem Hahn plätschert und es in Schuttertal durch das weitläufige Wassernetz besondere Herausforderungen gebe. Deshalb seien die Wassergebühren nicht mit denen anderer Kommunen zu vergleichen.