Da kommt auf Oberndorf ein ordentlicher Batzen zu: Das Freibad muss grundlegend saniert werden. Rund 17,5 Millionen Euro soll das kosten. Nun hofft die Stadt auf Hilfe.
Es ist eine Summe, die man als Stadt nicht mal so eben aus dem Ärmel schüttelt: 17,5 Millionen Euro – und damit rede man nicht etwa von einer Erweiterung, sondern nur davon, das Freibad „im jetzigen Layout“ zu erhalten, machte Bürgermeister Matthias Winter im Gemeinderat deutlich. Die Rettung könnte nun ein Förderprogramm sein.
Mit dem Programm Sanierung kommunaler Sportstätten, das über drei Jahre läuft, will der Bund kommunale Projekte mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung fördern, von Sportstätten bis zu Hallen- und Freibädern.
Maximal acht Millionen Euro pro Projekt
Mittel in Höhe von insgesamt 333 Millionen Euro stehen dabei für die aktuelle Projektrunde zur Verfügung. Der Bund beteiligt sich mit bis zu 45 Prozent an den förderfähigen Kosten (maximal acht Millionen Euro), den Rest muss die Kommune stemmen.
Die Stadt Oberndorf hat bereits ihr Interesse bekundet und ein Planungsbüro mit der Erstellung der erforderlichen Projektskizze beauftragt. Nun fehlte nur noch das Votum des Gemeinderats für die Teilnahme am Projektaufruf.
6,6 Millionen Euro über Förderung möglich
Sollte der Antrag positiv beschieden werden, könnten bis zu 6,6 Millionen Euro an Förderung winken, was den Eigenanteil der Stadt Oberndorf an den rund 14,7 Millionen Netto-Kosten auf 8,1 Millionen reduzieren würde.
Wenn man die „freiwillig betriebene, aber sehr wertgeschätzte Einrichtung“ erhalten wolle, sei eine Sanierung unumgänglich, machte Bürgermeister Matthias Winter in der Sitzung am Dienstag deutlich.
36 Jahre auf dem Buckel
36 Jahre ist das Oberndorfer Freibad in seiner jetzigen Form schon in Betrieb. Die Ursprünge liegen schon wesentlich länger zurück, wie Aufnahmen aus dem Jahr 1963 zeigen. Handlungsbedarf sieht die Stadtverwaltung sowohl bei den Becken als auch bei den Umkleiden und der Rutsche.
Alles sei nun „mit heißer Nadel gestrickt“, um Fördermittel so früh wie möglich abgreifen zu können. So hätte Oberndorf – im schlechtesten Fall – die Chance, zwei weitere Male eine Förderung zu beantragen, falls der erste Versuch scheitern sollte.
Neubau ist keine Option
Auf Nachfrage von FWV-Stadtrat Dieter Rinker nach einem Plan B, wenn die Förderung auch dann ausbleiben sollte, meinte Winter, man könnte die Maßnahmen zeitlich staffeln, um die finanzielle Belastung zu entzerren, aber die Sanierungen müssten definitiv gemacht werden. Und: „Es kostet eben leider, was es kostet.“
Ein Neubau – nach dieser Option fragte CDU-Stadtrat Thorsten Ade – wäre nicht förderfähig, meinte Winter und wies darauf hin, dass man auch in der Vergangenheit schon mehrfach nennenswerte Summen in die Einrichtung investiert habe.
Entscheidung bleibt beim Gemeinderat
„Probieren kann man’s ja“, meinte Wolfgang Hauser (CDU) zur Teilnahme Oberndorfs am Projektaufruf. Selbst bei einer Förderzusage müsste der Gemeinderat die Umsetzung der Sanierung extra beschließen, da setze sich kein Automatismus in Gang, wurde von Seiten der Stadtverwaltung erklärt.
Also gebe man die Entscheidung ja nicht aus der Hand, folgerte Ruth Hunds (SPD). Da man in die Substanz investieren müsse, sei das Förderprogramm eine gute Chance, fand sie. Zumal die Förderkulisse für Freibäder ansonsten mau aussieht, wie die Stadtverwaltung deutlich machte.
In das Kinderbecken habe man ja bereits vor einigen Jahren investiert, rief Bernhard Maier (BfO) in Erinnerung. Irgendwo „ein Pflaster drauf zu kleben“ dürfe man nicht mit einer Sanierung verwechseln, erklärte Bürgermeister Winter, dass damals nur Ausbesserungsarbeiten erfolgt seien.
Eine Badesaison fällt ins Wasser
Klar ist bereits: Die Sanierungsmaßnahmen sollten laut Stadtverwaltung zeitlich eng aneinander umgesetzt werden. Dafür müsse im Freibad aber dann – „auch wenn’s ein Jahrhundertsommer wird“ – eine Badesaison ausfallen.
Der Gemeinderat gab einstimmig grünes Licht für die Teilnahme am Projektaufruf und hofft nun auf eine Förderzusage.