Freuen sich über den Baufortschritt im Richthofen-Park (von links): Thomas Kunz, Oberbürgermeister Jürgen Roth, Uwe Birk und Bürgermeister Detlev Bührer. Foto: Zimmermann

In Villingen wird kräftig gebaut. Hier entsteht in den nächsten Jahren viel Wohnraum. Sehr gut voran kommt der Richthofen-Park, das frühere Lyautey-Areal an der Richthofenstraße/Kirnacher Straße.

Villingen-Schwenningen - Baufortschritte und Planungen seien in der zweiten Halbzeit, erklärten die Vertreter der Deutschen Bauwert AG, Uwe Birk und Thomas Kunz, sowie Oberbürgermeister Jürgen Roth und Bürgermeister Detlev Bührer bei einer Ortsbesichtigung. Bis Mitte 2023 soll die Bebauung abgeschlossen sein.

Dann könnten 350 Wohnungen in historischen Gebäuden, modernen Neubauten und so genannten City-Cubus, die ebenso in moderner Art gebaut, aber durch die serielle Herstellung kostengünstiger sind, bezogen sein. 330 Wohnungen seien bereits verkauft. Ein Gebäude mit 19 Wohnungen und zwei gewerblichen Einheiten werde noch diese Woche einer in VS ansässigen Baugenossenschaft übereignet.

Das Gesamtverkaufsvolumen werde rund 120 Millionen Euro betragen, lauteten die Informationen. Von den Wohnungsbesitzern werden rund zehn Prozent ihr Eigentum selbst bewohnen. Die Wohnungseigentümer kommen zumeist aus einem Umkreis von 200 Kilometern. Der Quadratmeterpreis beträgt derzeitig 4000 Euro. Der Kaufpreis für eine Wohnung mit 80 Quadratmetern beliefe sich auf rund 320 000 Euro. Der aktuelle Mietpreis für eine Zwei-Zimmerwohnung (66 Quadratmeter) in den City-Cubes ist beispielsweise mit 940 Euro ausgeschildert, eine Drei-Zimmer-Wohnung (90 Quadratmeter) mit 1285 Euro.

Für einen Bauträger sei es natürlich gut, wenn er schnell verkaufen kann, denn man sei in einer gewissen Schiene gebunden, sagte Uwe Birk. Auch wenn dies vielleicht nicht gerade familienfreundliche Verkaufspreise seien. Die Corona-Krise habe bisher wenig Auswirkungen auf das Bauvorhaben gehabt. Vielleicht eine Verzögerung von drei Monaten, erklärte Uwe Birk.

Derzeit mache sich die Baumaterialien-Knappheit bemerkbar. Der Dachstuhl des Neubaus zur Richthofen­straße hin konnte daher noch nicht erstellt werden. Eine nochmalige Ausschreibung werde erfolgen. Zu rechnen sei mit Materialpreiserhöhungen. Ein Blockheizkraftwerk für die Wohnanlage sei in der ehemaligen Garnisons-Kläranlage eingebaut.

Für genügend E-Mobilität-Anbindung werde ebenfalls gesorgt, so Projektleiter Thomas Kuntz. Die E-Park- und Ladestationen seien derzeit auf den Besucherparkplätzen vorgesehen. Die Stellplätze in den Tiefgaragen seien für einen Anschluss vorbereitet, falls die Wohnungsbesitzer dies wünschen. Ein Kontraktor werde das Energiesystem beliefern.

Auf der Baustelle arbeiten zurzeit und 160 Handwerker. Die Baubewilligungen für die historischen Gebäude seien jetzt erst eingegangen, daher werden diese Gebäude auch als letztes fertig im neuen Quartier.

Fragezeichen hinter Reithalle

Noch keine abschließende Planung gebe es für die ehemalige Reithalle an der Stirnseite des Geländes. Dieses Gebäude steht unter Denkmalschutz und das Landesdenkmalamt habe bisher wenig Kompromissbereitschaft gezeigt. Wenn das Dach so bleiben muss, komme nur eine gewerbliche Nutzung in Frage, erklärte Uwe Birk, alles andere sei unwirtschaftlich. "Bisher haben wir noch kein Denkmal abgerissen, es wäre das erste Mal, falls alle Stricke reißen", so Birk. "Es ist nicht unlösbar", ist sich Oberbürgermeister Jürgen Roth sicher.

Die Deutsche Bauwert würde gerne ein weiteres Projekt in VS verwirklichen, erklärte Vorstand Uwe Birk. Das Projekt am Richthofen-Park sei besser gelaufen als ursprünglich gedacht. Er habe das Gefühl, dass auch in der Bevölkerung ein positiver Grundtenor darüber bestehe, das alte Kasernengelände wieder nutzbar zu machen.

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