Das neue Schülerwohnheim beim Kreisberufsschulzentrum Calw stärkt den Bildungsstandort ländlicher Raum. Für Landrat Helmut Riegger ist das ein wesentlicher Aspekt dieser Investition, wie er anlässlich des Richtfestes am Montag sagte.
Calw-Wimberg - Das neue Schülerwohnheim beim Kreisberufsschulzentrum Calw stärkt den Bildungsstandort ländlicher Raum. Für Landrat Helmut Riegger ist das ein wesentlicher Aspekt dieser Investition, wie er anlässlich des Richtfestes sagte.
Das Wohnheim wird vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Baden-Württemberg mit Unterstützung des Kreises Calw als Schulträger gebaut. Wie das Landratsamt mitteilt, entstehen bis zum Sommer 2022 moderne Wohn-, Lern- und Freizeitmöglichkeiten für rund 300 Schülerinnen und Schüler der beiden Landesfachklassen für Hotel- und Gaststättenberufe sowie der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste. 30 Jahre lang leistet der Kreis Calw einen jährlichen Investitionskostenzuschuss von 525 000 Euro.
Riegger verwies zudem auf die wirtschaftliche Bedeutung der Branche. Allein im Kreis Calw werden in Hotellerie und Gastronomie 150 Millionen Euro pro Jahr umgesetzt und 2500 Menschen beschäftigt
Fritz Engelhardt, Vorsitzender der Dehoga Baden-Württemberg, sieht in dem Projekt "auch ein Signal der Wertschätzung für die jungen Menschen, die sich für eine Karriere in Hotellerie und Gastronomie entscheiden". Gerade in schwierigen Zeiten sei es gut und notwendig, das Wohnheim zu bauen, denn als Folge der Corona-Pandemie stehe die Branche vor großen Herausforderungen. Viele Fachkräfte aus Hotellerie und Gastronomie seien in andere Wirtschaftszweige abgewandert. Nun gelte es, über die duale Berufsausbildung wieder Fachkräfte zu gewinnen. Engelhardt dankte dem Land Baden-Württemberg, Kreis und Stadt Calw sowie dem Dehoga-Kreisvorsitzenden Rolf Berlin samt Schatzmeister Hans-Ulrich Kauderer für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.
Patrick Rapp, Staatssekretär im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium, wies darauf hin, dass als Folge der Corona-Pandemie die Zahl der Ausbildungsverträge in Hotellerie und Gastronomie gegenüber den Vorjahren um 20 Prozent gesunken sei. Die Versorgung mit Fachkräften zu sichern sei für die Branche essentiell. Die duale Ausbildung sei ein Erfolgsmodell, das weltweit bewundert werde. Es gelte, junge Menschen für diese Berufe zu begeistern.
"Seid gute Gastgeber, denn es könnten Engel unter ihnen sein, ohne dass ihr es wisst", zitierte Erich Hartmann aus dem Hebräerbrief. Denn schließlich werden die jungen Menschen, die in dem Wohnheim leben, dazu ausgebildet, gute Gastgeber zu sein, so der Calwer Dekan bei seinem Segensspruch.
Auszubildende, Gesellen und Meister hätten beim Bau fest zusammengestanden. Das habe wesentlich dazu beigetragen, dass ein so stolzer Bau entstanden sei, sagte der Bad Liebenzeller Maurermeister Martin Hirschberger. Ihm war es vorbehalten, den Richtspruch zu halten.