Schon lange vor der Fertigstellung prägt das neue Bildungszentrum – besser gesagt die Baustelle – den Nagolder Stadteingang aus Richtung Norden. Jetzt wurde in der Calwer Straße Richtfest für das Millionenprojekt gefeiert.
Kurz vor der OB-Wahl am Sonntag zeigte sich Amtsinhaber Jürgen Großmann bei den Feierlichkeiten im Rohbau des neuen IHK-Zentrums geradezu euphorisch. An dieser prominenten Stelle am nördlichen Rand der Innenstadt entstehe ein neues modernes und in die Zukunft gerichtetes Wahrzeichen für Nagold, so Großmann.
Zunächst einmal ein Wahrzeichen für die Bildung, so das Stadtoberhaupt. Und das an einer Stelle, die schon immer und auch in Zukunft für Bildung stehen werde, sagte er und verwies auf Bildungseinrichtungen in unmittelbarer Nähe: das ehemalige Aufbaugymnasium, das OHG und die Zellerschule, mit deren aufwendigen Sanierung man eben erst begonnen habe.
Architektur des Baus nimmt Rücksicht auf historischen Bestand
Die moderne Architektur des IHK-Baus nehme Rücksicht auf den historischen Bestand und bilde dadurch ein Eingangstor für die Innenstadt, das zugleich das Zeug für ein Wahrzeichen Nagolds habe.
Die Entscheidung des Gemeinderats für das IHK-Zentrum im Norden der Innenstadt sei eine glückliche Stunde für diese Stadt gewesen, erinnerte sich ein begeisterter Oberbürgermeister. Das Zentrum zeige eine dynamische IHK, die die Unternehmen der Region mit noch mehr Dynamik versorgen wolle und werde.
Befürchtetes Verkehrschaos ist ausgeblieben
Das auch von ihm befürchtete Verkehrschaos durch die Baustelle an einem verkehrstechnisch neuralgischen Punkt der Stadt sei ausgeblieben: „Es hat alles funktioniert. Und das war schon eine Überraschung“, sagte Großmann bei dem Festakt.
Den Gedanken an ein solches Bildungszentrum in Nagold habe man schon sehr lange gehabt, verriet IHK-Hauptgeschäftsführerin Tanja Traub. Die Idee des ehemaligen IHK-Präsidenten Burkhard Thost, der ebenfalls beim Festakt anwesend war, und des ehemaligen Hauptgeschäftsführers Martin Keppler für eine solche Einrichtung in Nagold habe sie von der ersten Sekunde an begleitet, erinnerte sich Traub.
„Ein solches Gebäude muss einfach flexibel sein“
Die Zeiten änderten sich aktuell schnell und für diese Veränderungen sei das neue, mehr als 13 Millionen Euro teure Zentrum in der Calwer Straße gewappnet. „Ein solches Gebäude muss einfach flexibel sein“, so Traub, die bei der IHK nicht nur die Aufgabe der beruflichen Bildung sieht. Auch zur demokratischen und gesellschaftlichen Bildung müsse und werde die IHK ihren Teil beitragen.
IHK-Präsidentin Claudia Gläser sieht in dem Komplex auch nicht nur einen Bildungsstandort, sondern ein „lebendiges Zentrum für Netzwerke und Austausch“. Deshalb sei dessen Architektur auch „sehr kommunikativ gestaltet“.
Nach den Grußworten schritten der Bauleiter Peter Fischer und der oberste IHK-Mann in Nagold, Carl Christian Hirsch – zugleich Fraktionschef der CDU im Nagolder Gemeinderat – zum Richtspruch. Mangels Holzkonstruktionen an dem Rohbau hatte man sich entschieden, auf die bei solchen Ereignissen traditionelle Beteiligung von Zimmerleuten zu verzichten.
INFO
Kosten
– Höhe der Landesförderung: 3,4 Millionen Euro (= 25 Prozent Förderung der förderfähigen Baukosten)
– Höhe der Bundesförderung: 6,12 Millionen Euro (= 45 Prozent Förderung der förderfähigen Baukosten)
– Höhe der förderfähigen Baukosten gesamt: 13,6 Millionen Euro
Gefördert wird das Bildungszentrum, also nicht der kleine, integrierte Teil des Gebäudes, der die IHK-Geschäftsstelle ausmacht (= Verwaltung mit IHK-Aufgaben jenseits der Bildung). Ebenfalls wird die Tiefgarage nicht gefördert.
Das neue Bildungszentrum wird 17 Räume für die Bildung haben (13 Seminarräume, vier Kleingruppenräume) sowie offene Lernbereiche für modernes Lernen umfassen.
Zeitschiene
Spatenstich für den Komplex war Mitte Juli 2023. Das Richtfest nun im September 2024. Mit der Fertigstellung des Komplexes rechnet die IHK im Spätherbst 2025. Die Inbetriebnahme ist für den Jahreswechsel 2025/26 geplant.