Das Landgericht Freiburg hat nach der Entführung und dem sexuellen Missbrauch einer damals Sechsjährigen das Urteil gesprochen.
Der Fall hatte im vergangenen Sommer bundesweit Entsetzen ausgelöst: Die Eltern eines damals sechsjährigen Mädchen verloren ihr Kind im Trubel des Europa-Park-Bads Rulantica aus den Augen. Erst Stunden später wurde das Mädchen von einem Essenslieferanten bei Kappel-Grafenhausen gefunden – nur mit Bikini und Badeschlappen bekleidet.
Seit Anfang Februar musste sich ein 31-Jähriger vor dem Landgericht Freiburg verantworten. Der Vorwurf: Der Rumäne, der zuletzt im Lahrer Ortsteil Sulz gewohnt hat, soll das Mädchen am 9. August 2025 aus dem Bad gelockt, in einem Feld missbraucht und dann dort zurückgelassen haben.
Bereits am ersten Prozesstag hatte der Angeklagte ein Geständnis im Sinne der Anklage abgelegt. Zuvor hatten sich Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Kammer auf einen möglichen Strafrahmen für den Mann geeinigt, demnach war eine Haftstrafe von mindestens drei Jahren und neun Monaten sowie höchstens vier Jahren und neun Monaten wahrscheinlich.
Nun muss der Mann für vier Jahre und neun Monate in Haft, wie Richter Stefan Bürgelin am Mittwochmittag verkündete.
Im Kontext des Falls war in den vergangenen Wochen auch Kritik an Europa-Park und Polizei laut geworden, unter anderem von Thorsten Schulte-Günne, der die Familie des Mädchens als Nebenkläger vertritt. Hätte die Polizei früher reagiert, so der Rechtsanwalt am vergangenen Montag, hätte eine umfassendere Fahndung veranlasst werden können.
Zudem hatte er schon früh am Rande des Prozesses betont, dass sich die Eltern des Mädchens an dem Abend der Tat hilfesuchend an das Rulantica-Personal gewandt hätten. Doch die Bitte einer Lautsprecherdurchsage sei mehrfach abgelehnt worden. Auch seien weder Security noch das Personal im Kassenbereich über die Suche informiert worden.
Über die Urteilsbegründung des Gerichts werden wir noch ausführlich berichten.