Die Vorbereitungen laufen längst auf Hochtouren. Richard-Dorer-Schule Schönwald präsentiert das Theaterstück „Uhrenklang und Schneekristall – Schönwald feiert Geschichte“ am kommenden Samstag, 5. April, ab 17 Uhr in der Uhrmacher-Ketterer-Halle.
„Schönwald feiert 750-jähriges Dorfjubiläum und 50 Jahre Heilklimatischer Kurort. Da ist es meiner Ansicht nach grundsätzlich selbstverständlich, dass die Schule einen Beitrag zum Jubiläum leisten sollte“, antwortet Rektorin Silvia Schöne auf die Frage, wie es dazu kam, ein zum Gemeindejubiläum passendes Theaterstück aufzuführen.
„Letztendlich habe ich mir schon vergangenes Jahr Verschiedenes überlegt, was wir machen könnten. Dann hatte ich den Gedanken, selbst ein Theaterstück für unsere Schule zu schreiben“, plaudert Schöne aus dem Nähkästchen. Sie hat schon öfters für unterschiedliche öffentliche Anlässe wie Einschulungs- und Abschiedsfeiern, Gottesdienste oder die Fasnet etwas Passendes schriftlich verfasst.
Da es während der üblichen Schulzeit zeitlich nicht möglich war, schrieb sie das Theaterstück in ihrer Freizeit. Die Schulleiterin opferte dafür im vergangenen Jahr einen Teil der Sommerferien. „Es hat geklappt“, verrät die dreifache Mutter und schmunzelt. Es freut sie ferner, dass ihre Kollegen bei der Vorstellung des Stücks „Uhrenklang und Schneekristall – Schönwald feiert Geschichte“ in einer Schulkonferenz gleich mit im Boot waren. So konnte nach den Herbstferien jede Szene einer der fünf Klassen zugeteilt werden. „Letztlich entstand das Theaterstück mit dem Ziel, den Kindern auf spielerische Weise die Dorfgeschichte näherzubringen“, sagt Schöne. Sie verweist auch darauf, dass die örtliche Grundschule seit 2015 zertifizierte Naturparkschule ist und sie Wert darauf legt, dass die Schüler Bewusstsein für ihre Heimat entwickeln.
Drei Höhepunkte
„Das Stück ist kindgerecht gestaltet und nicht so wuchtig. Es enthält, trotz der Zeitreise, die wir zusammen unternehmen, nicht viele Zahlen, sondern einfache Sätze, die den Kindern leicht über die Lippen gehen und die sie gut auswendig lernen können“, schildert Schöne.
„Das Geschehen auf der Bühne konzentriert sich auf drei Höhepunkte: die Entstehung des Dorfs, die Entwicklung der Kuckucksuhr, die von den Uhrenträgern von Schönwald aus in die Welt hinausgetragen wird, und die Entwicklung der Gemeinde zum Heilklimaort und beliebten Wintersportort“, erläutert die Rektorin. Wie sie weiter erläutert, hat sie diese drei Ereignisse herausgepickt und in das Theaterstück gepackt, damit die Kinder die verschiedenen Epochen ihrer Gemeinde durchleben und erfassen können.
„Geprobt wird seit Weihnachten. Die Kinder erhielten zu dieser Zeit ihre Rollen. Sie durften sie selbst aussuchen“, verrät Schöne. „Die Besonderheit ist, dass alle momentan 107 Mädchen und Jungen mitmachen können. Das war mir wichtig. Es soll jedes Kind einmal auf der Bühne stehen. Das Stück beinhaltet szenisches Spiel, Gesang und Tanz. So können alle Schüler mitwirken, auch jene, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen.“
Proben und Kulissen
Bislang fanden die Proben während des Unterrichts im Schulhaus statt. Seit dieser Woche wird in der Uhrmacher-Ketterer-Halle geprobt. Dorthin brachten die acht Lehrkräfte der Richard-Dorer-Schule bereits am Freitagnachmittag die Kulissen, die sie gemeinsam hergestellt haben. Darunter befinden sich Schwarzwaldlandschaften wie im Mittelalter, kleine Bauernhöfe, Bäume und vieles mehr. Die Kostüme stammen teils von den Mitwirkenden oder wurden von den Lehrkräften besorgt.
Gemeinschaft gestärkt
„Es war nicht einfach, 750 Jahre Dorfgeschichte zu kompensieren“, so Schöne. „Das Stück startet im Heute, im Büro von Bürgermeister Christian Wörpel, den die Viertklässler jedes Jahr im Rahmen des Sachkundeunterrichts besuchen dürfen“, erzählt die Schulleiterin. „Nach der Eröffnungsszene beginnt die Zeitreise mit der Entstehung Schönwalds, den Uhrenträgern, der Entwicklung zum Heilklima- und Wintersportort. Und wie am Anfang endet das Stück mit der letzten Szene im Heute, der Jubiläumsfeier der Gemeinde auf dem Dorfplatz“, fährt Schöne fort. „Ganz zum Schluss singt die Schulgemeinschaft, also Schüler und Lehrer, noch ein selbst geschriebenes Lied über Schönwald.“
Ob die Schüler schon aufgeregt sind mit Blick auf den kommenden Samstag? „Natürlich“, sagt Schöne. „Doch sie freuen sich wie ich auf die Aufführung. Das Einstudieren des Stücks hat viel Kreativität aus den Schülern herausgelockt, und es bereitete ihnen Freude, zusammen an einem Projekt zu arbeiten. Das Spielen und Aufführen stärkte die Gemeinschaft und förderte den Teamgeist.“
Eintritt auf Spendenbasis
Die Kulissen, die professionelle Theaterschminke sowie die Unterstützung durch die heimische Firma PA-Elektrotechnik, die das Bühnenbild mit Licht und Ton perfektioniert, verursachen auch Kosten und der Eintritt ist frei. Daher würde sich die Schulleitung am 5. April über viele Besucher freuen, die regen Gebrauch von den Getränken und Snacks machen, die ab 16 Uhr in der Uhrmacher-Ketterer-Halle bereitgehalten werden. Die rund 75-minütige Vorstellung beginnt um 17 Uhr.