Der Friesenheimer Gemeinderat hat sich mit dem aktuellen Planstand zum Ausbau der Rheintalbahn beschäftigt.
In Oberschopfheim soll an der Leutkirche über der Rheintalbahn die bestehende Brücke abgebrochen werden. Ein Neubau soll an selber Stelle kommen. Diese Brücke soll künftig auch auf 40-Tonner ausgerichtet sein. Das Bahnhofsgelände in Friesenheim wird ein komplett anderes Gesicht erhalten. Das historische Bahnhofsgebäude wird vollständig abgerissen. An den neuen Bahnsteigen sollen bahnübliche Unterstände errichtet werden und der Ausbau erfolgt hier viergleisig. Der Fahrbahnwechsel erfolgt über die jeweils äußeren Gleise, barrierefrei. Der Tunnel wird durch einen längeren Tunnel ersetzt und erhält sowohl auf der Ostseite als auch der Westseite eine Rampe. Die Rampe auf der Ostseite soll nach dem Wunsch der Verwaltung und des Gemeinderats so gebaut werden, dass nach wie vor die Radboxen genutzt werden können.
Lärmschutzwand bei Schuttern geplant
Die Radverkehrsanlage soll optimal an den geplanten Radweg entlang der L 118 über die Rheintalbrücke angeschlossen werden. Der bereits bestehende Verbindungsweg auf der Ostseite zwischen Siemensstraße und Ostseite der Bahngleise soll erhalten bleiben. Er wird zwar bislang so gut wie nicht genutzt, dennoch pocht der Gemeinderat hier mehrheitlich auf den Erhalt dieser Anbindung von der Südseite zur Nordseite des Industriegebiets. Angedacht ist zudem, das komplette Gelände mit Wendeplatz auf der Ostseite des Bahnhofs weiter nach Osten auf Anhöhe einer Gemeindewohnung zu verschieben. Für die Zimmerei Herzog soll somit eine Möglichkeit der Erweiterung gegeben sein. Die Rheintalbrücke soll höher und länger werden und muss an Ort und Stelle wieder errichtet werden. Aus diesem Grund dürfte für zwei Jahre mit einer Umfahrung zu rechnen sein. Diese dürfte über Niederschopfheim oder Hugsweier führen.
Radwege werden geplant
Erhalten wird auch die Straßenüberführung über die Autobahn am Baggersee in Oberschopfheim. Ein Fahrradweg soll künftig mit der Erneuerung der Brücke in Kürzell kurz vor Ende des heutigen Radwegs Richtung Flughafen entlang der L 118 nördlich nach Kürzell führen. Hier wünscht sich Leon Rottler (SPD) dennoch eine Fortführung des Radwegs für alle jene, die mit dem Fahrrad in die Einstein-Allee Richtung Flugplatzgelände abbiegen wollen. Eine Ergänzung wird in die Friesenheimer Stellungnahme aufgenommen. An selber Stelle werden wieder Brücken über die Autobahn errichtet in Kürzell und Schutterzell. Radwege werden eingeplant.
Umbauten beim Baggersee
Die neue Trasse an der Autobahn tangiert den Baggersee in Schuttern. Das Sanitätsgebäude am Nordufer muss abgebrochen und an anderer Stelle neu errichtet werden. Um den See auch weiterhin mit Unterhaltungsfahrzeugen zu umfahren, muss das Eckufer parallel zur Bahn etwas verlegt werden. Eine Spundwand soll im Baggersee am Ufer für Stabilität sorgen und hinterfüllt werden. Fünf Meter Durchfahrbreite sollten hier genügen.
Auch für den Lärmschutz soll in Schuttern gesorgt werden. An der Autobahn wird mit einer Lärmschutzwand über dem Schienenkopf mit 6,5 Metern Höhe gerechnet. Ziel sei es die Lärmschutzmaßnahmen so auszuführen, dass es für den Bewohner an keiner Stelle lauter wird als heute.
Finanzierung
Zur Finanzierung von Brücken, bei denen die Gemeinde Straßenbaulastträger ist, gibt es noch keine Aussage von Seiten der Bahn. Dennoch schwebt die große Frage der Bezahlung über dem Gemeinderat. Das Eisenbahnkreuzungsgesetz verlangt: Wer über den Gleisen baut, muss die Brücke auch bezahlen. Die Gemeinde Friesenheim habe einen Rechtsanwalt kontaktiert. Dieser kam zum Schluss, dass Friesenheim kaum etwas bezahlen müsste, da es sich bei den Brücken in Oberschopfheim über der Autobahn und der Rheintalbahn um Abbruch handelt und nicht um eine Sanierung, führte Bürgermeister Erik Weide aus. Aber ob diese Regelung in 20 bis 30 Jahren noch gelte, sei unklar. Als Kostenträger müsste die Gemeinde sich mit einem Teil der Summe wohl beteiligen. Die Rheintalbrücke auf der L118 gehört dem Kreis.