Am Rhein bei Basel sind Flusskreuzfahrtschiffe ein häufiger Anblick, wie hier in Huningue. Nun sollen sie bald auch in Weil am Rhein anlegen können. Foto: Beatrice Ehrlich

Laut Carlos Gingado, dem Geschäftsführer der Weiler Rheinhafengesellschaft, gibt es konkrete Pläne für zwei Anlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe im Weiler Hafengebiet.

Die Rheinhafengesellschaft, welche sich zu 90 Prozent im Eigentum der Stadt Weil am Rhein befindet, will sich einem neuen Geschäftsfeld öffnen.

 

Laut ihrem Geschäftsführer Carlos Gingado gibt es Überlegungen, zwei Anlegestellen für Passagierschiffe am Hafen in Weil am Rhein zu schaffen.

Gespräche über einen konkreten Ort dafür am Rheinufer werden derzeit geführt. Darüber hinaus laufen Gespräche mit einem internationalen, auf Schiffsreisen spezialisiertes Unternehmen.

Dieses sei der größte Anbieter von Flusskreuzfahrten auf dem Rhein.

Neues Geschäftsfeld für Rheinhafengesellschaft

Laut Gingado bestehe seitens des Unternehmens, das auch Basel ansteuert, der Wunsch, in Weil am Rhein ebenfalls anzulegen. Bereits im vergangenen Jahr sei man sich im Aufsichtsrat einig geworden, diesen Weg einzuschlagen, sagt Gingado. Die Flusskreuzfahrtschiffe, von denen künftig bis zu vier gleichzeitig in Weil anlegen können sollen, sind bis zu 135 Meter lang.

Die Schiffsstege würden auf Pontons schwimmen und passen sich so dem schwankenden Wasserstand an. Laut Gingado könnten womöglich in zwölf bis 16 Monaten die ersten Schiffe anlegen.

Im Bereich des Rheinhafens nördlich der Palmrainbrücke sollen die beiden Anleger befestigt werden. Foto: Beatrice Ehrlich

Die Flusskreuzschifffahrt ist nach den Worten Gingados ein boomender Markt, die Nachfrage, insbesondere aus dem Ausland, sei steigend.

Nachfrage aus dem Ausland für Rheinschifffahrt steigt

Amerikaner, Australier und zunehmend auch Reisende aus Asien interessieren sich demnach für Schifffahrten auf dem Rhein und darüber hinaus für Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten in der Region. Bis zu 20 Schiffe wöchentlich seien theoretisch denkbar, wenn auch vorerst eher zehn bis 15 „realistisch“ seien – wenn sich die Dinge so entwickeln, wie erhofft.

Damit gehe auch eine Werbewirkung für Weil am Rhein einher, ist sich Gingado sicher. Busse könnten die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe von Weil am Rhein aus in den nahe gelegenen Schwarzwald oder zu Sehenswürdigkeiten in der Schweiz bringen. Auch Besuche direkt in Weil, etwa im Vitra Design Museum, seien denkbar.

Werbewirkung für Weil und die Region

Flussabwärts würden die Schiffe dann Sehenswürdigkeiten wie Breisach und Strasbourg, die Lorelei oder den Kölner Dom passieren. Bis Antwerpen oder Rotterdam könnte die Reise gehen, heißt es.

Bleibt die Frage, warum Weil nicht längst von solchen Schiffen angesteuert wird. Erst jetzt habe man zusammen mit der Stadt Möglichkeiten gefunden, dieses Projekt zu realisieren, sagt Gingado.

Sorgen, dass es auf dem Rhein eng werden könnte vor lauter Schiffen, hegt der Rheinhafendirektor, der dieses Amt in Weil am Rhein seit gut zehn Jahren bekleidet, nicht. Grundsätzlich biete der Rhein als günstigster und ökologischer Transportweg noch Kapazitäten für mehr Schifffahrt.

Hintergrund: Der Rheinhafen
in Weil am Rhein besteht aus drei Betriebsbereichen: dem Hafen Süd mit Hallen- und Freilager, Hafen Nord (Massengüter) sowie dem Container-Terminal.

Am südlichen Ende
des Hafengeländes Nord ist darüber hinaus ein hochautomatisiertes Zwischenlager und Recyclingzentrum für Bahnschotter und mineralische Ausbaustoffe geplant.