Im Rheinauer Weber-Haus-Werk entstehen mit Unterstützung von Robotern Fertighäuser am Fließband. Foto: Weber-Haus

Der Fertighaushersteller Weber-Haus hat eine schwierige Zeit hinter sich. Konnte das Unternehmen noch ein "Rekordjahr" 2021 vermelden, fällt das vorläufige Fazit für 2022 bescheidener aus. Die Leitung rechnet mit einem "angemessenen Ergebnis"

Rheinau - Nachdem die vergangenen beiden Jahre die Betriebsversammlung vor den Winterferien digital abgehalten wurde, lud der Betriebsrat dieses Jahr wieder in die Hans-Weber-Halle im Rheinauer Teilort Linx ein. Mit dabei war auch Heidi Weber-Mühleck, geschäftsführende Gesellschafterin des Rheinauer Familienunternehmens. Sie gab laut Mitteilung von Weber-Haus einen kurzen Einblick in die Geschäftsentwicklung.

 

Demnach war das zurückliegende Jahr erneut von Herausforderungen geprägt: Die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg mit seinen dramatischen wirtschaftlichen Folgen, steigende Zinsen sowie hohe Baukosten beschäftigten den Fertighaushersteller.

300-Millionen-Marke zu übertreffen, war das Ziel

"Trotz diesen Ereignissen konnten wir auf vertrieblicher Seite ein angemessenes Ergebnis erzielen", erklärte Weber-Mühleck bei der Betriebsversammlung zum Jahresende. Viele, die das Projekt Hausbau angingen, würden mittlerweile einen höheren Wert auf Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Wohngesundheit legen. "In diesen Bereichen kann besonders ein Fertighaus in ökologischer Holzbauweise punkten", betont Weber-Haus.

Ende Mai konnte der Fertighaushersteller für 2021 noch ein "Rekordjahr" verkünden. Trotz Corona-Beschränkungen steigerte Weber-Haus seine Leistung 2021 und erzielte ein Wachstum in Höhe von 4,3 Prozent. Der Umsatz für das Geschäftsjahr lag bei 292 Millionen Euro. Für das Jahr 2022 hatte sich Weber-Haus zum Ziel gesetzt, die Grenze von mehr als 300 Millionen Euro Umsatz deutlich zu überschreiten. Ob das klappt, wird die Bilanz des laufenden Geschäftsjahrs zeigen – die liegt freilich noch nicht vor.

Unternehmen erhöht wiederholt die Preise

"Das Jahr 2021 brachte wie das Vorjahr einige Umstände mit sich, die uns viel Energie kosteten. Neue Herausforderungen in der Materialversorgung und enorme Preissteigerungen für verschiedene Baustoffe kamen auf uns zu, die es in der bisherigen Firmenhistorie so noch nicht gegeben hat", erklärte Weber-Mühleck im Mai. Dementsprechend erhöhte das Unternehmen 2021 die Preise bei Neuverträgen. Je nach Entwurf des Hauses diese mehr als zehn Prozent im Vergleich zu 2020. Da die Materialkosten weiterhin stiegen, wurden im Januar 2022 die Preise nochmals erhöht.

Den Auftragsbestand bezeichnete Weber-Haus in einer Mitteilung Ende November als gut. Doch seit Mitte Juli verzeichnete das Unternehmen laut eigenen Angaben einen "deutlichen Rückgang" im Verkauf, der sich offenbar auch ins Spätjahr fortsetzte. Trotzdem zeigte sich Weber-Haus im November "zuversichtlich, seine selbst gesteckten Ziele für gebaute Objekte im Jahr 2022 zu erreichen".