Der Fitnessturm Haslach hat ein 45-seitiges Kochheft produziert, das die Lieblingsgerichte der Mitarbeiter bündelt.
Reiscurry mit Pute, Quetschkartoffeln, Bärlauch-Spargel-Risotto oder Lachs mit Kräuter-Käse-Kruste: Rezepte wie diese finden sich unter dem Titel „Turmgenuss“ in einem Heft, das das Team des Haslacher Fitnessturms herausgegeben hat. In ihm finden sich gesunde Gerichte, „alles, was uns stark macht“, wie es im Vorwort heißt. Wer in diesem allerdings Nährwertangaben, Kalorienzahlen und den erhobenen, gesundheitsbewussten Zeigefinger sucht, wird enttäuscht. Es soll vielmehr eine Hommage an das Team, dessen Unterschiede und Genuss an sich sein, wie Geschäftsführerin Bettina Hoferer und Sporttherapie-Studentin Annika Brucker betonen. Sie beide haben federführend das 45 Seiten umfassende Kochheft herausgebracht.
„Im Frühjahr habe ich angefangen zu überlegen, was man unseren Mitgliedern Besonderes bieten könnte, was ihnen auch einen gewissen Mehrwert bietet“, berichtet Bettina Hoferer. Da die Trainer immer mal wieder nach Ernährungstipps gefragt werden und auch nach dem, was sie selbst zu Hause kochen, kam ihr die Idee, die Lieblingsrezepte aller Trainer und Angestellten zu sammeln. Da sie etwas Erfahrung im Marketing hat, bot Annika Brucker an, ihr dabei zu helfen.
Das Projekt stieß erst einmal auf Skepsis
Die Grundidee: Jeder sollte zwei Lieblingsrezepte samt Fotos liefern, egal, in welcher Form, die Brucker und Hoferer dann sammelten und zu einem Heft zusammenfassen wollten.
Als sie das in der Whatsapp-Gruppe der Trainer und Angestellten des Fitnessturms verkündeten, stieß ihr Projekt aber zunächst auf Skepsis. „Vor allem bei einigen des Jungs“, wie Hoferer lachend erzählt. Aber auch eine der Kolleginnen, die zu Hause eher gut bürgerlich kocht, meldete ihre Bedenken, dass ihr Geschmack doch gar nicht dazu passen würde. „Aber so was gehört auch dazu. Die Balance macht’s“, fanden Hoferer und Brucker.
Die Rezepte holten sie dann bei den Kollegen auf ganz unterschiedliche Weise ab. „Einige haben gleich alles geschickt, perfekt heruntergeschrieben, inklusive Bilder. Andere gaben uns das Benötigte handschriftlich und bei einigen mussten wir etwas mehr unterstützen“, fasst Brucker zusammen. Allmählich fanden die Mitarbeiter Gefallen an der Idee. „Ein neuer Kollege, der im September angefangen hatte, meldete sich sogar, dass er auch gerne mitmachen wollte“, erinnert sich Brucker.
Das Heft sollte eine persönliche Note bekommen
Mit dem Sammeln der Rezepte war es aber nicht getan. Das Heft sollte eine persönliche Note bekommen und die Möglichkeit bieten „die Mitarbeiter auf andere Weise kennenlernen“, wie Brucker zusammenfasst. So ist bei jedem Rezept nicht nur ein professionelles Foto des jeweiligen Angestellten, sondern auch ein kleiner Steckbrief mit Lebensmotto, Lieblingssportart und der Frage, ohne was sie nicht leben können, zu finden. Außerdem haben alle drei „Entweder-Oder“-Fragen beantwortet.
Das Heft enthält zwar außerdem allgemeine Informationen zu den ernährungsphysiologischen Vorteilen einiger Zutaten wie Kartoffeln oder Brokkoli, bei den Rezepten sind aber keine Kalorien- oder Nährwertangaben zu finden. Das hat seinen Grund: „Man muss doch nicht jede einzelne Kalorie zählen. In unserem Beruf wird das Essen oft verkompliziert und fast schon zum Feind. Dabei ist es unser Motor“, erklärt Hoferer. „Wir sollten weg von den Zahlen kommen und mehr auf das Körpergefühl achten.“ Aus diesem Grund hätten sie Wert darauf gelegt, dass das Heft „Normalo-Rezepte“ enthält, die zu verschiedenen Trainingszielen passen.
Weg von den Zahlen, hin zum Körpergefühl
Das Layout der Seiten gestaltete Brucker mit Hilfe eines Online-Programms. Erfahrung diesbezüglich hatten weder sie noch Hoferer. „Als das Design der ersten Seite stand, war der Rest recht einfach“, fasst Brucker den Prozess zusammen. „Und dann hat es auch richtig Spaß gemacht“, meint sie. Das fertige Produkte wurde dann als Datei an das Grafikbüro geschickt, die auch sonst für die Werbung des Fitnessturms zuständig ist. Dieses machte sie druckkompatibel.
Die bisherigen Rückmeldungen der Mitglieder und Käufer sind durchweg positiv, wie Brucker und Hoferer berichten. Aber auch den Kollegen gefalle das Endprodukt sehr – sogar denen, die anfangs skeptisch waren. Eine zweite Auflage wäre durchaus möglich, sagen Brucker und Hoferer. „Ich könnte mir auch vorstellen, ein saisonales Kochbuch zu gestalten“, denkt die Firnessturm-Geschäftsführerin nach.
Kosten und Verkauf
Die Kosten für den Druck übernahm der Fitnessturm. Das Heft wird zum Selbstkostenpreis von fünf Euro verkauft. Zu bekommen ist es im Fitnessturm und man muss kein Mitglied sein, um es zu erwerben. Die Auflage beträgt 300 Stück. Ein Nachdruck ist bei hoher Nachfrage möglich, wie Bettina Hoferer sagt.