Mit Begeisterung backt Gaby Wilbs-Müller Springerle. Foto: Siegmeier

Seit Jahrzehnten backt Gaby Wilbs-Müller Springerle nach dem Rezept ihrer Mutter. Wir haben ihr über die Schulter geschaut und manchen Kniff erfahren.

„Oh je, Springerle“, ist selbst von erfahrenen Weihnachtsplätzchenbäckerinnen und -bäckern immer wieder zu hören. Die Herstellung des traditionellen Festtagsgebäcks aus einem Anis-Eierschaumteig ist nämlich gar nicht so einfach. Entweder bekommen die Springerle keine „Füßchen“, das Motiv verschwindet beim Backen oder am Ende sind sie steinhart und ungenießbar. Aus diesem Grund sind sie eher selten auf adventlichen Gebäcktellern zu finden.

 

Seit vielen Jahren backt die Rottweilerin Gaby Wilbs-Müller Springerle. Und mit Begeisterung gibt sie auch ihr reiches Wissen weiter. Das Rezept stammt von ihrer Mutter, und dient Jahr um Jahr wieder als Basis.

Unterschiedliche Motive

Zudem hat Gaby Wilbs-Müller wunderschöne Model, aus Holz und Ton, mit ganz unterschiedlichen Motiven. Besonders schön ist hier das tönerne Model mit Krippenszene.

„Wichtig ist, dass man sich genau an die Backanweisung hält“, rät Gaby Wilbs-Müller. Und entscheidend ist, dass das Mehl gesiebt wird. Währenddessen kann man Eier und Zucker zehn Minuten lang von der Küchenmaschine aufschlagen lassen. Man sollte sich an die zehn Minuten halten, damit sich Eier und Zucker ordentlich verbinden, rät die Expertin. Im Anschluss gibt man dem Gemisch das aufgelöste Hirschhornsalz und nach und nach das Mehl zu, und lässt es nochmals kneten.

Die Zutatenliste für das Gebäck ist nicht lang. Foto: galiyahassan - stock.adobe.com / Montage: Ganter

Dann gilt es, den noch klebrigen Teig auf das Backbrett zu geben und dort zusammenzukneten, bis ein ausrollbarer Teig entsteht.

„Er darf nicht zu weich, aber auch nicht zu fest sein, sondern so, dass er das Motiv der Holzmodel präzise annimmt“, erklärt Wilbs-Müller.

Den Teig rollt man dann auf dem gut bemehlten Brett einen Zentimeter dick aus. Im Anschluss drückt man die Holzmodel mit sanftem Druck in den mit Mehl besiebten Teig. „Dann kann man die Ränder entweder mit einem Backrädle schneiden, oder mit einem runden oder rechteckigen Ausstecher in der passenden Größe ausstechen. „So hat man immer die gleich schöne Form“, sagt Gaby Wilbs-Müller, während sie das hübsche Krippenmodel in den Teig drückt.

Wichtige Tipps

Ab jetzt gilt es, weitere Tipps zu beachten, soll alles gelingen. „Das Backblech muss unbedingt gut mit Butter bestrichen werden, darauf wird dann Anis gestreut. In den Teig kommt kein Anis“, so Wilbs-Müller weiter. Und warum Butter statt Backpapier? „Damit sich der Anis später gut mit dem Teig verbindet“, verrät Gaby Wilbs-Müller.

Liegt das hübsche Gebäck dann auf den Backblechen, ist Geduld gefragt, denn dann heißt es nicht backen, sondern warten. Das ist auf jeden Fall der Unterschied zum üblichen Weihnachtsgebäck. Das Gebäck muss an einem warmen Ort mindestens 24 Stunden trocknen. „Erst, wenn sie relativ trocken sind, dürfen die Springerle in den Ofen. Und zwar nur bei 160 Grad Ober-Unterhitze. Bei Heißluft trocknen sie zu sehr aus“, erklärt Gaby Wilbs-Müller. Und ab jetzt darf man hoffen, dass sie aufgehen und die berühmten „Füßchen“ bekommen.

30 Minuten backen

Etwa 30 Minuten müssen sie backen, bis sie unten leicht braun sind. „Am besten immer dabei bleiben und prüfen, denn es kann auch kürzer sein, je nach Dicke des Teigs“, so Wilbs-Müller.

Nach dem Backen kommen die Springerle in eine Blechdose, um langsam zu reifen und weich zu werden. „Wenn sie hart bleiben, gibt es den Trick, einen Apfelschnitz mit in die Dose zu geben. Es darf aber nicht zu viel Apfel sein, denn sonst fangen sie an zu schimmeln“, weist Gaby Wilbs-Müller hin. Hübsch verpackt ist das Gebäck ein schönes Geschenk.