Sein Büro ist von oben bis unten grün und fast 600 Hektar groß: David Baumann ist als neuer Revierförster für den St. Georgener Stadtwald zuständig.
Noch hat er keinen Lieblingsplatz in seinem neuen Wirkungsgebiet gefunden, sagt David Baumann. Wobei, an einem Mangel an Optionen liegt es nicht: „Hier könnte man sich wirklich überall hinstellen und sagen: ‘Das ist ein wunderschöner Ort‘“, sagt Baumann über sein Revier. Seit 1. April wacht er offiziell über St. Georgens Wälder.
Unterwegs zwischen den Bäumen rund um die Bergstadt ist Baumann jedoch schon etwas länger: Bereits seit Ende des vergangenen Jahres bahne sich der Übergang an, berichtet er im Gespräch mit unserer Redaktion. Dass Thomas Leser, langjähriger und mittlerweile ehemaliger Revierförster in St. Georgen, in den Ruhestand gehen würde, war nämlich schon einige Zeit bekannt gewesen. Und auch der Zeitpunkt: Ende März endete Lesers Zeit als Förster offiziell – nahtlos und bereits gut eingearbeitet konnte Baumann sogleich übernehmen.
Er freut sich, angekommen zu sein, in diesem „wunderschönen Revier“, wie er sagt. Gleichzeitig verabschiedete er sich mit dem Wechsel nach St. Georgen von seiner ehemaligen Wirkungsstätte: Seit etwa 3,5 Jahren war Baumann Revierförster in Brigachtal gewesen und hatte zugleich die untere Jagdbehörde beim Landratsamt geleitet.
In St. Georgen hat Baumann nun, verglichen mit seiner vorherigen Funktion, einiges mehr an kommunalem Wald zu betreuen. Rund 580 Hektar Stadtwald umfasst das Revier, in dem sein Vorgänger „vorbildhaft“ gearbeitet habe, wie Baumann sagt. Mit dem Stand, den er übernehme, könne man mehr als zufrieden sein, befindet der neue Revierförster. Der Wald sei „top in Schuss“.
Viele Beteiligte – viele Interessen
Den St. Georgener Stadtwald weiter zu bewirtschaften und zu betreuen, ist eine von Baumanns wichtigsten Aufgaben. Aber längst nicht die einzige, wie der Revierförster berichtet: Auch in Zukunft, ist er sich sicher, werde ein großer Fokus seinerseits auf der Beratung und Betreuung von Privatwaldbesitzern liegen. „Man spürt, die Leute hier wollen etwas machen und machen es auch gut“, lautet sein Zwischenfazit. Bei diesen Vorhaben steht Baumann gerne mit Rat zur Seite.
Als Förster sei er ohnehin mehr oder weniger „der Dreh- und Angelpunkt für alles, was im Wald passiert“, erklärt Baumann – diese Vielfalt der Aufgaben gefalle ihm besonders an seinem Beruf. Als Förster komme er mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt, versuche zwischen ihnen zu vermitteln und „den bestmöglichen Weg für alle Beteiligten und den Wald zu finden“, wie er sagt.
Im Wald von Termin zu Termin
Diese Abwechslung spiegelt sich auch in Baumanns Tagesablauf wider: Morgens stehe er früh auf, kümmere sich dann erstmal um seine Mails und mache im Anschluss einen Tagesplan, berichtet er, „der dann bis abends noch dreimal umgeschmissen wird“. Denn den Großteil des Tages verbringt Baumann nicht im Büro, sondern im Freien: Im Wald geht es von Termin zu Termin, oft begleitet von Retrieverhündin Dina. „Mein Büro ist von unten bis oben grün“, sagt Baumann – da bedürfe es keiner weiteren Erklärung, was den Beruf Förster so attraktiv mache.
Von der Medizin zum Forst
Dabei war Baumanns Weg ins Forstrevier alles andere als linear. Zwar habe er, berichtet der heutige St. Georgener Revierförster, schon als Kind stets viel Zeit im Schwarzwald verbracht, diese Verbindung zur Natur später jedoch zunächst aus den Augen verloren. 3,5 Jahre war Baumann im Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) tätig, wollte Medizin studieren. Dann sorgte ein Auslandsjahr dafür, dass er beruflich eine andere Richtung einschlug: Fünf Monate lang arbeitete er für ein ökologisches Bildungszentrum – und konnte sich dadurch erstmals vorstellen, vielleicht einmal als Förster zu arbeiten.
Bei Revierleiter Manfred Fünfgeld in Donaueschingen machte Baumann, zurück in der Heimat, ein zweiwöchiges Praktikum – und war sofort Feuer und Flamme. „Danach habe ich mich direkt für das Studium eingeschrieben“, erinnert er sich. An der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf studierte er Forstingenieurwesen. Danach wechselte er zu Hessen-Forst, bevor ihn sein Weg über Brigachtal nun nach St. Georgen führte.