St. Georgen liegt längst nicht nur dem Namen nach im Schwarzwald: Allein 552 Hektar der Gemarkungsfläche sind Holzbodenfläche des Stadtwalds. Wie geht es den vielen Bäumen, die hier stehen? Eine Antwort auf diese Frage gab es nun im Gemeinderat.
„Wir schreiten harten Zeiten entgegen, was Trockenheit, Käferbefall und Hitze angeht“ – die Botschaft, die Frieder Dinkelaker im St. Georgener Gemeinderat dabei hatte, ist glasklar. Dennoch lag es dem Leiter des Forstamts in Donaueschingen fern, alles schwarzzusehen. Denn in St. Georgen sei die Lage noch vergleichsweise entspannt.
Weder Begeisterung noch Horror
Natürlich, erklärte Dinkelaker, gebe es im großen Stadtwald von St. Georgen Bereiche, die gut aussähen, und auch solche, an denen es weniger gut laufe. Angebracht seien da „keine Begeisterungsstürme, aber auch keine Horrorszenarien“. Insgesamt, findet Dinkelaker, gehe es im ganzen Kreisgebiet in die richtige Richtung.
Insbesondere nördlich von Villingen-Schwenningen – und damit auch auf St. Georgener Gemarkung – sei der Wald in einem insgesamt guten Zustand. Vor allem die Verjüngung habe vom reichlichen Niederschlag in diesem Jahr profitiert. Das konnte auch Revierförster Thomas Leser, der Experte für St. Georgener Stadtwald, bestätigen. Die Waldverjüngung laufe „richtig, richtig gut“.
Waldumbau läuft gut
Optimistisch blickte Leser auch auf den Waldumbau von fast reinen Monokulturen hin zu mehr Vielfalt: Diese sei auf einem guten Weg. Ahorn, Lärche und Douglasie habe man schon im Stadtwald. Und 2025 plane er zudem, Esskastanie zu pflanzen, erklärte Leser. „Dann ist es nicht mehr weit bis zu einem gemischten Holzwarenladen.“ Das Fazit des Revierförsters ist vor diesem Hintergrund klar: „Um den Wald in St. Georgen habe ich keine Angst.“
So lief 2023
Eine Aussicht, die nicht nur in ökologischer Hinsicht Hoffnung macht: Vielmehr schlägt sich ein gesunder Stadtwald auch in der Stadtkasse nieder. Denn das geerntete Holz ist eine nicht zu verachtende Einnahmequelle.
2023 war der Ertrag mit knapp 41 000 Euro im Vergleich zu den Vorjahren ungewohnt niedrig. Denn mit rund 1500 Festmetern lag die Einschlagmenge nur bei etwa einem Viertel der geplanten gut 6200 Festmeter. Und das aus gutem Grund: Im vergangenen Jahr war der Holzpreis – bedingt durch das viele Käfer- und Sturmholz, das den Markt überschwemmte – im Keller, wie Leser erklärte. Daher habe er nur ganz wenig Holz geerntet.
2024 mehr geerntet als geplant
Zwischenzeitlich habe der Holzpreis wieder angezogen, berichtete Leser, sodass auch er reagiert habe: 2024 wurde wieder deutlich mehr Holz eingeschlagen. Leser hatte in der Sitzung die Zahlen mit Stand Ende September dabei: Bis dorthin wurden im St. Georgener Stadtwald knapp 7100 Festmeter Holz geerntet – also deutlich mehr als das Soll von gut 6200 Festmetern. „Mit diesem Mehreinschlag hat man teilweise den Mindereinschlag von 2023 wieder aufgefangen“, lautet das Fazit in der Sitzungsvorlage. Mit einem Überschuss von gut 377 000 Euro bis Anfang Oktober bedeutet das eine deutliche Finanzspritze für die Stadt.
Von den gut 7100 Festmetern, die im Stadtwald an Holz geerntet wurden, waren gerade einmal rund 350 Festmeter Käferholz, erklärte Leser auf Nachfrage von Georg Wentz (FDP). Im Vergleich zu anderen Revieren sei das eine geradezu „lächerliche Menge“. In diesem Zusammenhang sei St. Georgen „dieses Jahr gut davongekommen“, befand Leser. „Bei uns ist Käferholz eigentlich kaum ein Thema.“
Ausblick auf 2025
Für das kommende Jahr hofft Leser, dass der Holzpreis zumindest auf dem aktuellen Niveau stabil bleibt. „Dann können wir ein gutes Ergebnis einfahren“, erklärte er in der Ratssitzung. Geplant ist einmal mehr ein Einschlag von 6200 Festmetern. Der Plan sieht zudem einen Gewinn von knapp 77 000 Euro vor.
Wobei sich auf der Kostenseite etwas tut, wie Dinkelaker informierte: Das Kreisforstamt erhöhe zum Jahreswechsel die Gebühren, um sie ans Preisniveau anzupassen.