Bauteil III ist um ein halbes Stockwerk gewachsen. Bauteil VI ist fast fertig. Doch hier wird Schimmel zum Problem. Die Verwaltung präsentiert bei einem Rundgang den aktuellen Stand.
Die Sanierung der Reuchlin-Schulen in Bad Liebenzell läuft schon seit einigen Jahren. Es geht dabei vor allem um energetische Verbesserungen.
Zwischenzeitlich kam aber auch ein Neubau dazu. Jetzt lud die Verwaltung zu einem Rundgang ein, um zu zeigen, wie die Maßnahme aktuell läuft. Neben Lehrern und Eltern nahmen daran Mitglieder aller Gemeinderatsfraktionen teil. Es kam zu teils kontroversen Diskussionen.
Mehr Toiletten für die Schüler im Bauteil III
In diesem Teil der Reuchlin-Schulen befindet sich die Grundschule. Von der Bundesstraße aus gesehen befindet sich dieses Gebäude in der Mitte. Es ist an dem Baugerüst zu erkennen. Aktuell besuchen in der Kernstadt etwa 180 Schüler die Grundschule - doch aktuell nicht in diesem Gebäude. Denn dort sind die Handwerker zu Gange. So zum Beispiel im Keller. Hier werden die Toiletten erweitert. Bisher gab es davon sechs Stück. Und wie Planer Martin Fuchs erklärte, brauche es eigentlich zwölf. Dafür wurde eine Wand herausgebrochen. Ein früherer Lagerraum wird nun ebenfalls WC. Konrektorin Sylvia Widemann ist nicht nur wegen der erhöhten Zahl froh über die Sanierung. „Es hat fürchterlich gestunken“, beschrieb sie den bisherigen Zustand.
Die Klassenzimmer im Bauteil III
Auch die Klassenzimmer werden überholt. Hierbei steht neben dem Brandschutz vor allem die energetische Sanierung im Fokus. „Wir wollen das Gebäude für die Wärmepumpe vorbereiten“, so Thomas Seeger aus dem Bauamt. Neben einer Wärmepumpe mit PV-Anlage soll das Gebäude in Zukunft in den Spitzen mit Holzpellets beheizt werden. Aktuell laufe die Vorplanung dafür.
Stadtrat Matthias Pfrommer (ZBL) war das zu viel Mischmasch im Heizungsbereich - und er mutmaßte auch, dass es sehr teuer wird. Stadtrat Sebastian Kopp (UL) erklärte ihm, dass der alte Gemeinderat sich für dieses Vorgehen entschieden habe. Und zwar nachdem sich das Gremium die einzelnen Varianten habe vorrechnen lassen. Man müsse auch die künftigen Preise der Brennstoffe berücksichtigen, so Kopp.
Dimmbare Beleuchtung
Elektroplaner Michael Baldy erklärte noch, dass auch die Beleuchtung erneuert werde. Die solle künftig dimmbar sein und sich in einer Rasterdecke befinden. Darin kämen dann auch die Heizelemente für das System mit der Wärmepumpe unter.
Seeger verwies zudem darauf, dass sich die Schulleitung noch neue Böden wünsche. Die seien teilweise schon 45 Jahre alt, so Widemann. Und der Unterricht finde auch auf dem Boden statt. Hygienisch sei das mit dem alten Boden aber bisher nicht so richtig.
Die Lehrerzimmer im Bauteil III
Diskussionen gab es auch in einem anderen Raum. Hier sind mehrere Wände herausgenommen worden. Früher waren hier ein Technikraum, ein Materialraum sowie ein Klassenzimmer. Künftig soll hier das Lehrerzimmer unterkommen, so Widemann. Fuchs erklärte, dass man hier auf eine Holzdecke gesetzt habe. Die sei zwar brandschutztechnisch komplizierter, aber dafür leichter. Und da oben eine Geschoss aufgestockt wurde, habe man auf die Gesamtlast achten müssen.
Kopp und Franziska Dürr (CDU) störten sich an der künftigen Nutzung. Denn es habe geheißen, man brauche den Platz unbedingt für die Schüler. Er frage sich wo diese jetzt unterkommen, so Kopp. „Im bisherigen Lehrerzimmer“, so Widemann. Er glaube nicht, dass das passe, so Kopp. „Uns wurde was anderes vorgestellt“, so Dürr. Widemann und Bürgermeister Roberto Chiari kündigten an, das Thema noch einmal im Gemeinderat zu besprechen.
Das Obergeschoss im Bauteil III
Im Obergeschoss wurde das Satteldach um etwa 1,8 Meter angehoben und so zusätzlicher Raum geschaffen. Widemann konnte sich vorstellen, hier künftig die Büros des Rektorats unterzubringen. Seeger erklärte, dass der Ausbau wohl erst im nächsten Jahr erfolge. Die Aufstockung habe aber schon jetzt erfolgen müssen, damit die Förderbedingungen eingehalten werden.
Die Heizungsanlage im Bauteil VI
Marco Hofmann stellte die Heizanlage im Neubau vor: Zwei Wärmepumpen à fünf Kilowatt mit einem Pufferspeicher. Das werde künftig ausreichen um das dreistöckige Gebäude zu beheizen, so Hoffmann. Allerdings erst, wenn das Gebäude fertig gedämmt ist. Aktuell müsse man deshalb noch teuer heizen. Momentan sind hier die Grundschüler untergebracht. Künftig will die Schulkindbetreuung die Räume nutzen.
Die Klassenzimmer im Bauteil VI
Die fehlende Dämmung schafft ein weiteres Problem. Durch die kalten Temperaturen außen kondensiert Wasser an den Innenwänden: Es entsteht Schimmel. Im Treppenhaus kam das Problem im November auf, vor Kurzem auch in einem Klassenzimmer - sehr zur Beunruhigung der Eltern. Doch es wurde schnell gehandelt. Der Schimmel wurde behandelt, so Seeger. Zudem setzte man zur Vermeidung auf Stoßlüften, eine erhöhte Raumtemperatur, Luftentfeuchter und zusätzliche Heizlüfter.
Sicherheit der Kinder an erster Stelle
Zudem habe man den Schimmel untersuchen lassen. Es handele sich nicht um eine gefährliche Art. Auch werde die Raumluft von einem Baubiologen kontrolliert. „Die Sicherheit der Kinder steht an erster Stelle“, so Chiari. Wenn die Dämmung außen drauf sei, sei Schimmel kein Thema mehr, so Seeger. Bis dahin habe man das Problem im Blick.