Die Halteverbotsfläche vor den Pollern ist jetzt deutlich ausgezeichnet – und die „Parkbucht“ für Rettungsweg-Blockierer kleiner geworden. Foto: Karina Eyrich

Für die Poller haben Rettungskräfte, die via Landgraben in die Marktstraße fahren wollen, einen Schlüssel – für die Autos, die oft davor parken, aber nicht. Oberbürgermeister Roland Tralmer hat sie deshalb weiter zur Straße hin versetzen lassen – und warnt.

Kaum war Oberbürgermeister Roland Tralmer im Amt, hatte er den Auftrag erteilt, die Poller im Landgraben versetzen zu lassen. Das war im Juni. Inzwischen ist es November, doch nun ist das Ordnungsamt endlich aktiv geworden: Seit Montag stehen die Poller nun etwas weiter in nördlicher Richtung, so dass der gepflasterte Bereich zwischen Fahrbahn und Pollern kleiner geworden ist. So soll verhindert werden, dass Autos davor geparkt werden.

 

Das Problem, dass Autofahrer dort ihre Fahrzeuge abstellen, um schnell in der Stadt etwas zu erledigen oder Geld an einem der Bankautomaten von Deutscher Bank oder Sparkasse abzuheben, besteht seit langem. „Ich bin ja gleich wieder da“, heißt es dann oft von diesen. Weil sich die Fahrer im Halteverbot zuweilen die Klinke in die Hand geben, ist die Rettungszufahrt trotzdem oft lange blockiert – sie ist der kürzeste Weg für Rettungswagen zur Marktstraße: vom Krankenhaus über die Schütte und den Landgraben.

Manche stehen stundenlang

Nicht wenige lassen sogar – und verbotenerweise – die Motoren ihrer Autos laufen, was Anwohner stört und unnötig die Luft verschmutzt.

Andere machen den Motor aus – und bleiben dafür länger weg, gehen in die Innenstadt zum Einkaufen oder setzen sich ins Café. Gerade an Sommersonntagen ist die Zufahrt oft von ein und demselben Auto für mehrere Stunden blockiert – oder sogar von mehreren Wagen, die nebeneinander im Halteverbot stehen.

Dass ein solches besteht, darauf ist bisher nicht ausdrücklich hingewiesen worden. Lediglich ein Schild, das den Beginn der Fußgängerzone markiert, Fahrrädern die Durchfahrt erlaubt und Schritttempo anmahnt, steht am westlichen Rand der Zufahrt.

Nun hat das Ordnungsamt ein großes Verkehrszeichen auf die gepflasterte Fläche vor den Pollern pinseln lassen: „Absolutes Halteverbot“ bedeutet es und besagt, dass dort nicht nur das Parken nicht erlaubt ist, sondern auch das – kurze – Halten untersagt.

„Wir hätten die Poller gerne ganz bis zur Pflasterkante versetzen lassen, aber dann stünden sie mitten im Straßenraum“, erklärt Ursula Schurer von der Verkehrsbehörde der Stadt Albstadt, die zum Ordnungsamt gehört. Sie weist darauf hin, dass das Wenden eben noch möglich sein müsse, zumal dort gelegentlich Lastwagen zum Beliefern eines Lebensmittelgeschäftes und Geldtransporter der Banken verkehrten.

Abschleppen lassen? Auch das ist möglich

Ob die Verkehrsteilnehmer das Halteverbotsschild beachten werden, bleibt nun abzuwarten, wobei Anlieger bereits beobachtet haben, dass Autos nun eben quer neben den Pollern abgestellt werden. „Ich bin ja gleich wieder da!“

Ein Schild mit dem Hinweis, dass es sich um eine Rettungszufahrt handelt, „wäre dann der nächste Schritt“, sollte die neue Regelung nicht funktionieren, so Schurer. Oberbürgermeister Roland Tralmer hält es auch durchaus für denkbar, Autos abschleppen zu lassen, zumal auch nur eine kurze Verzögerung bei der Anfahrt eines Rettungs- oder Feuerwehrfahrzeugs Leben kosten könne.

Gekostet hat die Maßnahme den Steuerzahler indes nicht viel, wie Ursula Schurer berichtet: „Der Schlosser musste die Poller versetzen und der Maler das Verkehrszeichen aufpinseln – der Aufwand war gering.“ Wie groß der Effekt sein wird, bleibt nun abzuwarten. Tralmer versichert, den Bereich im Auge zu behalten.