Am Dreikönigstag stiegen 132 Taucherinnen und Taucher am Freibad in den Neckar, um bis zur Eberhardsbrücke zu schwimmen.
Einige trugen bunte Mützen, andere Schwimmnudeln oder waren auf einem aufblasbaren Einhorn unterwegs.
Weil der Fluss momentan fast keine Strömung hat, gingen sie etwas früher als geplant ins Wasser. „Sonst dauert es zu lange“, sagte Christof Stechemesser, Leiter der veranstaltenden Tauchergruppe der Tübinger Feuerwehr.
Nach gut 40 Minuten erreichten die ersten das Ziel. Auf der Feuerwehrtreppe sagte ein Schwimmer kurz: „Arschkalt.“ Die Wassertemperatur von 3,6 Grad sei weniger schlimm gewesen als die Außentemperatur von minus sechs Grad.
Am Rand war das Wasser stellenweise zugefroren
„Mit dem Schnee ist das eine tolle Kulisse“, sagte Stechemesser. Nur am Rand des Flusses war das Wasser stellenweise zugefroren, so dass die Schwimmer in der Mitte gut durchziehen konnten.
Teilnehmer kamen neben der Gastgebergruppe aus Tübingen aus Feuerwehren in Reutlingen, Heidelberg, Esslingen, Ertingen, Mengen und Heilbronn. Auch mehrere DLRG-Wasserrettungsgruppen sowie Taucherclubs wie UniDive und Triton beteiligten sich. Die Tauchergruppe der Feuerwehr Rottenburg unterstützte zusätzlich mit einer Drohne.
Die Veranstaltung richtet die Tauchergruppe der Feuerwehr Tübingen seit 1973 aus. Die Einheit wurde 1970 gegründet und besteht heute aus etwa 15 ausgebildeten Tauchern und vier Anwärtern. Neben dem Neckarabschwimmen gehören Rettungen von Menschen und Tieren, Sucheinsätze, Unterwasserarbeiten sowie Sicherheitswachen zu ihren Aufgaben. Das jährliche Schwimmen gilt daher auch als realistische Übung. „In diesem Jahr mussten wir noch niemand rausziehen“, sagte Stechemesser.
Ursprünglich war das Schwimmen eine interne Winterübung. Die Strecke wurde im Laufe der Jahre auf rund 1500 Meter verkürzt. Seit 1997 ist das Neckarabschwimmen für befreundete Feuerwehren, DLRG-Einheiten und Taucherclubs geöffnet und inzwischen überregional bekannt. In diesem Jahr nahmen laut Stechemesser sogar Teilnehmer aus Nürnberg und München teil.
Ausgerüstet mit Neoprenanzügen
Nach Ankunft am Feuerwehrhaus, Sicherheitsunterweisung und Busfahrt zum Uhlandbad zogen sich die Teilnehmer um und stiegen kurz vor 12 Uhr in den eiskalten Neckar – ausgerüstet mit Neoprenanzügen, Handschuhen, Füßlingen und Flossen. Anschließend ging es zurück zum Duschen, bevor die Veranstaltung bei warmem Essen und Urkundenübergabe im Feuerwehrhaus ausklang.