Die Wege der Einsatzkräfte von den Parkplätzen in das Feuerwehrhaus verlaufen vor den Fahrzeugtoren, wozu es zu Unfällen kommen kann. Das ist nur einer der Kritikpunkte, die der Feuerwehrbedarfsplan aufzeigt. Foto: Christoph Schennen

Der Gemeinderat Maulburg hat dem Feuerwehrbedarfsplan zugestimmt. Sein Verfasser, Christian Stumpf (Forplan), schlägt 17 Maßnahmen vor, um den Feuerwehrbetrieb zu verbessern.

Der Gemeinderat hat den Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Maulburg zugestimmt. Er wurde vom Büro Forplan ausgearbeitet. Christian Stumpf war am Montag extra aus Bonn angereist, um den Plan vorzustellen. Der Plan hat einen Umfang von 125 Seiten. Er listet unter anderem den Fahrzeugbestand auf und schlägt vor, was die Freiwillige Feuerwehr braucht, um noch leistungsfähiger zu werden.

 

Negative Bewertung für die Feuerwache

Eine negative Bewertung bekommt die Feuerwache. Sie hat keine geschlechtergetrennten Umkleiden, keine ausreichenden Duschmöglichkeiten und Lauf- und Fahrwege der Einsatzfahrzeuge kreuzen sich. Die Anfahrtswege der privaten Fahrzeuge sowie die Abfahrtswege der ausrückenden Einsatzfahrzeuge sind nicht kreuzungsfrei. Die Wege der Einsatzkräfte von den Parkplätzen in das Feuerwehrhaus verlaufen zudem vor den Fahrzeugtoren, wo es zu Unfällen kommen kann.

Einen kritischen Blick wirft das Gutachten auch auf die Ausrückzeiten. Die Freiwillige Feuerwehr Maulburg benötigt im Schnitt rund 7,3 Minuten zum Ausrücken. Der Zielwert beträgt fünf Minuten. Das führt dazu, dass der westliche Teil des Gemeindegebietes nicht innerhalb der vorgegebenen Eintreffzeit von zehn Minuten erreicht wird, Die ersten neun Einsatzkräfte sind in 80 % der Fälle nach etwa 13 Minuten an der Einsatzstelle. Das Schutzziel (neun Funktionen innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung) wird demnach um drei Minuten verfehlt.

Ausrückzeiten sind nicht optimal

Der Erreichungsgrad ließe sich nach Angaben des Gutachtens verbessern, indem die Zahl der zeitnah nach einer Alarmierung am Feuerwehrhaus zur Verfügung stehenden Feuerwehrangehörigen erhöht werde, sagte Stumpf. Allerdings hat sich die Anzahl der Feuerwehrleute trotz vielfacher Werbung in den vergangenen 20 Jahren nicht erhöht, wie er im Gemeinderat darlegte.

Stumpf wies darauf hin, dass die empfohlene Mindeststärke von 72 aktiven Feuerwehrangehörigen nicht erreicht werde. Es bestehe ein Defizit von rund 20 Einsatzkräften. Die Mindeststärke besteht aus den beiden Löschfahrzeugen (HLF 10 und LF 10) mit jeweils neun Einsatzkräften (zwei Gruppen), dem Gerätewagen Logistik und dem Mehrzweckfahrzeug mit jeweils drei Einsatzkräften (selbstständiger Trupp und Zugtrupp). Für diese Mindeststärke mit 24 Funktionen brauche die Feuerwehr jene 72 Männer und Frauen (24 Personen zuzüglich 200 Prozent Reserve), sagte Stumpf. Mit dieser Anzahl an Personal sei die Freiwillige Feuerwehr Maulburg in der Lage, das Schutzziel eigenständig zu erreichen und die beiden Sonderfahrzeuge besetzen zu können.

Ein neues Quartier für mehr Feuerwehrleute

Wenn die Feuerwehr personell hochfahren will, muss sie sich aber ein neues Quartier suchen, weil die Feuerwache zu klein ist für 70 Personen. Stumpf findet, dass der geplante Feuerwehrstandort „West“ der Freiwilligen Feuerwehr Schopfheim sich hinsichtlich der räumlich-zeitlichen Erreichbarkeit des Gemeindegebiets Maulburg zur Unterbringung der Freiwilligen Feuerwehr Maulburg eignet.

Stumpf legte auch eine Liste mit 17 Maßnahmen vor, die kurz- oder mittelfristig umgesetzt werden sollen. Mittelfristig braucht die Feuerwehr zum Beispiel einen Kommandowagen, kurzfristig müssen die Löschwasserdefizite verringert werden.