Sie freuen sich, dass „Christoph Ortenau“ nun vom Lahrer Flugplatz aus zu Rettungseinsätzen abheben kann (von links): Thomas Roth, Leitender Pilot, Peter Sutterer, Leitender Hubschrauberarzt, sowie Jan Kury, Stationsleiter und Notfallsanitäter. Foto: DRF Luftrettung

Seit dem 1. April ist ein Rettungshubschrauber auf dem Lahrer Flugplatz stationiert. Bereits am ersten Tag hatte die Crew mehrere Einsätze.

Der erste Alarm ging schon am Mittwochvormittag ein: In Lahr hatte sich ein Kind verbrüht und brauchte ärztliche Hilfe. Zu dem Notfall wurde auch der Rettungshubschrauber Christoph Ortenau verständigt, um das Kind in eine Spezialklinik zu fliegen.

 

Noch am Abend des 1. April wurde die Crew zu einem weiteren Einsatz gerufen: Auf der B 3 zwischen Appenweier und Renchen waren zwei Autos frontal ineinander gekracht. Eine Frau wurde in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und schwer verletzt. Nachdem Feuerwehrleute sie befreit hatten, wurde sie von „Christoph Ortenau“ in das Ortenau-Klinikum transportiert.

Das Rettungsteam ist hochmotiviert, wie einer Mitteilung der DRF Luftrettung zu entnehmen ist. Jan Kury, Stationsleiter und Notfallsanitäter in Lahr, betont demnach: „Wir freuen uns, jetzt mit unserer hochmodernen Maschine und unserem Know-How als wichtiger Baustein in der umfassenden notfallmedizinischen Versorgung der Menschen in der Region bereit zu stehen“.

Besonders wichtig sei der Crew die gute Zusammenarbeit mit allen Partnern in der Region, unter anderem den Leitstellen, Kliniken, dem bodengebundenen Rettungsdienst und den Feuerwehren. „Menschenleben retten ist Teamarbeit“, so Kury.

„Christoph Ortenau“ steht sowohl für die Notfallrettung als auch für Verlegungs- und Intensivtransporte zwischen Kliniken zur Verfügung. Dabei ist der Rettungshubschrauber täglich von Sonnenaufgang (frühestens 7 Uhr) bis Sonnenuntergang plus 30 Minuten im Einsatz. Notfallorte im Umkreis von 60 Kilometern erreicht die Maschine in maximal 15 Flugminuten. Darüber hinaus übernimmt der Hubschrauber Intensivtransporte zwischen Kliniken – auch überregional.

Die Besatzung setzt sich aus vier Piloten und drei Notfallsanitätern der DRF Luftrettung sowie insgesamt zwölf Ärzten aus dem Department Notfallmedizin des Ortenau-Klinikums zusammen. Pro Einsatz gehen jeweils drei Kräfte an Bord – der Pilot, ein Notarzt und ein Notfallsanitäter.

Zur Inbetriebnahme des Rettungshubschraubers hebt Landrat Thorsten Erny laut einer Mitteilung hervor: „Mit Christoph Ortenau stärken wir die medizinische Notfallversorgung im Ortenaukreis und in der gesamten Region.“ Damit habe man nun eine optimale Abdeckung am Boden wie auch in der Luft. „Ich freue mich, dass wir mit der DRF Luftrettung einen hochprofessionellen Betreiber gewinnen konnten und unser Ortenau Klinikum seine hohe fachliche Kompetenz durch die Besetzung mit Notärzten einbringt“, so Erny.

Die DRF Luftrettung (ehemals Deutsche Rettungsflugwacht) ist eine der führenden gemeinnützigen Luftrettungsorganisationen in Europa mit Sitz in Filderstadt. Sie betreibt mehr als 50 Hubschrauber an mehr als 30 Stationen in Deutschland und Österreich für schnelle Notfallrettung und Intensivtransporte – neuerdings also auch in Lahr.

Der Hubschrauber

Ausgestattet mit einem Glascockpit, Vier-Achsen-Autopilot, Anti-Kollisions-System, Wetterradar sowie modernster Medizintechnik, bietet der in Lahr eingesetzte Hubschraubertyp H145 mit Fünfblattrotor (Hersteller: Airbus Helicopter) beste Voraussetzungen für anspruchsvolle Einsätze, heißt es von der DRF Luftrettung. Die rot-weiße Maschine hat zwei Triebwerke mit jeweils 1020 PS und erreicht eine Geschwindigkeit von 278 Stundenkilometern.

Die fliegende Intensivstation bietet den Medizinern alles Erforderliche zur Diagnostik und Versorgung von Notfallpatienten – darunter ein spezielles Equipment für Kinder- und Säuglingsversorgung, Trauma- und Verbrennungsversorgung sowie intensivmedizinische Maßnahmen.