Harald Afflerbach (von links), Schwanaus Bürgermeister Marco Gutmann, Meißenheims Bürgermeister Alexander Schröder, Matthias Theobald, Bernhard Hall und Klaus Bühler kamen zur Übergabe des neuen Einsatzfahrzeugs zusammen. Foto: Lehmann

Nach rund 50 000 Kilometern und 28 Jahren ist nun Schluss für den Transit der DLRG-Ortsgruppe Schwanau. In einer kleinen Feierstunde wurde das neue Fahrzeug eingeweiht und in den Dienst gestellt. Bereits vor zwei Jahren wurde dieses bestellt.

Der ein oder andere könne sich zunächst über die nicht allzu hohe Kilometerzahl des alten Transits wundern. Allerdings, erklärte der Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Schwanau Matthias Theobald, sei das Fahrzeug optisch in die Jahre gekommen und die Ausstattung und Leistung sei nicht mehr zeitgemäß und erfülle nur noch bedingt die Anforderungen der Lebensretter. Häufig sei „der Alte“ schwach unter der Haube gewesen und es hätte bei schlecht ausgebauten Slipstellen Hilfe anderer Ortsgruppe benötigt, um die Boote aus dem Wasser zu ziehen.

 

So sei es an der Zeit gewesen, über ein neues Einsatzfahrzeug nachzudenken. Wie es der Zufall wollte, sprach der damalige Einsatzleiter Torsten Huber den Vorsitzenden der Ottenheimer Ortsgruppe an, ob das älteste Einsatzfahrzeug im Bezirk nicht ausgetauscht werden und eine Förderung anvisiert werden sollte. Da die DLRG Schwanau keine reine Bootsgruppe ist, sondern auch Strömungsretter-Einsatzkräfte im Verein angesiedelt sind, führt der Verein mehr Einsatzmaterial mit sich und benötigt ein entsprechend größeres Fahrzeug. Daher musste der Verein selbst tiefer in die Tasche greifen. Da der Mehrbetrag nicht durch den Verein hätte gestemmt werden können, galt es, weitere Fördergelder und finanzielle Mittel sicherzustellen. So wurde auch bei der Gemeinde ein Antrag auf Investitionszuschuss gestellt und letztlich genehmigt.

Fahrzeug wurde im März 2022 bestellt

Nachdem alle Fördergelder genehmigt waren, wurde am 4. März 2022 die Bestellung vom Landesverband ausgelöst. Aufgrund des Ukraine-Kriegs war mit Lieferverzögerungen zu rechnen – etwa ein Jahr später, im April 2023 war das Fahrzeug zur Auslieferung bereit. Doch dann kam eine weitere Hürde: Das Fahrzeug war als Lkw-Kastenwagen klassifiziert und somit auf eine Maximalgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometer gedrosselt. Allen Widrigkeiten zum Trotz musste das Fahrzeug umprogrammiert, entsprechende Gutachten vorgenommen und zahlreiche Gespräche geführt werden, bis sich auch TÜV und Zulassungsstelle über die Einstufung des Fahrzeugs einig waren.

In den Grußworten richteten sowohl der Schwanauer Bürgermeister Marco Gutmann, als auch Bürgermeisterkollege Alexander Schröder aus Meißenheim den Dank an die Ersthelfer. So sei es wichtig, sich im und am Wasser durch die DLRG-Ortsgruppe Schwanau sicher zu fühlen und sich im Ernstfall auf die Helfer verlassen zu können. Klaus Bühler von der Sparkassen Bereichsdirektion Markt Süd freute sich, dass die Regionalstiftung dieses Ehrenamt unterstützen konnte: „ Ihr macht einen tollen Job! Manchmal fehlt das Geld für die Menschen, die sich im Ehrenamt engagieren möchten, hier möchten wir uns als Regionalstiftung beteiligen.“

Beim neuen Einsatzfahrzeug handelt es sich um einen Mercedes Sprinter mit Allradantrieb und 190 PS. Eine Balken-Sondersignalanlage, eine zusätzliche Batterie, Rückfahrkamera, Anhängerkupplung, Digitalfunk, Regalsystem und eine LED-Umfeldbeleuchtung gehören zur Ausstattung. Weiter wurde das Einsatzfahrzeug mit vier Strömungsretterausrüstungen, einer kompletten Ausrüstung für die Boots-Besatzung und umfangreichem Erste-Hilfe-Material aufgerüstet.

Kosten und Spenden

Die Kosten beliefen sich auf knapp 85 000 Euro, erklärte Theobald. Gefördert wurde es durch das Innenministerium Baden-Württemberg mit 39 760 Euro, der Gemeinde Schwanau mit 17 500 Euro, der Sparkassen-Regionalstiftung mit 13 500 Euro sowie dem Zuschuss durch den Förderverein Wasserrettung mit 2000 Euro. Der Fördervereins-Vorsitzende Harald Afflerbach übergab Theobald eine weitere Spende in Höhe von 4444,44 Euro am Tag der Einweihung, um die Vereinskasse zu entlasten und den Eigenanteil der Ortsgruppe zu reduzieren.