Recht glimpflich ist ein 20-Jähriger von der österreichischen Feuerwehr aus einer prekären Lage befreit worden. Der Fall sorgte am Wochenende bundesweit für Aufsehen.
Ein Rottenburger im Fokus der Medien: Langer Bericht in der Kronen-Zeitung, die Deutsche Presseagentur schickt eine Meldung raus, der ORF berichtet, das große Besteck.
Auf seine kurze Berühmtheit am Wochenende hätte der 20-Jährige aus der Neckarstadt wohl lieber verzichtet. Die Party im österreichischen Sölden nahm für ihn ein eher unangenehmes Ende.
Knapp minus 10 Grad, im T-Shirt, eingeklemmt in einen etwa 30 Zentimeter breiten Spalt zwischen einer Garage und einem Carport, mehrere Stunden Rettungseinsatz – einigermaßen glimpflicher Ausgang.So etwas erlebt selbst die Feuerwehr Sölden nicht oft, die durchaus den ein oder anderen Party-Unfall in ihrem Schaffen ausbügeln muss.
Sie rückten in den Morgenstunden des Samstags, 22. November, mit drei Fahrzeugen aus. Besatzung: 13 Mann. Die Zeit drängte. Bei Minusgraden kann es schnell gefährlich werden, vor allem wenn eine Person erstens alkoholisiert ist und zweitens nur Jeans und T-Shirt trägt.
Das „Warum?“ bleibt ungeklärt Die Freundesgruppe war anscheinend feiern. So berichtet es die Kronen-Zeitung am Samstagmittag. Einer kam nicht: der junge Mann aus Rottenburg am Neckar. Suche per Handy-App. Da saß er um 3 Uhr morgens leicht bekleidet in seinem Leid irgendwo in der Nähe des Ortseingangs von Sölden in dem metertiefen Spalt und rief laut, um auf sich aufmerksam zu machen.Das „Warum?“ ist bis dato ungeklärt.
„Er konnte nicht mehr aufstehen“
So sagte es zumindest ein Feuerwehrsprecher der Kronen-Zeitung. Er müsse sich mehrere Meter weit zwischen die Wände gezwängt haben und sei dann umgefallen. „Er konnte nicht mehr aufstehen, weil er sich verkeilt hatte“, berichtete der Kommandant der Söldener Feuerwehr, Philipp Fender, der Kronen-Zeitung.
Feuerwehr schneidet sich durch Carport Erste Versuche, von oben an den jungen Mann zu gelangen, schlugen fehl. Die Einsatzkräfte entfernten eine Dachrinne und Bleche, mussten dann aber aufgeben. Erst als die Einsatzkräfte die seitliche Holzwand eines Carports aufschnitten, konnten sie besser zu dem Rottenburger vordringen.
Das Problem: der junge Mann lag nach einem Sturz auf dem Boden des Spalts. Es war an der Zeit, kreativ zu werden. Mit einem Seilsystem versuchten die Einsatzkräfte den Rottenburger wieder in die senkrechte Position bringen, wie die Kronen-Zeitung schreibt. Ohne Erfolg. Der junge Mann steckte weiterhin fest.
Feuerwehrmann fasst sich ein Herz
Einer der Feuerwehrmänner fasste sich ein Herz. Ein schmaler, drahtiger Mann, wie es in Medienberichten heißt. Unter dem Risiko, selbst steckenzubleiben, versuchte er von der Seite in den Spalt vorzudringen. So wie der Mann ursprünglich dorthin gelangt sein musste.
Betonwand durchbohren wäre letztes Mittel Nächster Versuch mit einem Seilsystem. Die Erlösung. „Irgendwie hat er es in der Folge geschafft, mit Unterstützung unseres Kameraden fast selbstständig hinaus ins Freie zu gehen“, berichtet Kommandant Fender der Kronen-Zeitung. „Wir haben ihn mit einem Seilzug wieder aufgestellt. Danach konnte er sich wieder aus dem Spalt hinauszwängen“, schilderte Fender dem ORF.
Wie die Polizei in ihrer Mitteilung schreibt, hätte die Feuerwehr im nächsten Schritt die Betonmauer durchbrochen, falls die Befreiung vorher nicht geglückt wäre.
Junger Mann unterkühlt gerettet Der 20-Jährige aus Rottenburg hatte noch einmal Glück gehabt. Zustand: unterkühlt, ein paar Schrammen, aber fast unverletzt. Laut Polizei wurde er in das Krankenhaus nach Zams gebracht. Zweieinhalb Stunden dauerte der Einsatz.
Unfälle in Zusammenhang mit Alkohol sind dem berühmten Wintersport-Ort alles andere als fremd. In derselben Nacht musste laut Kronen-Zeitung die Bergrettung ausrücken, weil ein Betrunkener ins Bachbett der Ötztaler Ache gestürzt war. Ab dem 1. Dezember herrscht hier sogar ein Alkohol-Konsumverbot im Freien.