Zum dritten Mal trafen sich Steampunks im römischen Freilichtmuseum in Stein zu einem Picknick. Foto: Dennis Breisinger

Zum mittlerweile dritten Mal fand am Samstagnachmittag im römischen Freilichtmuseum bei Stein ein Treffen von Steampunks in Form eines Picknicks statt.

Die Teilnehmer waren mit ihrer eleganten Mode mit Rüschenrock, Sonnenschirm, Frack, Zylinder oder auch im Piratenoutfit schon von Weitem zu erkennen.

 

Steampunk ist ursprünglich ein Begriff aus der Literatur und zugleich eine Form des Retro-Futurismus, das sich inzwischen zu einem richtigen Kunstgenre entwickelt hat. Sie verbindet Mode- und Stilelemente des viktorianischen Zeitalters gekonnt mit futuristischen Elementen.

Zu den 14 Steampunks, die am Samstag nach Stein gekommen waren, gehört auch der Baiersbronner Sascha Faißt. „Am Steampunk fasziniert mich, dass es in diesem Zeitalter noch keine Elektrogeräte gab, sondern alles mit Dampfkraft betrieben wurde und dass jeder selbst etwas in Form von Maschinen bastelt, um seine persönliche Note zu hinterlassen und seine Einzigartigkeit zu zeigen“, erklärt er.

Bei ihnen, so Faißt weiter, seit jeder willkommen, alles sei erlaubt, sofern es dem Stil des 19. Jahrhunderts entspreche. „Wir möchten zeigen, wie die Leute damals sich die Zukunft vorgestellt haben“, sagt er.

Thomas Wilk präsentiert seinen „Zeitreiseausweis“ Foto: SB/Dennis Breisinger

Der Retro-Stil hat viele Fans

Der Retro-Stil ist laut ihm aber nicht nur an der Kleidung erkennbar, sondern in Form von Metallrohren oder Zahnrädern inzwischen auch in Gasthäusern und Bäckereien schwer im Trend. „Früher in meiner Jugend habe ich immer gemeckert, wenn ich sonntagsfein angezogen sein mussten, heute habe ich daran Riesenspaß“, lacht er. „Vor allem die Jugendlichen begeistert immer wieder unsere höflichen Umgangsformen mit Knicks und Handkuss, die sie sonst nur aus alten Filmen kennen“, freut sich der Schwarzwälder.

Die Villa Rustica als Kulisse für ihr Picknick macht Eindruck auf die Steampunks. „Das ist ein schön gelegene, ganz spezielle Location, die man zuvor nie mitbekam. Es war eine Überraschung, als ich hier das erste Mal war“, zeigt sich Thomas Wilk aus der Nähe von Schwäbisch Hall begeistert vom Freilichtmuseum. Hier könnten sich Gleichgesinnte in einer entspannten Atmosphäre treffe und bei der gemeinsamen Zusammenkunft finde eine Entschleunigung des Alltags statt, so sein Eindruck.

Große Steampunk-Events im Saarland und Luxemburg

Auch wenn die Steampunks sehr edel aussehen, um sich ein eindrucksvolles Outfit zuzulegen, braucht es nicht unbedingt viel Geld. Etliches lässt sich auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Läden entdecken. „Wir sind kreativ, verwenden viele Dinge wieder und sind immer am Basteln“, so Wilk.

„Mal ziehe ich die weiße und mal die schwarze Bluse an und der Herr hat einmal einen braunen und dann wieder einen schwarzen Zylinder auf“, fügt dessen „Partnerin“ Miriam Burger hinzu.

Durchschnittlich fünf bis sechs Mal im Jahr treffe man sich zu Events und Veranstaltungen“, erklärt Thomas Wilk weiter und zeigt stolz seinen „Zeitreisenden-Ausweis“ mit zahlreichen Stempeln von besuchten Veranstaltungen. Große alljährliche Highlights sind laut den beiden ein gemeinsames Treffen im luxemburgischen Fond-de-Gras stilecht mit Dampflokomotivenfahrt und als Jahresabschluss der Viktorianische Weihnachtsmarkt in einer Glockengießerei in Saarburg mit Eierpunsch und Whiskey.