Seit fast anderthalb Jahren steht die Wagnerei an der Oberdorfstraße leer. Die Wohnungsbaugesellschaft VS sucht eifrig nach einem neuen Betreiber. Foto: Mareike Kratt

Rund anderthalb Jahre ist es her, dass die Wagnerei das letzte Mal ihre Türen geöffnet hat. Seither ist die Wohnungsbaugesellschaft (wbg) auf der Suche nach einem neuen Pächter. Wie stehen inzwischen die Chancen?

Nicht etwa aus wirtschaftlichen Gründen musste das beliebte und gut laufende Restaurant an der Oberdorfstraße zum Ende des Jahres 2023 schließen. Der damalige Pächter Heico Plazek hatte sich aus privaten Gründen – nämlich das fortschreitende Alter seines Vaters, der gleichzeitig Wagnerei-Koch war – sich zu diesem Schritt entschlossen. Rund fünf Jahre hatte Plazek die Geschicke der Wagnerei geleitet.

 

Viele Gespräche

Konnte man damals keinen neuen Küchen-Chef finden, ist auch die Suche nach einem neuen Pächter bisher ohne Erfolg gewesen. „Wir sind intensiv dran und haben in der Zwischenzeit viele Gespräche geführt“, berichtet Rainer Müldner, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, die ihren Sitz direkt neben dem Restaurant an der Oberdorfstraße hat.

Eigentlich hatte Müldner gehofft, innerhalb eines Jahres einen geeigneten Nachfolger zu finden, beschreibt er das Bemühen. Denn eigentlich war im besten Falle sogar ein fließender Übergang in Sachen Pächterwechsel vorgesehen gewesen, hatte die wbg doch bereits im Sommer 2023, also ein halbes Jahr vor dem Mietvertragsende, die Öffentlichkeit über den anstehenden Schritt informiert. Heico Plazek war sogar davon ausgegangen, dass der potenzielle neue Pächter die bestehenden Mitarbeiter übernehmen könnte.

Dass bisher kein geeigneter Restaurantbetreiber gefunden werden konnte, mag mitunter an der grundsätzlich schwierigen Situation im Gastronomiebereich liegen. Dennoch gibt Rainer Müldner zu: „Wir sind wählerisch.“ Das heißt, dass bei den Bewerbern vor allem auf Qualität und Erfahrung gelegt werde.

Hoher Anspruch

Und diese Qualität soll sich auch im Konzept der Wagnerei widerspiegeln – und in der Küche. Schließlich soll sich das Angebot vom „Mainstream“ unterscheiden. „Es läuft nur, wenn es sich abhebt“, hat der wbg-Chef einen hohen Anspruch an das Restaurant. Der Begriff „gut bürgerliche deutsche Küche“ sei dabei schwierig. „Die Mischung macht’s“, betont er mit Blick auf die künftige Speisekarte, die ein gehobenes Angebot präsentieren soll.

Die wbg sei sich der Herausforderung bewusst, die Räumlichkeiten nicht leer stehen zu lassen, aber dennoch mit einem besonderer Kulinarik die Gäste anzulocken – „damit sie gerne hingehen“.