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Frühlingsfest in Stuttgart Auf am Wasa graset die „Playboy“-Häsle net

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Alles, was Beine hat, steht schon mittags auf den Bänken des Frühlingsfestes. Foto: Lichtgut/Piechwoski

Stuttgart - Draußen am Wasen-Zugang stehen zwei Polizisten mit umgehängter Maschinenpistole. Gelbe Poller sind als Anti-Terror-Sperren aufgebaut, um Lastwagen aufzuhalten. Drinnen in den Festzelten ist die Stimmung bestens. Von Angst vor Anschlägen ist nichts zu spüren. Alles, was zwei Beine hat, scheint auf den Bierbänken zu stehen - und das schon zur Mittagszeit. Die Bierzelte sind voll, doch auf dem Platz ist wenig los. „So einen ruhigen Osterdienst hatten wir auf dem Wasen seit Jahren nicht mehr“, heißt es bei der Polizei am Montag.

Der Fassanstich

Mit drei Schlägen hat Bürgermeister Michael Föll im Grandl-Zelt das erste Fass angestochen. Nicht nur sein Rekord lässt ihn strahlen. Auf dem Festgelände hat ihm eine Wahrsagerin prophezeit, dass man am 7. Mai auf dem Wasen den Aufstieg des VfB feiern werde. „Herr Föll, wir haben eine Wanne für Sie“, scherzt Moderator Wulf Wager. Damit spielt er auf den Wirbel um die frühere Dschungelcamperin Micaela Schäfer an. Sie hat in einer Bierwanne baden wollen. Nach den hitzigen Debatten darüber sagte Festwirt Armin Weeber ihren Auftritt ab. Der Wasenbürgermeister lässt bei seiner Rede wissen, sein Fassanstich werde, anders als bei den Nackmodels, „nicht heiß, feucht und crazy“. Er sei dafür bekannt, dass es bei ihm länger dauern könne. Doch der Genuss sei am schönsten, wenn man ihn hinausziehe. Nur diesmal geht es bei ihm „schneller als erwartet“. Aller guten Schläge sind drei!

Die Playmate-Debatte

Bei den Ehrengästen der Eröffnungsfeier gehen die Meinungen über den Aufreger um die nackten Models auseinander. Die einen sagen, bei einem „Familienfest“ habe ein Fassanstich mit Playmates nichts verloren. Andere fragen, ob man angesichts mancher Auswüchse im Bierzelt überhaupt noch von einem „Familienfest“ reden könnte. Von „politischer Korrektheit“ sei schon lange nichts mehr zu spüren. Da passe doch zur Schau gestellte Nacktheit „in den Rahmen“, ist zu hören. Im Chor wird sodann bei Grandl die Neckar-Hymne angestimmt. Der Refrain kann seit diesem Jahr also ergänzt werden: Auf am Wasa graset d’Hasa – nur die „Playboy“-Häsle net.

Der fehlende Buchstabe

In der VIP-Einladung zum Fassanstich war der Name des Wirts Hans-Peter Grandl falsch geschrieben – „Grandel“, also mit einem zusätzlichen E, war darin zu lesen. Das mache ihm gar nichts, meint dieser, und ist nun um ein weiteres E reicher. Wulf Wager, dem eine kurzweilige Moderation gelang, bringt ihm einen großen Buchstaben mit, ein mobiles E zum Aufstellen im Büro oder sonstwo, wo E-Mangel herrscht.

Die Besucherzahlen

Im vergangenen Jahr war das Frühlingswetter zum Auftakt noch schlechter als diesmal. Laut Marcus Christen von der Veranstaltungsgesellschaft in.stuttgart sind an den ersten drei Wasentagen jeweils zwischen 80 000 und 100 000 Besucher gezählt worden. Die vielen Feiertage gleich zum Start seien für die Schausteller ein Grund zur Freude. „Da kommen viele Familien, bei denen das Interesse an Fahrgeschäften hoch ist“, sagt Christen.

Die Sicherheit

Damit alles friedlich bleibt, haben die Veranstalter wie die Polizei aufgerüstet. „Wir geben 20 Prozent mehr für Sicherheit aus als im Vorjahr, einen sechsstelligen Betrag“, sagt Christen. Das Geld sei gut investiert: „Um auszuschließen, dass ein Anschlag wie in Berlin möglich wäre, haben wir die Fahrgeschäfte im Zickzack aufgebaut.“ Überwachungskameras und mehr Sicherheitspersonal täten ihr Übriges.

Der Osterschnäppchenmarkt

Eine Weltneuheit war der Osterschnäppchenmarkt, der bis Montag mit Frühlingsfest-Merchandise aus Beständen des Veranstalter in.Stuttgart lockte. „Der Markt wurde gut angenommen“, freut sich Christen. Es handelte sich dabei um einen Ausverkauf, bei dem es Trachten, Hemden, Pullover zu Schnäppchenpreisen gab.

Die Aussichten

Für ein erfolgreiches Fest in diesem Jahr spricht aus Veranstaltersicht die Terminierung. „Am ersten Mai ist Zahltag, und da ist bei uns noch lang nicht Schluss“, sagt Christen. Er hofft, dass das Frühlingsfest noch mal Schwung aufnimmt, wenn die Gehälter auf dem Konto sind. Zumal das Frühlingsfest 23 Tage geht – länger als das Volksfest. Ob es auch ein Rekordumsatzjahr wird, ist laut Christen noch nicht abzusehen. Die Wahrsagerin jedenfalls, die Föll wie jedes Jahr vor dem Fassanstich aufgesucht hat, sieht nicht nur den VfB vorne: Nach der Schafeskälte nach Ostern, prophezeit sie dem Bürgermeister, werde es richtig warm.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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