Der Kirchturm der Vöhrenbacher St. Martinskirche wird umfangreich saniert. Foto: Ketterer

Jubiläum: Vöhrenbacher Kirchturm wird umfangreich und kostspielig saniert / Zahn der Zeit hat viele Spuren hinterlassen

Vöhrenbach - Für die Turm-, Außenhüllen- und Glockenstuhlsanierung, sowie Beleuchtung des Kirchenschiffes sind bis jetzt Reparaturkosten in Höhe von 564 000 Euro veranschlagt. Mit dem Bau des 63 Meter hohen Kirchturms der St. Martinskirche wurde im Jahre 1871 begonnen. Durch den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 verzögerte sich jedoch der Bau und erst im Jahre 1873 war der imposante Kirchturm fertig.

Verzögerung wegen teurem Material

Der bisherige Kirchturm aus dem Jahre 1791 war baufällig und musste deshalb abgerissen werden. Nach Rücksprache mit dem erzbischöflichen Bauamt in Freiburg wird die aktuelle Sanierung in der zweitletzten Juniwoche begonnen. Ende Oktober sollte die Sanierung abgeschlossen sein. Eigentlich ist eine Bauzeit von etwa 24 Wochen vorgesehen, doch man hofft, diese Zeit nicht beanspruchen zu müssen, da viele Reparaturen im Winter nicht ausführbar sind.

Die Arbeiten wollte man schon Anfang April starten, doch Preissteigerungen beim Material machten eine Nachfinanzierung notwendig, wodurch es eine Verzögerung von eineinhalb Monaten gab. Auch die Materialknappheit auf dem Holzmarkt könnte noch eine weitere Verzögerung verursachen. Derzeit stellt die Firma Grossholz aus Bräunlingen das Gerüst auf. Kosten für das Gerüst entstehen jedoch erst, wenn die Reparaturarbeiten beginnen. Hier kam der Gerüstbauer dem Auftraggeber Erzdiözese entgegen.

Folgende Arbeiten umfassen die Sanierung. Gerüstbau übernimmt die Firma Grossholz. Die Kupfereindeckung des Kirchturmdaches macht der Rohrbacher Betrieb Kammerer. Die zimmerermäßige Überarbeitung/Sanierung der Turmdachkonstruktion sowie die schreinermäßige Überarbeitung und Teilerneuerung der Schallläden bewerkstelligt die einheimische Zimmerei Manfred Kienzler. Die Schlosserei Rolf Kleiser, ebenfalls aus Vöhrenbach, führt Metallarbeiten an der Turmzier, inklusive der Halterungen und Korrosionsschutz der metallverkleideten Turmgauben, aus. Auch ein neues, zwei Meter großes Turmkreuz, gehören zu den Arbeiten der Schlosserei Kleiser. Das alte Kreuz konnte nicht mehr repariert werden.

Kugeln und Kreuz ragen fünf Meter in die Höhe

Zwei Turmkugeln, mit 60 und 80 Zentimeter Durchmesser, die saniert wurden, sowie das Kreuz bilden die Kirchturmspitze. Kugeln und Kreuz ragen so fünf Meter in die Höhe. Blitzschutzarbeiten erledigt die Firma Walter aus Rheinau-Freistett und Maurerarbeiten bewältigt Restaurator Jürgen Hättich, St. Märgen. Restaurator Bernhard Wink, Appenweier, kümmert sich um die Vergoldungsarbeiten an der Turmzier. Für die Natursteinfassadenarbeiten sucht das erzbischöfliche Bauamt noch eine Steinmetzfirma. Die dazugehörige Ausschreibung war auf den 27. Mai terminiert.

Die katholische Pfarrkirche St. Martin in Vöhrenbach ist ein Kulturdenkmal nach Paragraph 2 des Denkmalschutzgesetzes. Die Denkmalrechtliche Erlaubnis liegt vor. Nach Gerüstfreigabe wird ein gemeinsamer Begehungs- und Abstimmungstermin mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalschutzpflege stattfinden. Denkmalzuschüsse für die jetzige Sanierungsmaßnahme gibt es allerdings nicht.

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