In der Kernstadt steht ein anderer Name an der Spitze der Statistik als anderswo. Foto: ©thomas fritsch

Während bundesweit Namen, die (einstige) Berufe bezeichnen, jede Statistik anführen, sieht es in Calw anders aus. Und das Besondere: In jedem Teilort sind es andere Nachnamen, die das Ranking anführen.

Müller, Schmidt und Schneider sind in Deutschland – wenig überraschend – die häufigsten Nachnamen. Aber kommen diese Namen in Calw auch so oft vor? Oder sind es hier andere Namen, die man ständig liest oder hört? Und vor allem: Gibt es Unterschiede zwischen den Stadtteilen? Unsere Redaktion hat beim Einwohnermeldeamt nachgehakt.

 

So viel sei verraten: Welche Nachnamen in welchem Stadtteil besonders häufig vorkommen, unterscheidet sich ganz gewaltig. Nimmt man die gesamte Stadt, kommen die Namen Rentschler, Pfrommer, Reinwald und Blaich besonders oft vor. Von den deutschlandweit häufigsten Namen finden sich aber auch etliche in der Liste, die unserer Redaktion vorliegt.

Kernstadt In der Kernstadt führt Uzun mit 27 Personen, die so heißen, das Ranking der am häufigsten vertretenen Nachnamen an. Uzun stammt aus dem Türkischen und ist laut des Digitalen Familiennamenwörterbuchs gleichbedeutend mit dem deutschen Namen „Lang“ oder „Groß“. Mit 23 Vertretern folgt sozusagen der Klassiker – Müller. Warum dieser Name sowie Schmid oder Schneider so weit verbreitet sind, lässt sich leicht durch die Berufe erklären, von denen sich die Namen ableiten.

Alzenberg In Alzenberg führt der Gesamt-Spitzenreiter Rentschler die Tabelle mit 25 Vertretern an. Woher der Name kommt, ist trotz dessen Häufigkeit gar nicht so leicht herauszufinden. Übereinstimmenden Quellen zufolge bedeutet der Name so viel wie „lässiger Mensch, Schlendrian“ und hat seinen Ursprung doch tatsächlich im Kreis Calw um das Jahr 1600.

21 Mal kommt der Name Stoll vor und damit am zweithäufigsten. Was der bedeutet? Wie dem digitalen Familienwörterbuch zu entnehmen ist, handelt es sich dabei um eine indirekte Berufsbezeichnung für einen Tischler oder Zimmermann – abgeleitet vom mittelhochdeutschen Wort „Stolle“ für Stütze oder Pfosten.

Heumaden In Calws größtem Stadtteil sind 30 Bürger unter den Namen Weiß gemeldet. Er stammt entweder – so die Deutungen – aus dem Mittelhochdeutschen für Menschen mit besonders heller Hautfarbe, oder aber für sehr gebildete und weise Leute. Häufig verbreitet auch der Name Polat (27) aus dem Türkischen sowie Schneider (27).

Wimberg Der Höhenort scheint sehr klassisch geprägt zu sein, denn hier liegt tatsächlich der Name Müller mit 23 Bürgern an der Spitze, gefolgt von Schneider mit 18 Leuten, die diesen Namen tragen.

Fast drei Prozent tragen gleichen Namen

Altburg Der Nachname Pfrommer kommt zwar in mehreren Teilorten häufiger vor, in Altburg jedoch tragen mehr als drei Prozent der Einwohner diesen Namen: 79 Menschen. Woher der Name stammt und was er bedeutet, dazu ist im Digitalen Familienwörterbuch aber nichts zu finden. Auf Platz zwei mit 71 Bürgern, was auch fast drei Prozent ausmacht, liegt Rentschler.

Hirsau Mit 21 Bürgern liegt in Hirsau der Nachname Reinwald an der Spitze. Reinwald ist laut des Digitalen Familienwörterbuchs ein Patronym, also ein Name, der vom Vornamen des Vaters abgeleitet ist. Der Rufname ist demzufolge zusammengesetzt aus Begriffen aus dem Althochdeutschen, die so viel bedeuten wie „Rat, Beschluss“ und „herrschen“. Weber kommt 18 Mal vor. Die Herkunft dieses Namens ist naheliegend und stammt von dem Beruf.

Holzbronn In Holzbronn herrscht offenbar eine größere Vielfalt an Nachnamen. Mit 13 Vertretern kommt Bacher am häufigsten vor. Wie unsere Redaktion einst herausfand, wies der Name einst auf die Nähe zu einem Bach oder die Herkunft aus einem Ort namens Bach hin. Bley, Mann und Niethammer folgen in der Tabelle mit jeweils elf Vertretern.

Stammheim 1,1 Prozent (49 Menschen) der Stammheimer Bevölkerung trägt den Namen Blaich, wie der Statistik zu entnehmen ist. Benannt wurden früher so Menschen, die besonders blasse Haut hatten, wie in dem Wörterbuch steht. Die Schreibweise wurde dann abgewandelt. Kober folgt in Stammheim mit 32 Vertretern und Schmid ebenfalls mit 32.