Die Zungenpfeifen haben unten ein Metallplättchen und schnarren. Foto: Eyrich

Kaum sind die drei neuen Register der Rensch-Orgel eingebaut, eingeweiht und die Weihnachtszeit vorbei, sind die Mitarbeiter des Lauffener Orgelbauers schon wieder am Werk – genauer: am Hauptwerk.

Albstadt-Ebingen - 3480. So viele? Die Rensch-Orgel in der evangelischen Martinskirche hat es wahrlich in sich – und weit mehr Pfeifen, als die Kirchenbesucher unterhalb des Orgelprospekts sehen können, nun auch Cimbelstern, Celesta und das Röhrenglockenspiel. Positiv und Schwellwerk, die Register für das zweite und dritte Manual, hatten die Fachleute im Spätherbst komplett ausgebaut und die Pfeifen ausgereinigt, das Gehäuse geputzt und die Windladen kontrolliert, auf denen die Pfeifen stehen. Nun sind das Hauptwerk und das Pedal dran. Also nochmals Pfeifen einzeln ausbauen und fein säuberlich sortiert auf die Halterung stecken. "Das hat alles System", verrät Tobias Baecke, der bei Rensch unter anderem für die Intonation zuständig und zurzeit mit Pius Funk, Linus Burckhardt, Jannis Dasbach am Werk ist.

Alle können es – aber Spezialisten gibt es doch

Wobei alle alles könnten, betont Baecke, denn zur Ausbildung eines Orgelbauers gehöre die Intonation genauso wie das Handwerkliche – vom Sägen und Aufbauen der Holzelemente und des Spieltisches über die elektrischen Arbeiten bis hin zum Optimieren des Klangbildes. "Schön rund", wie Baecke sagt, wird es bald wieder sein, wenn alles ausgereinigt ist. Dann werden alle 55 Register, die das großartige Instrument nun hat, in voller Schönheit erklingen.

Platz wäre noch – aber vorerst ist das kein Thema

Platz für ein weiteres Register – und den entsprechenden "Registerzug"; für Laien: die Knöpfe links und rechts der Tasten – hat die Rensch-Orgel noch. Eine "Phys-Harmonik" etwa hätte dort noch Platz. Weil so ein neues Register jedoch sehr teuer ist, werde das lange kein Thema sein, stellt Steffen Mark Schwarz, Kantor der Martinskirche, klar. Er ist "freudig und dankbar", dass er nun erst einmal die drei neuen Register zum Klinken bringen darf, und hat über die Weihnachtszeit sowohl live in der Kirche als auch für Musik-Clips im Internet reichlich Gebrauch davon gemacht.

Kantor ist begeistert vom Können der Fachleute

Von der Arbeit der Fachfirma Rensch ist Schwarz nach wie vor schlicht begeistert: "Da brauche ich gar nicht mitreden – die wissen genau, was sie tun, damit es ein rundes Klangbild gibt."

In der nächsten Woche wird der Chef des Traditionsunternehmens selbst in Ebingen erwartet und freut sich vermutlich schon sehr darauf, dass Schwarz in die Tasten greift und ihm vorführt, was die Rensch-Mitarbeiter geleistet haben: Neue Register und jetzt komplett ausgereinigt und frisch intoniert – so schön wird die schönste Orgel der Region in ihrer 21-jährigen Geschichte noch nie geklungen haben.