Viele Freiwillige packen mit an, um das 1979 erbaute Haus den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts gerecht werden zu lassen. Die Arbeiten schreiten voran.
Im Saal des evangelischen Gemeindehauses wird der Boden herausgerissen. Es staubt: Arbeiten ist nur mit Mundschutz möglich. Die Helfer mit den Schlaghämmern leisten Schwerstarbeit.
Seit Anfang des Monats sind im Gemeindehaus keine Veranstaltungen mehr möglich. Das Gebäude wird komplett umgebaut und renoviert.
Die Genehmigung dafür liege schon seit zwei Jahren vor, sagt Kirchenpfleger Andreas Lehmann. Der Baubeginn hat sich zuletzt durch Corona verzögert. Über einen Umbau hat die evangelische Kirchengemeinde jedoch schon vor gut 20 Jahren nachgedacht, doch dann sind andere Bauvorhaben dazwischen gekommen.
Es kommen neue Fluchttüren
Im April ging es mit dem Anbau los, jetzt geht es innen weiter, und – so wie es aussieht – auch recht zügig. Die evangelische Kirchengemeinde will das Gebäude im Erd- und Untergeschoss barrierefrei gestalten. Der Saal, in dem der komplette Boden herausgemacht wird, erhält eine neue Fußbodenheizung, außerdem wird an der Decke Schallschutz angebracht.
Ein Hauptgrund für den Umbau sind die sanitären Anlagen, die im Anbau nun behindertengerecht installiert werden. Der Erweiterungsteil wird auch als Lager genutzt. Die Küche erhält ebenfalls einen neuen Boden. Außerdem müssen Brandschutzauflagen berücksichtigt und Fluchttüren eingebaut werden.
Auf Spenden angewiesen
Das Untergeschoss, wo sich die Jugendräume befinden, baut die Kirchengemeinde ebenfalls barrierefrei um, auch um es künftig für kleinere Veranstaltungen nutzen zu können. Die untere Toilette wird nicht mehr benötigt, in diesen Raum kommt eine Art Bistro rein.
Der Kostenvoranschlag für dieses Umbauprojekt liegt bei 570 000 Euro. Keine Kleinigkeit: „Wir sind auf Spenden angewiesen“, sagt Andreas Lehmann, dazu habe man schon aufgerufen. Etwa 120 000 Euro muss die Gemeinde selbst aufbringen, nicht zuletzt durch Eigenleistungen. So wurde das Haus leer geräumt, und auch der Boden wird von den freiwilligen Helfern herausgerissen.
Gegenseitige Hilfe
Lehmann hofft, dass die Arbeiten bis Weihnachten abgeschlossen sind. Ausweichmöglichkeiten gibt es während der Bauzeit: Die Stadt stelle den Barbara-Unmach-Saal im Seniorenheim zur Verfügung.
Auch dürfe der katholische Gemeindesaal mitgenutzt werden. Der Konfirmandenunterricht und die Proben der Kantorei könnten im Sommer in der Kirche stattfinden.
Seit 32 Jahren Kirchenpfleger
Das Gemeindehaus neben der Stadtkirche ist 1979 gebaut worden und somit in die Jahre gekommen. Der Kirchengemeinde sei es wichtig, ein Gebäude mit modernen Räumen zu haben. Heute habe man auch andere Ansprüche als vor 50 Jahren, erklärt Lehmann.
Er ist seit 32 Jahren Kirchenpfleger. In der Zeit hat er schon mehre große Bauvorhaben mitbegleitet. 2013 musste beispielsweise nach einem heftigen Unwetter in Dornhan das Kirchendach repariert werden. Das Pfarrhaus wurde renoviert und der Kindergarten erweitert. Das Gemeindehaus sei dagegen immer wieder geschoben worden.
Bei den Projekten ist die Gemeinde auf Helfer angewiesen. Dass so viele jetzt wieder mitmachen, darüber kann sich Lehmann nur freuen. „Das ist eine super Sache“, sagt er.