An den Beruflischen Schulen Wolfach waren am Mittwoch die Mitglieder des Rennteams der Universität Stuttgart samt ihrem aktuellen Boliden zu Besuch. Foto: Lupfer

Das Rennteam der Universität Stuttgart besucht am Mittwoch die Beruflichen Schulen Wolfach. Die Studenten führten ihren aktuellen Boliden X0711-2 vor.

Auch wenn er auf dem Schulhof nur geschoben wurde: Mit ihrem aktuellen Formel-Student-Boliden X0711-2 legten die Mitglieder des Rennteams der Universität Stuttgart am Mittwoch an den Beruflichen Schulen Wolfach einen großen Auftritt hin. Und mit ihnen fünf Auszubildende von Grieshaber Präzision, die mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag geleistet haben.

 

2005 wurde das Rennteam gegründet. 2009 wurde zusätzlich das Green-Team ins Leben gerufen, das fortan parallel zum Verbrenner-Team eigene Elektro-Rennwagen für die Formula Student konstruierte. Seit der Saison 2023/2024 gibt’s in der Formula Student nur noch die Elektro-Klasse und die zwei Stuttgarter Teams bündelten ihre Kräfte. „Jedes Jahr wird ein neues Auto gebaut“, erklärte Arne Holste, umringt von Dutzenden neugierigen Schülern der Beruflichen Schulen Wolfach.

In zwei Sekunden von null auf 100

Die Stuttgarter messen sich bei den Rennen der Formula Student Germany in Kategorien wie der statischen Kurvenfahrt, Qualifying-Runden auf abgesteckten Kursen, klassischen Beschleunigungsrennen und auf der Langstrecke. „Das sind bei uns 22 Kilometer.“

Der X0711-2 sieht dabei nicht nur nach Rennwagen aus. Die Beschleunigung von null auf 100 Stundenkilometer? „Ungefähr zwei Sekunden“, erklärte Holste. Vier Radnaben-Motoren katapultieren den Boliden nach vorn. „Die sechste Generation unserer eigenen Elektromotoren.“

Auch Kinzigtäler Teile wurden im Auto verbaut

Das Rennteam der Universität Stuttgart ist als Verein organisiert. Aerodynamik, Antriebsstrang, Elektronik, Chassis, Marketing – alles wird in Untergruppen, sogenannten Strängen, selbst entwickelt und verwaltet. Eigentlich parallel zum Studium. Doch wer sich als Vollzeit-Mitglied beteilige, bringe in der Praxis 80 bis 100 Stunden die Woche für das Projekt auf. Holste leitete für X0711-2 den Fahrwerks-Strang.

In dem steckt auch ein Tick Kinzigtäler Know-how, denn: Schrauben, Teile für die Verstellung der Bremsbalance und die Gelenkköpfe fürs Fahrwerk wurden in Schiltach von Auszubildenden von Grieshaber Präzision gefertigt.

Kooperation soll fortgeführt werden

Die Zerspanungsmechaniker Alexander Volk, Lukas Sum, Hannes Dieterle, Till Rosenfelder sowie Mechatroniker Lukas Lehmann durften am Mittwoch ebenfalls erstmals live sehen, was aus ihren Teilen wurde. „Da sieht man mal das Einsatzfeld“, sagte Grieshaber-Ausbildungsleiter Andreas Scherer. Teilweise wurden die Teile aus Titan gefertigt – ein teures und nicht alltägliches Material. Das Projekt hätten sich die Auszubildenden selbst erarbeitet und dafür viel Zeit investiert. Ein bis zwei Wochen könnten von der Konstruktion bis zum fertigen Teil vergehen, erklärte Scherer. Das Ergebnis aber sei „eine tolle Sache“, und darum solle die schon mehrere Jahre bestehende Kooperation von Grieshaber mit dem Uni-Rennteam fortgeführt werden.

Platzierungen

Mit X0711-2 heimsten die Stuttgarter in der inzwischen beendeten Saison zwei zweite Plätze und einen fünften Platz ein. „Und einen neunten Platz – aber über den reden wir nicht“, flachste Holste. 2026 geht die Rekordjagd weiter: mit neuem Konzept und neuen Teilen.