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Remseck Gruseliger Fund im alten Steinbruch

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Klicken Sie sich durch die Bilder von den Bergungsarbeiten. Foto: 7aktuell.de/Karsten Schmalz

Remseck - „Kein Einheimischer würde dort hin gehen, viel zu gefährlich“, sagt der Remsecks Feuerwehrkommandant Helmut ­Wibel über den alten Steinbruch östlich von Neckarrems. Ein Dschungel, ein Geröllfeld, höchste Steinschlaggefahr. Die Cannstatter Firma Epple hatte dort bis vor Jahrzehnten abgebaut, bis es keine Ausbeuterechte für das Areal mehr gab und der Steinbruch sich selbst überlassen wurde. Wo einst Schredderanlagen, Fließbänder und Lagerräume waren, gibt es nun Dschungel. Dort hatten Wibel und 30 Feuerwehrleute in der Nacht zum Mittwoch einen Einsatz zu bewältigen, „wie ich ihn in über 40 Jahren nicht erlebt habe“. Die Bergung eines Autowracks. „Und die“, so Wibel, „war hochgefährlich.“

Junge Männer Anfang 20 hatten sich am späten Dienstagabend in das Gelände nördlich der Rems begeben. Zum Klettern, zum Outdoor-Training, wie sie zu Protokoll gaben. Inmitten des unwegsamen Landschaftsschutzgebiets, zehn Meter von einer Steilwand entfernt, entdeckten sie das Wrack eines schwarzen Mitsubishi und alarmierten die Polizei. Wie sich später herausstellen sollte, war der Wagen oben von der Klippe gut 40 bis 50 Meter tief in den Steinbruch gestürzt. Dass das Auto an dieser Stelle entdeckt wurde, war eher ein Wunder: „Ich selbst war schon fast überall in diesem Steinbruch“, sagt Helmut Wibel, „aber an dieser Stelle noch nie.“

69-jähriger Mann war als vermisst gemeldet worden

In der Dunkelheit arbeiteten sich Feuerwehrleute wie Bergretter zu der Stelle vor – und fanden in dem Wrack einen Toten. Ihn aus dem Wrack zu bergen und Richtung Rems zu transportieren, erschien unmöglich. Die Einsatzkräfte entschieden, den Wagen mit einem Kran aus dem Dickicht zu holen. „Wir hätten einige Bäume fällen müssen, um den Wagen rauszubringen“, so Wibel. Mit anderen Geräten sei eine Bergung undenkbar gewesen. Während ein Polizeihubschrauber zur Ausleuchtung des Einsatzorts angeflogen kam, machte sich ein Spezialkran von der Klippe in über 40 Meter Höhe an die Arbeit. Dabei durfte der Haken nirgends anecken: „Es bestand ständig die Gefahr, dass sich Steine lösen und unten die Einsatzkräfte treffen“, so Wibel.

Der zertrümmerte Mitsubishi mit den sterblichen Überresten des Fahrers hing schließlich am Haken und wurde nach oben gebracht. Dort wurde das Wrack zur kriminaltechnischen Untersuchung weggebracht. Ein Feuerwehrmann musste wegen Blessuren behandelt werden.

Mit der Bergung des Toten ist die für Kriminalpolizei in Waiblingen ein Vermisstenfall geklärt. Am 24. April war ein 69-jähriger Mann als vermisst gemeldet worden, der mit einem schwarzen Mitsubishi Colt davongefahren und nicht mehr aufgetaucht war. Der Waiblinger dürfte sich bereits zu dieser Zeit das Leben genommen haben. Schon beim Fahndungsaufruf war davon die Rede, dass der 69-Jährige wegen einer schweren Krankheit in einer depressiven Stimmungslage befinden könnte. Die Klärung der Umstände ist nun traurige Routine für die Waiblinger Kripo. Ein Fall, der selbst erfahrene Einsatzkräfte wie Feuerwehrkom­mandant Wibel mitgenommen hat: „Danach habe ich erst mal einen Schnaps gebraucht.“

 
 
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