CDU-Landtagskandidat Carl Christian Hirsch (Mitte) mit Matthis (links) und Johannes Deuble Foto: Rebekka Gärtner

Matthis und Johannes Deuble von der Rempp Küchen GmbH in Wildberg haben den CDU-Landtagsabgeordneten Carl Christian Hirsch empfangen.

Das mittelständische Unternehmen Rempp Küchen GmbH mit rund 120 Beschäftigten besteht in vierter Generation und ist fest in der Region verwurzelt. Es steht beispielhaft für die Herausforderungen, mit denen viele Betriebe im Landkreis Calw und darüber hinaus konfrontiert sind, heißt es in der Pressemitteilung.

 

Seit etwa zwei Jahren sei ein deutlicher Absatzrückgang zu verzeichnen, denn die enge Verbindung zur Baukonjunktur mache sich bemerkbar: „Wird weniger gebaut, werden auch weniger neue Küchen benötigt. Dabei geht es nicht nur um Neubau, sondern auch darum, dass in Mietwohnungen im Bestand keine neuen Mieter nachkommen“, so Geschäftsführer Johannes Deuble. Gleichzeitig beweise das Unternehmen mit seiner hohen Qualität auf diesem Niveau aber internationale Wettbewerbsfähigkeit. Küchen wurden in den vergangenen Jahren unter anderem ins europäische Ausland und nach Asien geliefert, darunter nach Südkorea, Taiwan und Dubai.

Exportanteil bei etwa 25 Prozent

„Aktuell liegt der Exportanteil bei circa 25 Prozent. Ein zentrales Thema für das mittelständische Unternehmen ist daher die weitere Erschließung des europäischen Binnenmarkts“, sagte Gesellschafter Matthis Deuble. Doch gerade hier zeigten sich hohe Hürden. EU-Reglementierungen zum Beispiel im Transportwesen belasteten die Speditionspartner. Hinzu kämen die Anforderungen an Nachweisen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.

„Wir denken in Generationen, der Standort unseres Unternehmens, der Baustoff unsere Energieversorgung sowie die Langlebigkeit unserer Produkte – das alles steht für Nachhaltigkeit“, so Matthis Deuble. „Wir Unternehmen müssen aber detailliert belegen, welche Materialien verwendet werden, bis hin zur aufgeschlüsselten Herkunft der eingesetzten Spanplatten.“ Grundsätzlich sei das Ziel nachhaltigen Wirtschaftens unbestritten, zumal Rempp nach Möglichkeit mit regionalen Werkstoffen und Lieferanten versuche, genau dafür zu stehen, doch der bürokratische Aufwand für den Nachweis dessen wachse stetig.

Hirsch: Es muss nachgesteuert werden

Ihre Sorgen thematisierten der Geschäftsführer und der Gesellschafter des Unternehmens beim Gespräch mit dem CDU-Landtagskandidaten Carl Christian Hirsch. „Da ist vieles gut gemeint, aber eben nicht gut gemacht und in seiner Wirkung besonders mittelstandsfeindlich“, betonte Hirsch. Hier müsse vor allem EU-rechtlich und im Bund nachgesteuert werden. „Wichtig ist aber eben auch, dass beim Hochbau wieder Schwung kommt. Die Einführung des Bau-Turbos im Bund war ein wichtiger Schritt. Das wird seine Wirkung entfalten. Auf Landesebene war die Überarbeitung der Landesbauordnung mit der Befreiung von manch umständlicher aus der Zeit gefallener Regelung während der letzten Legislatur ein wichtiger Schritt, aber da geht noch mehr.“

Nach den weiteren Plänen zur Beschleunigung des Bauens nannte Hirsch unter anderem die Reduzierung der Grunderwerbssteuer im Land, die Ermöglichung von familienfreundlichen Freibeträgen sowie die CDU-Pläne für einen „HeimVorteil BW“ für die ersten eigenen vier Wände in Höhe von 10 000 Euro pro Erwerbsperson plus 5000 Euro für jedes Kind. „Wenn der Bund dann noch die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten verbessert – auch bei selbst genutztem Wohneigentum, kann noch deutlich mehr Schwung kommen und damit langfristig auch eine Entlastung auf dem Mietermarkt wieder zu bezahlbarerem Wohnen führen“, so Hirsch.

Darüber hinaus tauschten sich die Rempp-Geschäftsführung und Hirsch zum staatsorganisatorischen Reformbedarf im Land aus. „Wir müssen wieder schneller werden“, so Matthis Deuble, der auch im Wildberger Gemeinderat mitwirkt. „Dem Abbau von Doppelzuständigkeiten und dem Abbau einer Verwaltungsebene muss in der Landespolitik in den nächsten fünf Jahren volle Aufmerksamkeit gelten. Wir haben sehr gute Fachleute in den Verwaltungen, die sich genauso nach Beschleunigung sehnen “, so Hirsch, der seinerseits Mitglied des Gemeinderats in Nagold ist.