Pfarrer Andreas Streich ist gut in Freudenstadt angekommen. An diesem Sonntag wird er um 15 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Freudenstadt als neuer Dekan des Kirchenbezirks Freudenstadt eingesetzt. Foto: Günther

In einem feierlichen Gottesdienst wird Pfarrer Andreas Streich am Sonntag als neuer Dekan des Evangelischen Dekanats Freudenstadt eingesetzt. In der Region ist der Diplomtheologe kein Unbekannter.

Freudenstadt - Viele in der Bevölkerung erinnern sich noch an den engagierten, fröhlichen jungen Andreas Streich, der von 1995 bis 1997 sein Vikariat in Baiersbronn-Tonbach absolvierte und von 2000 bis 2010 der Pfarrer der Kirchengemeinden Wittendorf und Lombach war.

 

Sein Glaube und ehrenamtliches Engagement in der Kirche wurden dem 1966 in Reutlingen geborenen und in Metzingen aufgewachsenen Streich schon früh wichtig, schon als Jugendlicher engagierte er sich in der kirchlichen Jugendarbeit. Nach dem Abitur in Metzingen absolvierte Streich ein Theologiestudium in Tübingen und Erlangen, ehe er eine Tätigkeit beim CVJM Zentrum Walddorf aufnahm. Weitere berufliche Stationen führten ihn als Pfarrer zur Anstellung nach Neubulach und als Dekanstellvertreter in das Dekanat Bernhausen; nun kehrt er als Nachfolger von Dekan Trick zurück in den Kirchenbezirk Freudenstadt.

Zeitpunkt für einen Stellenwechsel samt Umzug ideal

Streich lobt seine neue Heimatregion als "sehr lebendig, sehr agil" und schwärmt von den Lieblingsplätzen, die er zusammen mit seiner Frau Ulrike inzwischen auf dem Kienberg und der Schwarzwaldhochstraße entdeckt hat. Aber auch was die Familiensituation anbelangt war für Familie Streich der Zeitpunkt für einen Stellenwechsel samt Umzug ideal, legte doch zeitgleich das jüngste Kind sein Abitur ab.

Aufgrund seiner bisherigen Aufgaben bringt er viele Kenntnisse mit, die für seine neue Aufgabe wichtig sind. So war er in Bernhausen als Dekanstellvertreter unter anderem für das Konzept der Bezirksträgerschaft der Kindertagesstätten sowie für den Diakonieplan verantwortlich, ferner bringt Streich Erfahrungen als verantwortlicher Pfarrer für alle Baumaßnahmen und Renovierungsarbeiten in den Pfarrhäusern mit. "Es muss natürlich auch ein wenig die geistlich-theologische Prägung passen", so Streich zur Begründung, weshalb er sich in Freudenstadt beworben hat. Zudem hat der ehemalige Absolvent des Tübinger Bengelhauses erst kürzlich den Vorsitz des Fördervereins dieses spendenfinanzierten Studienhauses für Theologen übernommen.

Kirche in nächsten Jahren vor großen Herausforderungen

Neben seinen umfangreichen Berufserfahrungen und seinem ehrenamtlichen Engagement absolvierte Streich mehrere Weiterbildungen: So hat er eine berufsbegleitende Ausbildung als systemischer Berater sowie eine Fortbildung in spirituellem Gemeindemanagement absolviert. Ferner hat er sich mit der Führungsentwicklung in der Landeskirche befasst.

All diese Fähigkeiten wird er in seinem neuen Amt dringend benötigen. Steht doch, so Streich, die Kirche in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen: "Kirchen sind der Sozialkit unserer Gesellschaft", beschreibt er dies. Dass daher auf die Kirche große Veränderungen zukommen werden, steht für Streich fest: "Es gilt nicht, es muss alles so bleiben wie es ist", ist er überzeugt.

Deshalb habe er auch keinen Masterplan. Vielmehr gelte es, fehlerfreundlich zu sein, Neues auszuprobieren, und, so der warmherzige Gottesmann pragmatisch: "Wenn’s nichts ist, dann ist’s nichts." Vielmehr gelte es, ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen zu haben, Strukturen und Rahmenbedingungen zu erfassen und wo immer nötig und möglich diese behutsam und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Info: Kirchenbezirk

Der Kirchenbezirk (KB) des Dekanats Freudenstadt deckt sich nicht mit dem Kreis Freudenstadt. So gehören die Gemeinden Horb, Empfingen, Betzweiler-Wälde, Peterzell und Römlinsdorf nicht zu Streichs neuem KB, während Fürnsal dem KB Freudenstadt zugeordnet ist. Als Dekan ist Streich der Dienstvorgesetzte von rund 30 Pfarrern und einer ganzen Reihe von Mitarbeitern, die beim KB angestellt sind. Darüber hinaus ist der Dekan der Vorsitzende des Kirchenbezirksausschusses und der stellvertretende Vorsitzende der Bezirkssynode.