Mutig nach vorn gespielt haben Laurenziu Biemel und der VfL Nagold gegen den VfR Heilbronn. In der zweiten Halbzeit hatte der VfL „gefühlt 80 Prozent Ballbesitz“, so Trainer Armin Rezepagic. Foto: Eibner/Memmler

Der VfL Nagold hat gegen den VfR Heilbronn im zweiten Relegationsspiel eine tolle Leistung gezeigt, sich aber gegen ein „ganz ausgebuffte“ Hintermannschaft nicht durchsetzen können. Zudem sorgte die wohl entscheidende Szene für Unmut bei Trainer Armin Rezepagic.

„Wir hatten 60:40 Ballbesitz in der ersten, und gefühlt 80:20 in der zweiten Halbzeit, aber wir haben das Tor nicht gefunden“, analysierte Armin Redzepagic die 0:2-Niederlage im zweiten Relegationsspiel gegen den VfR Heilbronn.

 

1:0 spielt Heilbronn in die Karten

Die 1:0-Führung habe dem Staffel-1-Vize in die Karten gespielt, „in der Folge mussten wir gegen ein 5-4-1 System anlaufen. Die haben das sehr clever gemacht, heute haben meine Jungs gegen einen ganz ausgebufften Gegner verloren, der in Neckersulm gezeigt hat, warum er in der Saison die wenigsten Gegentore bekommen hat.“

Der VfL Nagold ist zwar raus, was auch zu Lasten des SV 03 Tübingen geht, in Summe kann die Elf jedoch hoch erhobenen Hauptes die Runde 2023/24 als Vizemeister mit zwei Relegationsspielen verbuchen. „Ich hinterlasse eine intakte Mannschaft. Das Ziel, nach dem Abstieg eine Spitzenmannschaft zu formen, ist gelungen, die Fans werden noch viel Freude an der Elf haben“, zieht der scheidenden Coach nach sieben Jahren erfolgreicher Arbeit beim VfL Nagold eine positive Bilanz.

Ex-Profis machen das abgezockt

Die hätte in Neckarsulm vor 1600 Zuschauern noch eine Extraschicht in Form einer zusätzlichen Relegations-Runde erhalten können. „Der VfL Heilbronn war nicht besser als der FC Wangen, nur mit seinen Ex-Profis abgezockter in der Defensive“, lautete das Fazit des VfL Coachs.

Frühe Chance für Jan Beifuß

Der hatte seine Elf nur auf einer Position – Jan Beifuß für Matthias Rauser – in der Startelf verändert, und die hatte vor dem 0:1 der Heilbronner zwei Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. „Die Chance muss er selbst machen, statt abzuspielen“, so Redzepagic über die Chance von Jan Beifuß, Johannes Fleischle zielte knapp vorbei.

Laurenziu Biemel hat den Ausgleich auf dem Fuß

In der Folge kassierte der VfL das 0:1 durch einen von Ex-Profi Mirco Born (SV Meppen) schön eingefädelten Konter von Robin Dörner (21.). Es folgte die beste Phase der Heilbronner, und nur vier Minuten später verhinderte VfL-Keeper Joel Mogler mit einer Klasseparade gegen Born eine Vorentscheidung. Damit blieb das Spiel offen. Nach einer Stunde verhinderte VfR-Torhüter Murat Zeyrek gegen Laurenziu Biemel den Ausgleich, in der 67. Minute führte ein Biemel-Freistoß nicht zum erhofften 1:1.

„Den Elfmeter darfst du nicht pfeifen“

Der in der Winterpause gekommene Thomas Gentner, Ex-Profi Mirco Bron mit der Nummer 10, sowie Nick Hellmann und Marvin Reitz mussten Schwerstarbeit leisten. Doch defensiv stand der VfR einschließlich Kapitän Luca Hofmann einfach gut. Ein Elfmeterpfiff des Unparteiischen Daniel Bechtel (Bönnigheim) brachte dann die Entscheidung. „Den darf er in dieser Situation nicht pfeifen, Admir Osmicic war überhaupt nicht dran“, bewerte der VfL-Coach die Szene im Anschluss an eine starke Einzelleistung von Leo Marmallaku ganz anders als der Schiedsrichter.

Nach dem erneuten Rückstand schickte er Elias Bürkle nach vorne, Burak Tastan per Freistoß und Bürkle nach Eckball hatten die Chance zum Anschluss. Eine weitere Bürkle-Chance verhinderte der Pfosten, beim Nachschuss stand Jan Beifuß im Abseits. „Die haben das unglaublich gut verteidigt“, zollte der VfL-Coach dem Gegner Respekt, trotz fast zehnminütiger Nachspielzeit blieb es beim 2:0 für den VfR Heilbronn.

Armin Redzepagic (VfL Nagold): „Der VfR Heilbronn war unter dem Strich die clevere und ausgebufftere Mannschaft, die haben das heute hervorragend verteidigt. Uns haben gegen Ende auch die Körner gefehlt. Allerdings habe ich den FC Wangen teilweise stärker gesehen, aber die frühe Führung hat dem VfR Heilbronn in die Karten gespielt.“